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Europäische Kulturhauptstadt

Die Benennung der E. [bis 1999 »Kulturstadt Europas«, 2000–04 »Kulturhauptstadt Europas«] geht auf die 1985 ins Leben gerufene Initiative »Kulturstadt Europas« zurück. Mindestens eine Stadt eines EU-Mitgliedstaates sowie ggf. eines europ. Drittstaates tragen seitdem für 1 Jahr den Titel E. Auch Regionen können E. werden. Ziel ist es, Vielfalt und Gemeinsamkeiten der europ. Kultur darzustellen und die Identifikation der Bürger mit Europa zu stärken. Während die E. zunächst im Kreis der Regierungen bestimmt wurde, sind seit 1999 auch die Gemeinschaftsorgane an der Entscheidung beteiligt. Auf der Grundlage eines Rotationsverfahrens schlagen die Mitgliedstaaten der EU-Kommission, dem Rat, dem Europäischen Parlament und dem Ausschuss der Regionen ihre Kandidaten vor, nach einem nationalen Auswahlverfahren und mindestens 4 Jahre im Voraus. Basierend auf der Empfehlung der Kommission, der Stellungnahme des Europäischen Parlaments und dem Bericht einer unabhängigen Jury benennt der Rat dann die E. Die Stadt Essen war 2010 die E. Die Wahl für 2019 fiel auf Matera (Italien) und Plowdiw (Bulgarien), für 2020 auf Galway (Irland) und Rijeka (Kroatien). Die E. führen zahlreiche kulturelle Projekte durch, die eine besondere europ. Dimension haben müssen. Sie sollen zudem ihren eigenen Beitrag zur europ. Kultur herausstellen und den internationalen Austausch von Kultur und Bürgern fördern. Die EU unterstützt die Aktivitäten finanziell.

Internet

Literatur

  • Europäisches Parlament: European Capitals of Culture, Briefing, PE 644.196, Brüssel 2019 (Download: www.europarl.europa.eu/thinktank).
  • J. Mittag (Hg.): Die Idee der Kulturhauptstadt Europas. Anfänge, Ausgestaltung und Auswirkungen Europäischer Kulturpolitik, Essen 2008.


aus: Große Hüttmann / Wehling, Das Europalexikon (3.Auflage), Bonn 2020, Verlag J. H. W. Dietz Nachf. GmbH. Autor des Artikels: S. Seeger



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