Wahlen in Deutschland (Zahlen und Fakten)

25.10.2021

Wahlbeteiligung und Briefwahl

Seit dem Tiefpunkt 2009 ist die Wahlbeteiligung drei Mal in Folge gestiegen - auf 76,6 Prozent. Der Anteil der Briefwähler erreichte 2021 einen Rekordwert.



76,6 Prozent der Wahlberechtigten haben bei der Bundestagswahl 2021 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Damit ist die Wahlbeteiligung zum dritten Mal in Folge gestiegen. Die niedrigste Wahlbeteiligung wurde mit 70,8 Prozent 2009 erreicht, bei der Wahl 2013 lag die Wahlbeteiligung nur wenig über diesem Wert. Die höchste Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen wurde im Jahr 1972 erreicht: 90,8 Prozent der Wahlberechtigten gaben bei der siebten Bundestagswahl ihre Stimme ab.



51 Wahlkreise hatten bei der Bundestagswahl 2021 eine Wahlbeteiligung von über 80 Prozent. Mit 84,85 Prozent führt München-Land (221) die Rangliste an, gefolgt von Köln II (94; 84,52 %), Hamburg-Nord (21; 84,33 %) und Starnberg – Landsberg am Lech (224; 84,24 %). In vier Wahlkreisen haben dagegen weniger als zwei Drittel der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben: Den niedrigsten Wert hat dabei Duisburg II (116) mit 63,34 Prozent, mit etwas Abstand gefolgt von Anhalt (71), wo 64,92 Prozent der Wahlberechtigten an der Wahl teilnahmen. Knapp unter der Zweidrittelmarke blieben die Wahlkreise Harz (68, 66,64 %) und Gelsenkirchen (123; 66,66 %).



Seit der Bundestagswahl 1957 ist es den Wählern möglich, ihre Stimmen nicht nur am Wahltag im Wahllokal abzugeben. Mit der Briefwahl kann seitdem bereits im Vorfeld des Wahltages auch zu Hause vom Wahlrecht Gebrauch gemacht werden. Seit 2009 ist dies auch ohne die Angabe eines wichtigen Grundes für die Abwesenheit am Wahltag möglich.

Seit der Einführung der Briefwahl nutzen bei nahezu jeder Wahl mehr Menschen die Briefwahl. Nur 1969, 1983 und 1990 ging der Briefwahlanteil im Vergleich zur vorherigen Wahl zurück. Von 4,9 Prozent Briefwählern 1957 stieg der Anteil bei der Bundestagswahl 2017 auf 28,6 Prozent. Zur Bundestagswahl 2021 verstärkte sich dieser Trend deutlich - vermutlich auch wegen der Covid-19-Pandemie: Mit 47,3 Prozent machten fast die Hälfte der Wähler von der Briefwahl Gebrauch. 22.145.205 Wähler gaben daher ihre Stimmen z.T. schon mehrere Tage oder Wochen vor dem Wahltermin ab.

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