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Gedenkstätte für die Opfer des Konzentrationslagers Langenstein-Zwieberge | Themen | bpb.de

Gedenkstätte für die Opfer des Konzentrationslagers Langenstein-Zwieberge

Die Gedenkstätte ist ein internationaler Ort des Erinnerns an die Häftlinge des KZ-Außenlagers Langenstein-Zwieberge aus 23 Ländern. Noch in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges erhofften sich die Nationalsozialisten vom Einsatz moderner Jagdflugzeuge einen wirksameren Schutz des deutschen Luftraums vor den alliierten Bombern. Der am 1. März 1944 gegründete "Jägerstab" sollte die Fertigung dieser strahlgetriebenen Flugzeuge sicherstellen. Das schloss auch die Schaffung bombensicherer Fertigungsstätten ein.

In diesem Zusammenhang begann im Frühjahr 1944 unweit von Halberstadt im Harzvorland unter dem Decknamen "Malachit" ein riesiges Projekt: der Bau eines Netzes von Stollengängen im Hügel der Thekenberge, in denen Flugzeugteile produziert werden sollten. Zur Unterbringung der dafür notwendigen Arbeitskräfte wurde im April 1944 ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald in der Nähe des Dorfes Langenstein errichtet. Insgesamt wurden dort von April 1944 bis April 1945 tausende Häftlinge aus 23 Ländern gefangen gehalten.

Die Mehrheit der in Langenstein Inhaftierten wurde zum Bau des Stollens eingesetzt. Von Mai 1944 bis Anfang April 1945 trieben sie Stollengänge mit einer Fläche von 67.000 m² in den Berg. Das entsprach 93 Prozent der für das Bauvorhaben "Malachit" geplanten Fläche. Mehr als ein Drittel davon stand für die Aufnahme der Produktion bereit. Unterernährt und in Lumpen gehüllt arbeiteten die Häftlinge unter extremen Bedingungen: körperlich schwer, ohne Schutzmaßnahmen, im Staub und unter den Schlägen des Aufsichtspersonals. Bis zur Lagerevakuierung starben fast ein Drittel aller Häftlinge.

Am 9. April 1945 wurde das Lager auf Befehl der SS evakuiert und die gehfähigen Häftlinge auf einen Todesmarsch getrieben. Die Mehrheit der Häftlinge wurde von den Wachmannschaften erschossen, als sie entkräftet zusammenbrachen oder die Flucht versuchten. Nur ein kleiner Teil von ihnen überlebte den Todesmarsch. Die im Lager Zurückgelassenen wurden von US-amerikanischen Truppen befreit.

1949 wurde am Ort der Massengräber ein erstes Mahnmal eingeweiht. Nach mehreren Umgestaltungen des Gräberfeldes ist es durch die Anbringung von Namenstafeln seit 2011 möglich, der dort begrabenen Opfer individuell zu gedenken. Heute umfasst die Gedenkstätte das ehemalige Lagergelände mit baulichen Überresten und den Massengräbern, ein Verwaltungs -und Ausstellungsgebäude und bietet die Möglichkeit des Zugangs zu 120 Metern des Stollensystems.

Weitere Informationen auch unter:
(Externer Link: www. instagram.com/memoriallangenstein)
(Externer Link: www. twitter.com/langenstein_zb)
(Externer Link: www.facebook.com/gdlangenstein/)

(Externer Link: http://www.erinnern.org)

Pädagogisches Angebot

Das pädagogische Team bietet unter Einbeziehung des ehemaligen Lagergeländes und eines Stollenabschnitts Projekttage und thematische Führungen an, die sich sowohl für Erwachsene als auch für den fächerübergreifenden Unterricht aller Schulformen eignen. Gern entwickeln wir ein auf Ihre Gruppe zugeschnittenes Angebot.

Der Sammlungsbestand der Gedenkstätte umfasst derzeit 39 Regalmeter. 450 Mappen mit biografischen Angaben zu Häftlingen, 7.500 Fotos und 3.000 Dias stehen für wissenschaftliche Recherchen zur Verfügung. Der Bestand dokumentiert sowohl die Geschichte des Lagers als auch der Gedenkstätte.

Öffnungszeiten

– Freigelände: Das ehemalige Lagergelände kann ohne Voranmeldung tagsüber besichtigt werden.

– Dauerausstellung im Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude: Dienstag bis Freitag 9:00 bis 15:30 Uhr | April bis Oktober: jedes letzte Wochenende im Monat 14:00 bis 17:00 Uhr | Für angemeldete Gruppen nach Vereinbarung.

– Stollenabschnitt: April bis Oktober jedes letzte Wochenende im Monat 14:00 bis 17:00 Uhr | Für angemeldete Gruppen nach Vereinbarung. Von November bis März aus Witterungsgründen geschlossen.

Kontakt
Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge
Vor den Zwiebergen 1
38895 Halberstadt OT Langenstein
Bundesland Sachsen-Anhalt

Telefon: +49 (0)3941 567 326
Telefax: +49 (0)3941 30248

Externer Link: http://www.erinnern.org
Externer Link: info-langenstein@erinnern.org

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