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Kwanzaa

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Kwanzaa

Adetoun Adebisi

/ 4 Minuten zu lesen

Kwanzaa ist ein besonderes Fest, das zwischen Weihnachten und Neujahr in vielen Kulturen gefeiert wird. Es bedeutet "erste Frucht" und ist in Deutschland mit dem Erntedankfest vergleichbar. Schwarze Menschen sollen sich auf ihre kulturellen Werte besinnen und eine große Einheit bilden.

Ich möchte Euch ein besonderes Fest vorstellen, das zwischen Weihnachten und Neujahr gefeiert wird. Der Name des Festes ist Kwanzaa, abgeleitet aus den bekannten kulturellen Prinzipien Kawaida.

Kwanzaa Mais.

Was ist Kwanzaa?

Kwanzaa ist Swahili und bedeutet "erste Frucht". Kwanzaa wird in vielen Kulturen gefeiert. In Deutschland ist es vergleichbar mit dem Erntedankfest.

Kwanzaa – Bedeutung in den Afrikanischen Kulturen

Die Zeremonie nimmt einen großen Stellenwert in den Afrikanischen Kulturen ein. In Nigeria wird es sieben Tage lang gefeiert. Es ist eine Danksagung an die Natur und eine Huldigung der Vorfahren.
Kwanzaa, wie ich es im Folgenden vorstellen möchte, ist eine Kreation der African-Americans. Zum Begriff African-American: Ich bezeichne mich als Afro-Deutsche mit nigerianischem Ursprung.

Was ist das Besondere am Amerikanischen Kwanzaa?

Das Besondere daran ist die Entstehungsgeschichte. Kwanzaa wurde 1966 von Dr. Mulana Karenga formuliert, entwickelt und eingeführt. Kwanzaa setzt sich zusammen aus "mutunda (Früchte) ya kwanzaa (erste)".

Beweggrund für die Notwendigkeit von Kwanzaa

Das Ziel von Kwanzaa ist es, Schwarze Menschen als Einheit zusammenzuführen und eine gemeinsame Geschichte zu implizieren. Das Fest soll den sozialen Zusammenhalt und die Besinnung der kulturellen Werte verstärken. In dieser Zeit hatten viele African-Americans keine eigene kulturelle Identität. Oftmals war ihnen ihr eigenes afrikanisches Ursprungsland nicht bekannt. Ihre eigene Kultur wurde während der Sklaverei vernichtet, verboten und auch vergessen. Die bis dahin bekannten Feiertage waren europäischer Natur.

Zahlreiche politische Richtlinien waren vorhanden

Dr. Martin Luther King vertrat die Versöhnungspolitik. Malcolm X stand für die Konfrontation mit der Geschichte. Marcus Garvey wollte die Rückführung der African-Americans nach Afrika. Dr. Mulana Karenge schuf mit dem Kwanzaa eine gemeinsame kulturelle Basis für African-Americans.

Kwanzaa: Neutralität

Kwanzaa ist nicht politisch und auch nicht religiös. Es kann somit von allen Menschen gefeiert werden, egal welcher politischen oder religiösen Richtung sie angehören. Kwanzaa ist ein spirituelles Fest. Es ist ein Fest für Kinder und Familien: Kwanzaa soll die Menschen, Familien d.h. Eltern, Kinder und die Natur miteinander verbinden. Es soll den Zusammenhalt zwischen den Familien und ihren Bedürfnisse fördern. Die Vergangenheit soll vergegenwärtigt werden, um damit die Zukunft produktiver zu gestalten.

Kwanzaa ist das Fest, um die höchsten Ideale der Gesellschaft zu feiern. Die höchsten Ideale werden durch die sieben Prinzipien des Kwanzaa-Festes beschrieben:

Nguzo-Saba (= "Die Frucht vor Gott ist der Beginn der Weisheit")

  1. Umoja = Einheit mit der Familie, der Gesellschaft, Nation und Rasse finden.

  2. Kujichagulia = Selbstbestimmung,
    "Freier-Wille" (d.h. wer wir sind, z.B. eigene Sprache, Name)

  3. Ujima = Gruppenarbeit und Verantwortung; Namensgebung
    Letztendlich einfach der Schmied unserer eigenen Schicksale sein.

  4. Ujamaa = Kooperative Wirtschaftlichkeit, Gruppenarbeit und Verantwortung
    - eigene Probleme selber und gemeinsam lösen.

  5. Nia = Sinn und Zweck
    Die Bewahrung der Verhältnisse unserer Vorfahren. Den Zweck, unsere Mission im Leben zu finden, damit kulturelle und gesellschaftliche Errungenschaften bewahrt werden.

  6. Kumba = Kreativität
    Alles so gut wie möglich tun, um die Welt schöner und sinnvoller zu hinterzulassen, als wir sie bekommen haben, d.h. unsere individuellen Gaben und Talente, Vorstellungskraft und Kreativität zu nutzen, um Harmonie und Schönheit in der Gesellschaft zu schaffen.

  7. Imani = Glaube / Vertrauen
    an uns selbst, Familie, Gesellschaft, der Glaube an das zukünftig Gute.

Alle diese sieben Prinzipien "Nguzo Saba" sollen helfen, den Rassismus, der in unseren Gesellschaften vorherrscht, zu unterdrücken und zu überwinden.

Die sieben Symbole des Kwanzaa-Festes

Unteroffizier Jennifer Myers, Gleichstellungsbeauftragte bei der US-Luftwaffe, demonstriert Rituale des Kwanzaa-Festes. (© Public Domain, Foto: Christopher Myers)

Das Kwanzaa-Fest begleiten noch sieben Symbole, auf die ich nur kurz eingehen möchte.

  1. Mkeke


    Eine Strohmatte, die als Fundament dient. Alle anderen Sachen werden darauf platziert.

  2. Kinara


    Kerzenhalter mit sieben Kerzen. Drei rote für das Blut als Mahnmal der Geschichte für das Blutvergießen, eine schwarze Kerze als Symbol für das schwarze Volk, drei grüne Kerzen kennzeichnen das Land. Die Farben der Flagge des Pan-Afrikanismus dienen heute der African-American-Liberalismusbewegung. Es dient und steht als das Symbol für die Herkunft aller Schwarzen Menschen. Die Kerze hat eine Ähnlichkeit mit dem Maiskolben. Der Erstgeborene reproduziert sich selbst sowie aus einem Maiskolben mehrere entstehen. Es steht für den Fluss des Lebens.

  3. Mshuma


    Steht für die sieben Prinzipien "Nguzo Saba".

  4. Muhindi


    Das Potenzial der Familie. Die Reproduzierungskraft des Maiskorns als Unendlichkeit.

  5. Kikombe cha Umoja


    Gefäß, aus dem getrunken wird – Huldigung der Vorfahren.

  6. Zawaidi


    Repräsentiert die Kinder.

  7. Kamaru


    Ist die Faust, welche die Gesellschaft vereinigt. Wird am 31. Dezember mit Musik, Essen und Tanz gefeiert.

Fazit

Es ist deutlich geworden, dass Kwanzaa viel mehr ist als ein Fest. Es ist eine Lebenseinstellung. Dass Kwanzaa vom 26. Dezember bis zum 1. Januar gefeiert wird, soll einfach als Erinnerung an das Gute dienen, an die Hoffnungen, als Danksagung an die positiven Errungenschaften des Jahres und es soll diese gleichzeitig feiern.

Wir erinnern uns an unsere Vorfahren und wollen ihnen huldigen. Diese Huldigung hat eine zentrale Bedeutung im afrikanischen Verständnis. Die Vorfahren bestimmen unsere Zukunft. Ihre Geschichte soll bewahrt werden, um Wissen, Identität und Kraft zu gewinnen. Es ist essentiell, dass die Vergangenheit vergegenwärtigt wird, um die Gegenwart zu verstehen und daraus Lebenskraft zu schöpfen.

Ich habe es mir zum Ziel gemacht, diese Ursprünge zu bewahren und weiterzuleben, um Schwarzes Bewusstsein als Selbstverständnis geltend zu machen. In diesem Sinne sage ich "Kwaheri", d.h. "Alles Gute" und "Auf Wiedersehen".

Fussnoten

Dipl.Wirt.Ing. Adetoun Adebisi, geb. in Lagos, Nigeria. Studium in Köln. Ihre Interessen gelten dem Wissens- und Qualitätsmanagement. Mit "Kwaanza" widmet sie sich hier einer Praxis, welche die Black Diaspora stärken helfen soll.