Im Frühjahr 1944 wurde die Tragflächenproduktion des Düsenjägers Me 262 der Firma Messerschmitt AG von Augsburg in die vor alliierten Bombenangriffen sicheren Autobahntunnel unter dem Engelberg in Leonberg verlegt. Die benötigten Arbeitskräfte für die Produktion des Flugzeugs kamen aus einem Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler. Die Inhaftierten waren zunächst in acht Holzbaracken untergebracht ("altes Lager"), ab Dezember 1944 zusätzlich in drei eigens errichteten Steinhäusern ("neues Lager"). Unterernährung, körperliche Misshandlungen und schwere Arbeitsbedingungen kennzeichneten den Alltag der KZ-Häftlinge, die nicht nur in den Produktionsstätten in den Autobahntunneln eingesetzt, sondern gelegentlich auch zu Arbeiten in der Stadt herangezogen wurden. Im April 1945 wurde das Lager wegen der näher rückenden französischen Truppen geräumt, die meisten Häftlinge wurden auf einen Todesmarsch nach Bayern geschickt und die Holzbaracken aufgrund der Seuchengefahr abgebrannt.
Im März 1999 gründete sich die KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg, die Kontakt zu überlebenden KZ-Häftlingen aufnahm und den "Weg der Erinnerung" entlang der Seestraße bis zum Engelbergtunnel anlegte. Im ehemaligen KZ-Gebäude (Seestraße 74) gibt es einen Informations- und Museumsraum, seit 2008 eine Namenswand sowie eine Dokumentationsstätte zur Geschichte des Konzentrationslagers Leonberg im alten Engelbergtunnel.
Pädagogisches AngebotFührungen, auch für Schulklassen, nach Vereinbarung über Kontaktformular der Website
Betreuung von Hausarbeiten und Examensarbeiten
Schulung von Lotsen/Guides
Sonntag 14 bis 17 Uhr (1. März bis 31. Oktober)
Kontakt
KZ-Gedenkstätte Leonberg e.V.
Schleiermacherstraße 29/UG
71229 Leonberg
Bundesland Baden-Württemberg
Telefon: +49 (0)7152 41975
Externer Link: http://www.kz-gedenkstaette-leonberg.de/
Externer Link: info@kz-gedenkstaette-leonberg.de
Lage
Alter Engelbergtunnel. Westportal, neben Seestraße 123
71229 Leonberg