Wahlen in Deutschland (Zahlen und Fakten)

25.10.2021

Wählerstimmen

Acht Parteien schafften bei der Bundestagswahl 2021 den Einzug ins Parlament. Während CDU und DIE LINKE Anteile verloren, konnten SPD und GRÜNE deutlich zugewinnen.



Bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 erreichte die SPD den relativ größten Anteil der gültigen Zweitstimmen: Mit 25,7 Prozent errang sie deutlich mehr als die zweitplatzierte CDU, die 18,9 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinte. Hinter der CDU folgen die GRÜNEN (14,8 %), die FDP (11,5 %), die AfD (10,3 %) und die CSU (5,2 %). Obwohl sie nicht mindestens fünf Prozent der Zweistimmen erreichten, zogen auch zwei weitere Parteien in Parlament ein: DIE LINKE (4,9 %) profitiert davon, dass Parteien, die mindestens drei Direktmandate erlangen, von der Fünfprozenthürde ausgenommen sind. Für den SSW (0,1 %) gilt als Partei nationaler Minderheiten ebenfalls keine Sperrklausel.

Während mehrere Parteien Anteile hinzugewinnen konnten, blieben andere deutlich hinter ihrem Ergebnis von 2017 zurück. Auf der Gewinnerseite stehen die GRÜNEN mit einem Plus von 5,9 Prozentpunkten ebenso wie die SPD, die 5,2 Prozentpunkte hinzugewann. Ebenfalls positiv ist das Ergebnis der FDP (+ 0,8 %) und des SSW (+0,1 %), der 2017 nicht angetreten war. Das deutlichste Minus verzeichnete die CDU, die 7,9 Prozentpunkte mit Vergleich zu 2017 abgeben musste. Auch DIE LINKE verlor mit 4,3 Prozentpunkten deutlich. AfD (-2,3 %) und CSU (-1,0 %) verloren ebenfalls Stimmanteile.

Neben der Wahl einer Partei gibt es für die Wähler – beabsichtigt oder unbeabsichtigt – noch andere Möglichkeiten der Verwendung ihrer Stimme. Betrachtet man alle verfügbaren Wählerstimmen, war die größte Gruppe der Wahlberechtigten mit 23,4 Prozent die der Nichtwähler. Die größte Partei-Wählergruppe lag etwa bei einem Fünftel aller Wahlberechtigen (SPD: 19,5 %). 0,7 Prozent der Wähler gaben einen ungültige Zweitstimme ab.



Unter den sonstigen Parteien - also denen, die nicht in den Bundestag einziehen konnten - stechen vier Parteien hervor: Die FREIEN WÄHLER (2,428 %), die Tierschutzpartei (1,454 %), dieBasis (1,357 %) und Die PARTEI (0,994 %) erreichten jeweils mehr als 0,5 Prozent der Stimmen. Unter dieser Grenze blieben Team Todenhöfer (0,462 %), die PIRATEN (0,366 %), Volt (0,356 %) und die ÖDP (0,242 %). Weitere 24 Parteien verzeichneten jeweils weniger als 0,2 Prozent der Stimmen für sich.



Betrachtet man die Wahlergebnisse der im 20. Deutschen Bundestag vertretenen Parteien bzw. Fraktionen im Zeitverlauf, so ergeben sich Auffälligkeiten: Für die SPD stellt der Wert der Bundestagswahl 2021 zwar den höchsten Wert der letzten vier Bundestagswahlen dar, an die Werte aus der Zeit zwischen 1957 und 2002 - wo sie stets oberhalb von 30 Prozent landete - kann sie nicht anknüpfen. Die CDU erreichte gemeinsam mit ihrer bayerischen Schwesterpartei CSU nur 24,1 Prozent der gültigen Zweitstimmen. Für die Schwesterparteien ergibt das den niedrigsten Wert aller Bundestagswahlen.

Die GRÜNEN erreichen mit 14,8 Prozent dagegen ihren bisherigen Rekordwert von 2009 (10,7 %). Auch für die FDP zählt das Ergebnis von 11,5 Prozent zu den besseren ihrer Geschichte: Nur drei Mal konnte sie bisher einen höheren Wert erzielen (1949: 11,9 %; 1961: 12,8 %; 2009: 14,6 %). Die AfD verliert bei ihrem dritten Wahlantritt erstmals, erreicht jedoch erneut einen zweistelligen Wert (10,3 %).

DIE LINKE erzielt mit 4,9 Prozent der Stimmen dagegen ihr schlechtestes Ergebnis seit 2005. Wie schon 1994 zieht sie jedoch auf Basis der Grundmandatsklausel mit ihrem prozentualen Stimmanteil ins Parlament ein. Als Partei nationaler Minderheiten ist der SSW von der Fünfprozenthürde ausgenommen. Bei seinem ersten Antritt seit der Bundestagswahl 1961 genügten ihm daher etwa 32.000 Stimmen, um ins Parlament einzuziehen. Mit rund 55.000 Zweitstimmen und 0,1 Prozent aller gültigen Zweitstimmen zog er daher in den Bundestag ein.



Ist ein abgegebener Stimmzettel nicht amtlich hergestellt, für einen anderen Wahlkreis gültig, enthält einen Zusatz oder Vorbehalt oder lässt den Wählerwillen nicht zweifelsfrei erkennen, so ist der Stimmzettel oder ggf. nur die jeweilige Stimme ungültig. Auch im Rahmen der Briefwahl ergeben sich durch falsche Anwendung ungültige Stimmzettel.

Bei der Bundestagswahl 2021 waren 1,1 Prozent der Erststimmen und 0,9 Prozent der Zweitstimmen ungültig. Seit 1965 ist stets der Anteil der ungültigen Stimmen bei den Erststimmen größer als bei den Zweitstimmen. Der bisher höchste Wert ungültiger Erststimmen lag 1953 bei 3,4 Prozent, der für die Zweitstimmen 1961 bei 4,0 Prozent. Die wenigsten ungültigen Erststimmen wurden bei der Bundestagswahl 1983 abgegeben (1,1 %), bei den Zweitstimmen hält die Bundestagswahl 1972 den Rekord mit 0,8 Prozent der Wählerstimmen. Seit der Bundestagswahl 2005, wo mit 1,8 bzw. 1,6 Prozent ungültiger Stimmen ein neuer Höchstwert seit 1969 erreicht wurde, ist die Zahl ungültiger Stimmen konstant rückläufig.

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