Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Fünf Folgen über Extremismus

Podcast über Radikalisierung in Deutschland

Nur noch ein schmaler Weg führt zwischen den Blumen und Kerzen zur Tür der Synagoge Halle. Ministerpräsident Haseloff und der Opferbeauftragte der Bundesregierung haben den vom rechtsextremen Terroranschlag betroffenen Kiez-Döner besucht, das Bild zeigt die Tür der Synagoge Halle zu dem Zeitpunkt, umringt von Kerzen. (© Jan Woitas / dpa Dienst Bildfunk New)



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Terrorismus, religiös begründeter Hass, Extremismus der Mitte: Die zahlreichen und zum Teil widersprüchlichen Informationen und Begriffe lassen sich in ihrer Fülle nur schwer einordnen und verarbeiten. Diese fünfteilige Podcastreihe aus dem Jahr 2019 mit den Hörfunkjournalistinnen Elisabeth Weydt und Elise Landschek entwirrt wissenschaftlich fundiert und trotzdem verständlich komplexe Zusammenhänge. Sie benennt nicht nur Probleme, sondern auch Lösungsmöglichkeiten, Präventionsmaßnahmen und zeigt positive gesellschaftliche Entwicklungen auf.

Hinweis: Jede Folge ist auch als Download verfügbar; dazu müssen Sie im Audio-Player einfach auf das "Download-Symbol" klicken und ein neues Download-Fenster öffnet sich.

Folge 1 - Grundbegriffe

Die erste Folge im Gespräch mit Rechtsextremismusforscher Matthias Quent klärt Grundbegriffe wie zum Beispiel “Radikalisierung”, "Terrorismus" und "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit", gibt den Forschungsstand wieder und führt grundlegende Zahlen etwa zu Einstellungsmustern in der Bevölkerung ein. Auch der Begriff "Extremismus" selbst wird kritisch hinterfragt. Des weiteren werden der Zusammenhang zwischen Extremismus und der sogenannten “Mitte der Gesellschaft” näher beleuchtet.Nicht zuletzt geht es auch um die vielen Menschen, die gegen Rechtsextremismus und Rassismus auf die Straße gehen und sich im Kleinen für eine bessere Welt engagieren.

Folge 2 - Rechtsextremismus

Rechtsextremer Terrorismus, Anschläge auf Asylbewerberheime von den 90er-Jahren bis heute und organisierte Rechtsextreme in der Online-Welt prägen die innerdeutsche Debatte. Laut dem Bundesverfassungsschutzbericht 2019 stiegen Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund um fast 10 Prozent auf 21.290 an, darunter 925 Gewalttaten. Schon vor zwei Jahren hieß es, die Szene sei zur „äußersten Gewalt bis hin zu terroristischen Aktionen bereit“. Warum erfährt sie 75 Jahre nach Kriegsende wieder einen so starken Zulauf? Diese Folge will ergründen, warum sich gerade junge Menschen rechtsextrem radikalisieren, und wie Politik und Sicherheitsbehörden mit dem Thema umgehen. Zu Gast ist Rechtsextremismusforscher Daniel Köhler.

Folge 3 - Islamismus

Die Zahl der islamistischen Gefährder hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Islamismus entsteht dabei nicht in einem Vakuum, sondern beginnt als Teil einer persönlichen Radikalisierungsbiografie und wächst in organisierten Zusammenschlüssen zu einer politischen Agenda. Diese Folge soll eine differenzierte Betrachtung des Phänomens ermöglichen und zunächst klären: Was versteht man unter Islamismus? Welche Strömungen gibt es? Warum und wie radikalisieren sich junge Muslime und welche Rolle spielt Rassismus? Darüber spricht Kulturwissenschaftler Sindyan Qasem.

Folge 4 - Antisemitismus

Es gibt verschiedene Statistiken und Studien zur Zahl antisemitischer Übergriffe in Deutschland. Eine Erkenntnis aber haben sie gemein: Die Zahl steigt. Was genau Antisemitismus umfasst, ist dabei selbst noch in der Debatte. Die Bundesregierung hat sich erst 2018 auf eine einheitliche Definition geeinigt. Diese Folge zeigt im Gespräch mit der Antisemitismusforscherin Beate Küpper, wie Jahrzehnte nach dem Holocaust immer noch antisemitischen Sprach- und Argumentationsmuster reproduziert und häufig als Israelkritik verschleiert werden. Sie stellt die Frage, welche Präventions- und Bildungsarbeit diese Muster in Zukunft aufbrechen kann. Die Schule spielt hier als Ort, an dem antisemitische Übergriffe passieren und gleichermaßen als Ort der Aufklärung eine zentrale Rolle.

Folge 5 - Prävention

Wenn von Radikalisierung die Rede ist, kommen immer wieder die zentralen Fragen auf: Wie können wir sinnvoll vorbeugen? Was können staatlich geförderte Akteure, also Bildungsinstitutionen, Sicherheitsbehörden und Sozialarbeiter tun? Wie können wir Jugendliche stark machen gegenüber Anwerbeversuchen von radikalen Gruppenführern? Diese Folge des Podcasts erklärt, was Prävention eigentlich ist, aus welchen zielgruppenspezifischen Stufen sie besteht und wie sie möglichst nachhaltig eingesetzt werden kann. Zu Gast ist Judy Korn, Mitbegründerin des Violence Prevention Network.



Elise Landschek und Elisabeth Weydt arbeiten als Hörfunk-Journalistinnen bei verschiedenen öffentlich-rechtlichen Sendern wie dem NDR, WDR, SWR oder dem Deutschlandfunk. Die beiden Journalistinnen beschäftigen sich bereits seit ihrem Politikstudium mit den Themen Extremismus, Radikalisierung und Prävention. Zu diesem Themenkomplex produzieren sie unter anderem eine 40-minütige Wissenschaftsdokumentation für das Bundesfamilienministerium sowie die Film- und Diskussionsreihe Deradika (www.deradika.de).

Dossier Rechtsextremismus

Initiativenblog

Welche Konzepte gegen die extreme Rechte sowie gegen Rassismus, Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Abwertungen gibt es? Hier stellen sich Initiativen mit ihren eigenen Ideen und Berichten aus der praktischen Arbeit vor: Ein Initiativenblog, der stetig wächst und die Vielfalt an konzeptionellen Ansätzen abbildet.

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Mediathek

Die Arier

In einer persönlichen Reise begibt sich die Afrodeutsche Mo Asumang auf die Suche nach den Ursprüngen des Arierbegriffs und dessen Missbrauch durch Rassisten in Deutschland und den USA.

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Rassismus, Antisemitismus, Homophobie… Aspekte der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit begegnen uns in vielen Bereichen der Gesellschaft. Die "Begegnen-Reihe" soll in unterschiedlichen Formaten auf Aussagen und Handlungen vorbereiten, in denen Menschen ausgegrenzt und diskriminiert werden.

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Sie benötigen ein Bild zur Illustration Ihres Presseartikels, wollen sich einen Überblick über das bpb-Angebot zum Thema verschaffen oder Pressemitteilungen nachlesen? Hier finden Sie Informationen zum breiten Engagement der bpb gegen Rechtsextremismus.

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Hier finden Sie Publikationen der bpb zum Thema Rechtsextremismus.

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Fortbildungskonzept

Qualifiziert handeln!

Bei der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und abwertenden Haltungen gewinnt ein Thema mehr und mehr an Bedeutung: Qualifiziertes Handeln. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat daher in Kooperation mit drei ausgewählten Partnern ein umfassendes Fortbildungskonzept entwickelt: Das DGB-Bildungswerk Bund, der Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben und die Evangelischen Akademien in Deutschland führen Fortbildungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren mit jeweils besonderen Schwerpunkten durch.

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Das von den Bundesministerien des Innern und der Justiz gegründete bundesweite Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) in der Bundeszentrale für politische Bildung will das zivilgesellschaftliche Engagement für Demokratie und Toleranz in unserem Land sichtbar machen und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zum Einsatz für unsere Demokratie ermutigen. Seit seiner Gründung im Jahr 2000 haben sich eine Vielzahl von Organisationen dem Bündnis angeschlossen - von großen Verbänden bis hin zu kleinen Aktionsgruppen.

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Mit dem Programm "Zusammenhalt durch Teilhabe" fördert das Bundesministerium des Innern (BMI) Projekte für demokratische Teilhabe und gegen Extremismus in Ostdeutschland. Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt sollen dort gefördert werden, wo sie entstehen: an der Basis. Das BMI hat die bpb mit der Umsetzung des Bundesprogramms betraut.

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