Beschneidung

. Der im antiken Orient weit verbreitete Brauch wird im Islam wie im Judentum auf Abraham zurückgeführt. Obwohl nicht bindende religiöse Pflicht, ist die B. von männlichen Gläubigen in den Augen der meisten Muslime unverzichtbar. Männliche Kinder werden – oft in festlichem Rahmen – je nach Region verschieden am siebten Tag nach der Geburt oder auch im Alter zwischen fünf und sieben Jahren beschnitten. Von erwachsenen männlichen Konvertiten zum Islam wird im Allgemeinen erwartet, dass sie sich beschneiden lassen. In der heutigen Diskussion werden hygien. Vorteile (Gebärmutterkrebs tritt bei Ehefrauen beschnittener Männer seltener auf) hervorgehoben; kritisch äußerten sich u. a. die Theaterautorin Fatima Gallaire (La Fête Virile, 1991) und der tunes. Regisseur Farid Boughedir (Halfaouine, 1992). Klitorisamputation, meist von Frauen im privaten Kreis vollzogen, ist mit männlicher B. nicht vergleichbar.

Literatur:
Chebel, M.: Histoire de la circoncision des origines à nos jours, 1992. – Manok, A.: Die medizinisch nicht indizierte Beschneidung des männlichen Kindes. Rechtslage vor und nach Inkrafttreten des § 1631 d BGB unter besonderer Berücksichtigung der Grundrechte, 2015.

Autor/Autorinnen:
Katharina Boehm, M. A., Bamberg, Arabistik


Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.



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