Das Projektteam Lokaljournalisten gibt das Service-Magazin drehscheibe sowie die dazugehörige Website heraus. Das Team wird immer wieder neu zusammengestellt. Dabei wird Wert auf eine Mischung aus erfahrenen Lokalredakteurinnen und -redakteuren und wissenschaftlichen Expertise gelegt. Seit Anfang 2019 ist das neunte Projektteam im Amt. Es entwickelt zusammen innovative Formate und Produkte, erschließt aktuelle Themenfelder – und das immer nah an der Praxis. Die Mitglieder sehen sich als Mutmacher und Motivatoren. In seiner Arbeit will das Team Schwerpunkte auf Trends, leistungsstarke Ideen und moderne Lösungen für den Lokaljournalismus legen.
Seit November 2018 steht das Lokaljournalistenprogramm der bpb unter der Leitung von Anke Vehmeier. Vom Projektteam erwartet Anke Vehmeier einen Innovationsschub in allen Projekten, die im Zusammenhang mit dem Lokaljournalistenprogramm der bpb stehen. „Außerdem erhoffe ich mir einen offenen und kritischen Praxisabgleich, der unsere Nutzer fest im Blick hat. Die Mitglieder des PLJ sollen die Frage beantworten, wie unser Programm 'Hilfe zur Selbsthilfe' im digitalen Zeitalter erfolgreich nachhaltig verfestigt werden kann. Ziel muss es weiterhin sein, die Leitfunktion im Dialog um die Zukunft des Lokaljournalismus und seine Rolle in der demokratischen Gesellschaft in Deutschland zu übernehmen.“
Das 9. Projektteam Lokaljournalisten
Grit Baldauf
Grit Baldauf (© privat)
Grit Baldauf (© privat)
Regionalleiterin Mittelsachsen Freie Presse (Chemnitz)
Der Lokaljournalismus hat eine wichtige Aufgabe, da ist sich Grit Baldauf (Jahrgang 1970) sicher: „Er kann den in manchen Bereichen ins Stocken geratenen gesellschaftlichen Dialog wieder ankurbeln oder fördern.“ Wenn das Interesse an lokaler Politik, an Vorgängen in den Kommunen sinkt, dann könne Lokaljournalismus Zusammenhänge auf- und erklären, vermitteln und Fragen stellen. „Der Schnelllebigkeit und zerstörerischen Kraft von Falschmeldungen oder oberflächlichem, gesteuertem Nachrichtenverbreiten müssen wir unser wichtigstes Pfund, unsere Glaubwürdigkeit, entgegensetzen.“ Dafür müssten Lokaljournalisten neugierig und offen für Neues sein und Lust haben, lebenslang zu lernen, sagt Baldauf.
Berufliche Stationen
Volontariat bei der Freien Presse (Chemnitz)
Redakteurin in den Lokalredaktionen Aue (Westerzgebirge) und Flöha
Redakteurin in der Lokalredaktion Chemnitz
Stellvertretende Leiterin der Lokalredaktion Chemnitz
Seit November 2013: Regionalleiterin der Freien Presse (Chemnitz). Verantwortlich für die Lokalredaktionen der Ausgaben Freiberg, Mittweida, Flöha und Rochlitz
Katja Bauroth
Katja Bauroth (© privat)
Katja Bauroth (© privat)
Redaktionsleiterin Lokal und stellv. Chefredakteurin Lokal Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung
Katja Bauroth (Jahrgang 1976) ist ein Kind der Tageszeitung. Sie schrieb bereits als Schülerin für die nach der Wende neu gegründete Südthüringer Zeitung und blieb fortan dem Journalismus treu. Als „Herzensangelegenheit“ bezeichnet sie den Lokaljournalismus in Zeiten der Digitalisierung. Er müsse „nicht mehr nur auf Papier, sondern genauso mit Aktualität in der digitalen Welt und in Social-Media-Kanälen glänzen“, findet Bauroth. Für ihre Mitarbeit im Projektteam Lokaljournalisten hat sie eine konkrete Idee: „Ich möchte mit den Kollegen in Deutschland und darüber hinaus aufzeigen, warum keiner auf Lokalnachrichten verzichten kann und vor allem, warum der Konsument dafür auch gerne bezahlt.“
Berufliche Stationen
Volontariat bei der Südthüringer Zeitung
Dort Redakteurin für Lokales und Sport
Sportredakteurin bei der Fuldaer Zeitung
Redakteurin des Verlags Wimmer Medien in Oberösterreich und Leiterin der Redaktion und Produktion des boulevardesken Infotainmentprodukts Oberösterreichs Neue
Stationen in der PR- und Zeitschriftenbranche
Leiterin der Lokalredaktion und des Newsdesks der Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung
Seit Januar 2025 Head of Content Haas Publishing
Dr. Sarah Brasack
Sarah Brasack (© privat)
Sarah Brasack (© privat)
Stellv. Chefredakteurin Kölner Stadt-Anzeiger
Die Herausforderungen für Lokaljournalisten wachsen immens: „Sie sollen ihre Geschichten multimedial und kanalspezifisch herstellen und zum jeweils passenden Zeitpunkt ausspielen, kuratierte Newsletter, Whats-App-Gruppen und Instagram bespielen – bei gleichzeitig steigendem personellen und finanziellen Druck“, sagt Sarah Brasack (Jahrgang 1979). Die Komplexität nehme auch auf der technischen Seite zu. „Für Lokaljournalisten bedeutet diese Entwicklung, sich vor jeder Geschichte zu überlegen: Wer ist meine Zielgruppe? Welchen Mehrwert bietet meine Geschichte?“ Der Austausch über Inhalte und Strategien, Haltung und Technik werde stets wichtiger. Mit ihrer Mitarbeit im Projektteam will Brasack ihren Teil zu diesem Gespräch beitragen.
Berufliche Stationen
Studium der Musikwissenschaften, Erziehungswissenschaften und Neueren Deutschen Literatur und Promotion im Fach Musikwissenschaften
Mehrere Jahre lang wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin an der Universität Bonn, zudem arbeitete sie an Fortbildungen des Lokaljournalistenprogramms mit, unter anderem 2018 als Seminarleiterin beim Modellseminar Kommunalpolitik
2010: Volontariat beim Kölner Stadt-Anzeiger, danach Redakteurin der Leverkusener Ausgabe sowie drei Jahre lang als
Redaktionsleiterin der Ausgabe Rhein-Berg
Stellvertretende Ressortleiterin der Kölner Lokalredaktion mit dem Schwerpunkt Digitales
Leitende Redakteurin und Premium Content Managerin beim Kölner Stadt-Anzeiger für das Thema Paid Content sowie die Planung und Konzeption von Premium-Inhalten
Yannick Dillinger
Yannick Dillinger (© privat)
Yannick Dillinger (© privat)
Chefredakteur Rheinpfalz
Die Zusammensetzung des Projektteams verspreche „sehr vielfältigen Input“, sagt Yannick Dillinger (Jahrgang 1983). „Das ist inspirierend und wichtig: Denn auch relevanter und erfolgreicher Lokaljournalismus ist vielfältig. Er bildet die vielen Facetten in diesem Land ab – all die unterschiedlichen Überzeugungen, Bedürfnisse, Wünsche und Ängste der Menschen. Er ermöglicht Lesern Zugang zu Informationen, die für die politische Willensbildung und den konkreten Alltag in ihrer Stadt oder ihrer Gemeinde unerlässlich sind“, meint Dillinger. Für ihn sei es eine große Ehre, an Lösungen für die Zukunftsfestigkeit des Lokaljournalismus mitarbeiten zu dürfen.
Berufliche Stationen
Studium der Germanistik, Politikwissenschaften und Pädagogik
Volontariat beim Vogtland-Anzeiger in Plauen
2009 bis 2012: Lokalredakteur der Schwäbischen Zeitung
2012 bis 2014: Digitalredakteur der Schwäbischen Zeitung, danach Leiter Digitales
Seit 2016: Mitglied der Vor-Jury des Nannen Preises
Seit 2017: Stellvertretender Chefredakteur der Schwäbischen Zeitung
Ab Sommer 2019: Stellvertretender Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen
Michael Husarek
Michael Husarek (© privat)
Michael Husarek (© privat)
Chefredakteur Nürnberger Nachrichten
Michael Husarek (Jahrgang 1966) freut sich auf die Zusammenarbeit mit Kollegen, „denen der Lokaljournalismus ebenso am Herzen liegt wie mir“. Er will mit den Mitgliedern des Projektteams nach neuen Strategien und Lösungen suchen und neue Ausspielkanäle finden. Als Lokaljournalist will Husarek das regionale Profil schärfen. Sein Augenmerk gilt zudem der Frage, welche Zielgruppe mit welchem journalistischen Angebot erreicht werden kann. Der sechsfache Vater ist fest davon überzeugt, dass die Frage nach der Relevanz von Themen in Redaktionen noch intensiver diskutiert werden muss – dafür bedarf es auch einer soliden Datenbasis. „Lokale Berichterstattung ist das wichtigste Gut, denn was in der Nachbarschaft passiert, ist entscheidend für die Menschen. Und unser Job ist es, dort genau hinzuschauen, kritisch zu hinterfragen und qualitätsvoll zu berichten.“
Berufliche Stationen
Studium: Magister Artium (Politische Wissenschaften, Neuere und Osteuropäische Geschichte) in Erlangen und Paris
1993 bis 1995: Volontariat bei den Nürnberger Nachrichten
Politikredakteur bei den Nürnberger Nachrichten
Ressortleiter Neumarkter Nachrichten
Leiter Außenredaktionen der Nürnberger Nachrichten
Stellvertretender Chefredakteur und Lokalchef
Seit 2016: Chefredakteur der Nürnberger Nachrichten
Lars Reckermann
Lars Reckermann (© privat)
Lars Reckermann (© privat)
Chefredakteur Zeitungsgruppe Ostfriesland (Leer)
Kreative Menschen zusammenzubringen und kluge Journalistenköpfe miteinander zu vernetzen, darauf freut sich Lars Reckermann (Jahrgang 1970) als Mitglied des Projektteams: „Was für eine spannende Zeit für Journalisten. Und ich meine mit ‚spannend‘ jetzt nicht die Frage, ob ich in zwei Jahren noch einen Job habe. Wir sind gezwungen, uns anzustrengen. Wir sind gezwungen, gute Arbeit abzuliefern. Wir sind gezwungen, neue Wege einzuschlagen.“ Journalismus ist Teamarbeit, sagt Reckermann: „So nah wie Lokaljournalisten kommt niemand an die Bürger heran. Diese Nähe noch deutlicher zu machen und in einigen Bereichen wiederherzustellen, das liegt mir am Herzen. Ich freue mich auf neue Formate, auf etwas Start-up-Gefühle für den traditionellen Journalismus, und ich freue mich diebisch darauf, alle guten Einfälle, die sich bei den Seminaren entwickeln, rigoros zu klauen.“
Berufliche Stationen
Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Germanistik in Münster
Volontariat beim Hellweger Anzeiger, Redaktionsleiter in Unna
2005: Redaktionsleiter der Westfälischen Rundschau, Qualitätsbeauftragter für alle Lokalausgaben und später stellvertretender Chefredakteur
2013/2014: Jurymitglied des Nannen Preises
Bis August 2016: Chefredakteur der Schwäbischen Post und Gmünder Tagespost
Seit 2016: Chefredakteur der Nordwest-Zeitung in Oldenburg
Thomas Schwarz
Thomas Schwarz (© privat)
Thomas Schwarz (© privat)
Verantwortlicher Bereich Wirtschaft Allgäuer Zeitung
Als Mitglied des Projektteams Lokaljournalisten freut sich Thomas Schwarz (Jahrgang 1968) darauf, selbst Akzente für den Lokaljournalismus mit Ideen und Engagement zu setzen: „Aus meiner Sicht hat der Lokaljournalismus auch trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen der Verlage eine Zukunft – weil die Menschen immer noch wissen möchten, was vor ihrer Haustür passiert. Und das müssen nicht nur ‚Knaller-Geschichten‘ sein, sondern auch ganz normale Menschel- und vor allem Hintergrundstücke samt Einordnung.“ Wichtig ist ihm speziell die Förderung des journalistischen Nachwuchses – egal ob als feste oder freie Mitarbeiter.
Berufliche Stationen
Magister-Studium in den Fächern Geschichte, Politik und Strafrecht in Gießen
Volontariat bei der Lausitzer Rundschau in Cottbus und in Bad Liebenwerda
Danach neun Jahre Lokalredakteur bei der Wetzlarer Neuen Zeitung
Danach 14 Jahre bei der Frankfurter Neuen Presse, zunächst als Leiter der Redaktion Wetterau/Main-Kinzig in Bad Vilbel und zuletzt als Leiter des Newsrooms in der Frankfurter Zentrale
Von 2018 bis 2021: Redaktionsleiter der Memminger Zeitung
Seit Oktober 2021: Wirtschaftsressort der Allgäuer Zeitung in Kempten
Prof. Dr. Annika Sehl
Annika Sehl (© Drehscheibe)
Annika Sehl (© Drehscheibe)
Lehrstuhl für Journalistik mit dem Schwerpunkt Medienstrukturen und Gesellschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
Im Projektteam möchte Annika Sehl (Jahrgang 1983) vor allem ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse praktisch einbringen, „um den Lokaljournalismus, der mit vielen Herausforderungen konfrontiert ist, zu stärken. Themen, die mich dabei besonders beschäftigen, sind die digitale Transformation von Medienorganisationen, das veränderte Verhältnis zum Leser im Digitalen Journalismus und neue Darstellungsformen wie der Datenjournalismus.“
Berufliche Stationen
2011 bis 2015: Mitglied in Nominierungskommission und der Jury des Grimme-Preises
2012/2013: Professur für Online- und Printjournalismus am Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund
2014/2015: Professur für Kommunikationswissenschaft, insbesondere Klima- und Wissenschaftskommunikation, im Fachgebiet Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Hamburg
2015 bis 2018: Research Fellow am Reuters Institute for the Study of Journalism der University of Oxford, Großbritannien
2018: Visiting Scholar am Department of Communication Studies der Northwestern University in Evanston, Illinois, USA
10/2018 bis September 2022: Professorin für Digitalen Journalismus am Institut für Journalistik der Universität der Bundeswehr München und Research Associate am Reuters Institute for the Study of Journalism der University of Oxford, Großbritannien
Seit Oktober 2022:Lehrstuhl für Journalistik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt