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Giscard d’Estaing, Valéry

[* 2.2.1926] frz. Politiker. Studium (Ecole Polytechnique, ENA) in Paris. Ab 1952

am Finanzministerium. In die Nationalversammlung gewählt 1956 bis 1973 (Zentrist). Finanzstaatssekretär (ab 1959), Wirtschafts- und Finanzminister (1962–66, 1969–74).

Staatspräsident (1974–81). Wieder in der Nationalversammlung (1984–89, 1993–2002; UDF). Mitglied des Europäischen Parlaments (1989–93), leitete auch das Regionenforum RGRE. Als Präsident des EU-Reformkonvents (2001–03) stellte er einen kompletten Verfassungstext (»Vertrag über eine Verfassung für Europa«) vor, der dann in großen Teilen in den Vertrag von Lissabon (2007) eingegangen ist.

Als frz. Präsident leitete er die EG-Süderweiterung mit ein. Zusammen mit Bundeskanzler Helmut Schmidt war er die treibende Kraft bei der Errichtung des Europäischen Rates als regelmäßig tagendes De-facto-Leitungsorgan der EG. Dennoch Offenheit gegenüber Supranationalität, daher für Direktwahlen zum Europäischen Parlament und Mitinitiator des Europäischen Währungssystems (EWS) mit dem ECU als Verrechnungseinheit.

Literatur

  • Munzinger-Archiv.


aus: Große Hüttmann / Wehling, Das Europalexikon (3.Auflage), Bonn 2020, Verlag J. H. W. Dietz Nachf. GmbH. Autor des Artikels: Ch. Stehle



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