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Milan Čobanov kam 1969 als Kind einer Gastarbeiterin nach Stuttgart. Damals war er 11 Jahre alt und musste sich erst einmal am Neckar einleben. Seine Schulkameraden waren hier ganz anders als die Jungs und Mädchen in der jugoslawischen Heimat. Er lernte schnell die Sprache auch mit der Hilfe von Kinderfilmen im Fernsehen, so lernte er Deutsch mit "Flipper" und anderen Kultserien der 1960er- und 1970er-Jahre.
Anfangs wohnte er in einem Dachgeschoss in Stuttgart mit seiner Mutter, die vor allem nachts in der Gastronomie arbeitete und schlief, wenn ihr Sohn in der Schule war. Später konnten sie in eine Wohnung mit einem eigenen Bad umziehen. Für die Mutter war von Beginn an klar, dass sie irgendwann wieder nach Jugoslawien zurückgehen würde. Und das tat sie auch im Jahr 1988. Nur ein paar Jahre später brach das Land auseinander und der Krieg prägte das Leben auf dem Gebiet des ehemaligen sozialistischen Staates, der nach dem Tod von Tito auseinanderbrach, was kriegerische Auseinandersetzungen für die gesamte Region bedeutete.
Milan Čobanov hat heute die serbische Staatsangehörigkeit und lebt in Berlin, wohin er mit seiner Mutter gezogen war. Dort hat er auch studiert und ist nach seinem Militärdienst in Jugoslawien dorthin wieder zurückgekehrt, wo er bereits eine Frau und ein Kind hatte. Mittlerweile lebt Milan 60 Jahre in Deutschland, er arbeitet hier, hat Familie und Freunde in Berlin, aber er bleibt ein Serbe, der auf Serbisch denkt und träumt.
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Regie / Interview: Thomas Grimm
Kamera und Schnitt: James-A. Wehse
Produktion: 09.2026
Spieldauer: 28 Min.
hrsg. von: Bundeszentrale für politische Bildung und Zeitzeugen TV
Verfügbar bis: 28.08.2032
Lizenzhinweise
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