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Projektteam Lokaljournalisten

/ 7 Minuten zu lesen

Das Projektteam Lokaljournalisten (PLJ) ist das Herausgeberteam der drehscheibe. Seine Mitglieder sind erfahrene Lokalredakteurinnen und -redakteure. Sie sind zugleich wichtige Berater und Vordenker für das Lokaljournalistenprogramm der Bundeszentrale für politische Bildung. Das Team garantiert, dass alle Projekte sich am redaktionellen Alltag orientieren.

Das Projektteam Lokaljournalisten gibt das Service-Magazin drehscheibe sowie die dazugehörige Website heraus. Das Team wird immer wieder neu zusammengestellt. Dabei wird Wert auf eine Mischung aus erfahrenen Lokalredakteurinnen und -redakteuren und wissenschaftlichen Expertise gelegt. Seit Anfang 2019 ist das neunte Projektteam im Amt. Es entwickelt zusammen innovative Formate und Produkte, erschließt aktuelle Themenfelder – und das immer nah an der Praxis. Die Mitglieder sehen sich als Mutmacher und Motivatoren. In seiner Arbeit will das Team Schwerpunkte auf Trends, leistungsstarke Ideen und moderne Lösungen für den Lokaljournalismus legen.

Seit November 2018 steht das Lokaljournalistenprogramm der bpb unter der Leitung von Anke Vehmeier. Vom Projektteam erwartet Anke Vehmeier einen Innovationsschub in allen Projekten, die im Zusammenhang mit dem Lokaljournalistenprogramm der bpb stehen. „Außerdem erhoffe ich mir einen offenen und kritischen Praxisabgleich, der unsere Nutzer fest im Blick hat. Die Mitglieder des PLJ sollen die Frage beantworten, wie unser Programm 'Hilfe zur Selbsthilfe' im digitalen Zeitalter erfolgreich nachhaltig verfestigt werden kann. Ziel muss es weiterhin sein, die Leitfunktion im Dialog um die Zukunft des Lokaljournalismus und seine Rolle in der demokratischen Gesellschaft in Deutschland zu übernehmen.“

Das 9. Projektteam Lokaljournalisten

Grit Baldauf

Grit Baldauf (© privat)

Regionalleiterin Mittelsachsen Freie Presse (Chemnitz)

Der Lokaljournalismus hat eine wichtige Aufgabe, da ist sich Grit Baldauf (Jahrgang 1970) sicher: „Er kann den in manchen Bereichen ins Stocken geratenen gesellschaftlichen Dialog wieder ankurbeln oder fördern.“ Wenn das Interesse an lokaler Politik, an Vorgängen in den Kommunen sinkt, dann könne Lokaljournalismus Zusammenhänge auf- und erklären, vermitteln und Fragen stellen. „Der Schnell­lebigkeit und zerstörerischen Kraft von Falschmeldungen oder oberflächlichem, gesteuertem Nachrichtenverbreiten müssen wir unser wichtigstes Pfund, unsere Glaubwürdigkeit, entgegensetzen.“ Dafür müssten Lokaljournalisten neugierig und offen für Neues sein und Lust haben, lebenslang zu lernen, sagt Baldauf.

Berufliche Stationen

  • Volontariat bei der Freien Presse (Chemnitz)

  • Redakteurin in den Lokalredaktionen Aue (Westerzgebirge) und Flöha

  • Redakteurin in der Lokalredaktion Chemnitz

  • Stellvertretende Leiterin der Lokalredaktion Chemnitz

  • Seit November 2013: Regionalleiterin der Freien Presse (Chemnitz). Verantwortlich für die Lokalredaktionen der Ausgaben Freiberg, Mittweida, Flöha und Rochlitz

Katja Bauroth

Katja Bauroth (© privat)

Redaktionsleiterin Lokal und stellv. Chefredakteurin Lokal Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung

Katja Bauroth (Jahrgang 1976) ist ein Kind der Tageszeitung. Sie schrieb bereits als Schülerin für die nach der Wende neu gegründete Südthüringer Zeitung und blieb fortan dem Journalismus treu. Als „Herzensangelegenheit“ bezeichnet sie den Lokaljournalismus in Zeiten der Digitalisierung. Er müsse „nicht mehr nur auf Papier, sondern genauso mit Aktualität in der digitalen Welt und in Social-Media-Kanälen glänzen“, findet Bauroth. Für ihre Mitarbeit im Projektteam Lokaljournalisten hat sie eine konkrete Idee: „Ich möchte mit den Kollegen in Deutschland und darüber hinaus aufzeigen, warum keiner auf Lokalnachrichten verzichten kann und vor allem, warum der Konsument dafür auch gerne bezahlt.“

Berufliche Stationen

  • Volontariat bei der Südthüringer Zeitung

  • Dort Redakteurin für Lokales und Sport

  • Sportredakteurin bei der Fuldaer Zeitung

  • Redakteurin des Verlags Wimmer Medien in Oberösterreich und Leiterin der Redaktion und Produktion des boulevardesken Infotainmentprodukts Oberösterreichs Neue

  • Stationen in der PR- und Zeitschriftenbranche

  • Leiterin der Lokalredaktion und des Newsdesks der Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung

  • Seit Januar 2025 Head of Content Haas Publishing

Dr. Sarah Brasack

Sarah Brasack (© privat)

Stellv. Chefredakteurin Kölner Stadt-Anzeiger

Die Herausforderungen für Lokaljournalisten wachsen immens: „Sie sollen ihre Geschichten multimedial und kanalspezifisch herstellen und zum jeweils passenden Zeitpunkt ausspielen, kuratierte Newsletter, Whats-App-Gruppen und Instagram bespielen – bei gleichzeitig steigendem personellen und finanziellen Druck“, sagt Sarah Brasack (Jahrgang 1979). Die Komplexität nehme auch auf der technischen Seite zu. „Für Lokaljournalisten bedeutet diese Entwicklung, sich vor jeder Geschichte zu überlegen: Wer ist meine Zielgruppe? Welchen Mehrwert bietet meine Geschichte?“ Der Austausch über Inhalte und Strategien, Haltung und Technik werde stets wichtiger. Mit ihrer Mitarbeit im Projektteam will Brasack ihren Teil zu diesem Gespräch beitragen.

Berufliche Stationen

  • Studium der Musikwissenschaften, Erziehungswissenschaften und Neueren Deutschen Literatur und Promotion im Fach Musikwissenschaften

  • Mehrere Jahre lang wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin an der Universität Bonn, zudem arbeitete sie an Fortbildungen des Lokaljournalistenprogramms mit, unter anderem 2018 als Seminarleiterin beim Modellseminar Kommunalpolitik

  • 2010: Volontariat beim Kölner Stadt-Anzeiger, danach Redakteurin der Leverkusener Ausgabe sowie drei Jahre lang als

  • Redaktionsleiterin der Ausgabe Rhein-Berg

  • Stellvertretende Ressortleiterin der Kölner Lokalredaktion mit dem Schwerpunkt Digitales

  • Leitende Redakteurin und Premium Content Managerin beim Kölner Stadt-Anzeiger für das Thema Paid Content sowie die Planung und Konzeption von Premium-Inhalten

Yannick Dillinger

Yannick Dillinger (© privat)

Chefredakteur Rheinpfalz

Die Zusammensetzung des Projektteams verspreche „sehr vielfältigen Input“, sagt Yannick Dillinger (Jahrgang 1983). „Das ist inspirierend und wichtig: Denn auch relevanter und erfolgreicher Lokaljournalismus ist vielfältig. Er bildet die vielen Facetten in diesem Land ab – all die unterschiedlichen Überzeugungen, Bedürfnisse, Wünsche und Ängste der Menschen. Er ermöglicht Lesern Zugang zu Informationen, die für die politische Willensbildung und den konkreten Alltag in ihrer Stadt oder ihrer Gemeinde unerlässlich sind“, meint Dillinger. Für ihn sei es eine große Ehre, an Lösungen für die Zukunftsfestigkeit des Lokaljournalismus mitarbeiten zu dürfen.

Berufliche Stationen

  • Studium der Germanistik, Politikwissen­schaften und Pädagogik

  • Volontariat beim Vogtland-Anzeiger in Plauen

  • 2009 bis 2012: Lokalredakteur der Schwäbischen Zeitung

  • 2012 bis 2014: Digitalredakteur der Schwäbischen Zeitung, danach Leiter Digitales

  • Seit 2016: Mitglied der Vor-Jury des Nannen Preises

  • Seit 2017: Stellvertretender Chefredakteur der Schwäbischen Zeitung

  • Ab Sommer 2019: Stellvertretender Chef­redakteur der Augsburger Allgemeinen

Michael Husarek

Michael Husarek (© privat)

Chefredakteur Nürnberger Nachrichten

Michael Husarek (Jahrgang 1966) freut sich auf die Zusammenarbeit mit Kollegen, „denen der Lokaljournalismus ebenso am Herzen liegt wie mir“. Er will mit den Mitgliedern des Projektteams nach neuen Strategien und Lösungen suchen und neue Ausspielkanäle finden. Als Lokaljournalist will Husarek das regionale Profil schärfen. Sein Augenmerk gilt zudem der Frage, welche Zielgruppe mit welchem journalistischen Angebot erreicht werden kann. Der sechsfache Vater ist fest davon überzeugt, dass die Frage nach der Relevanz von Themen in Redaktionen noch intensiver diskutiert werden muss – dafür bedarf es auch einer soliden Datenbasis. „Lokale Berichterstattung ist das wichtigste Gut, denn was in der Nachbarschaft passiert, ist entscheidend für die Menschen. Und unser Job ist es, dort genau hinzuschauen, kritisch zu hinterfragen und qualitätsvoll zu berichten.“


Berufliche Stationen

  • Studium: Magister Artium (Politische Wissenschaften, Neuere und Osteuropäische Geschichte) in Erlangen und Paris

  • 1993 bis 1995: Volontariat bei den Nürnberger Nachrichten

  • Politikredakteur bei den Nürnberger Nachrichten

  • Ressortleiter Neumarkter Nachrichten

  • Leiter Außenredaktionen der Nürnberger Nachrichten

  • Stellvertretender Chefredakteur und Lokalchef

  • Seit 2016: Chefredakteur der Nürnberger Nachrichten

Lars Reckermann

Lars Reckermann (© privat)

Chefredakteur Zeitungsgruppe Ostfriesland (Leer)

Kreative Menschen zusammenzubringen und kluge Journalistenköpfe miteinander zu vernetzen, darauf freut sich Lars Reckermann (Jahrgang 1970) als Mitglied des Projektteams: „Was für eine spannende Zeit für Journalisten. Und ich meine mit ‚spannend‘ jetzt nicht die Frage, ob ich in zwei Jahren noch einen Job habe. Wir sind gezwungen, uns anzustrengen. Wir sind gezwungen, gute Arbeit abzuliefern. Wir sind gezwungen, neue Wege einzuschlagen.“ Journalismus ist Teamarbeit, sagt Reckermann: „So nah wie Lokaljournalisten kommt niemand an die Bürger heran. Diese Nähe noch deutlicher zu machen und in einigen Bereichen wiederherzustellen, das liegt mir am Herzen. Ich freue mich auf neue Formate, auf etwas Start-up-Gefühle für den traditionellen Journalismus, und ich freue mich diebisch darauf, alle guten Einfälle, die sich bei den Seminaren entwickeln, rigoros zu klauen.“

Berufliche Stationen

  • Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Germanistik in Münster

  • Volontariat beim Hellweger Anzeiger, Redaktionsleiter in Unna

  • 2005: Redaktionsleiter der Westfälischen Rundschau, Qualitätsbeauftragter für alle Lokalausgaben und später stellvertretender Chefredakteur

  • 2013/2014: Jurymitglied des Nannen Preises

  • Bis August 2016: Chefredakteur der Schwäbischen Post und Gmünder Tagespost

  • Seit 2016: Chefredakteur der Nordwest-Zeitung in Oldenburg

Thomas Schwarz

Thomas Schwarz (© privat)

Verantwortlicher Bereich Wirtschaft Allgäuer Zeitung

Als Mitglied des Projektteams Lokaljournalisten freut sich Thomas Schwarz (Jahrgang 1968) darauf, selbst Akzente für den Lokaljournalismus mit Ideen und Engagement zu setzen: „Aus meiner Sicht hat der Lokaljournalismus auch trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen der Verlage eine Zukunft – weil die Menschen immer noch wissen möchten, was vor ihrer Haustür passiert. Und das müssen nicht nur ‚Knaller-Geschichten‘ sein, sondern auch ganz normale Menschel- und vor allem Hintergrundstücke samt Einordnung.“ Wichtig ist ihm speziell die Förderung des journalistischen Nachwuchses – egal ob als feste oder freie Mitarbeiter.

Berufliche Stationen

  • Magister-Studium in den Fächern Geschichte, Politik und Strafrecht in Gießen

  • Volontariat bei der Lausitzer Rundschau in Cottbus und in Bad Liebenwerda

  • Danach neun Jahre Lokalredakteur bei der Wetzlarer Neuen Zeitung

  • Danach 14 Jahre bei der Frankfurter Neuen Presse, zunächst als Leiter der Redaktion Wetterau/Main-Kinzig in Bad Vilbel und zuletzt als Leiter des Newsrooms in der Frankfurter Zentrale

  • Von 2018 bis 2021: Redaktionsleiter der Memminger Zeitung

  • Seit Oktober 2021: Wirtschaftsressort der Allgäuer Zeitung in Kempten

Prof. Dr. Annika Sehl

Annika Sehl (© Drehscheibe)

Lehrstuhl für Journalistik mit dem Schwerpunkt Medienstrukturen und Gesellschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

Im Projektteam möchte Annika Sehl (Jahrgang 1983) vor allem ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse praktisch einbringen, „um den Lokaljournalismus, der mit vielen Herausforderungen konfrontiert ist, zu stärken. Themen, die mich dabei besonders beschäftigen, sind die digitale Transformation von Medienorganisationen, das veränderte Verhältnis zum Leser im Digitalen Journalismus und neue Darstellungsformen wie der Datenjournalismus.“

Berufliche Stationen

  • 2011 bis 2015: Mitglied in Nominierungs­kommission und der Jury des Grimme-Preises

  • 2012/2013: Professur für Online- und Printjournalismus am Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund

  • 2014/2015: Professur für Kommunikations­wissenschaft, insbesondere Klima- und Wissenschaftskommunikation, im Fachgebiet Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Hamburg

  • 2015 bis 2018: Research Fellow am Reuters Institute for the Study of Journalism der University of Oxford, Großbritannien

  • 2018: Visiting Scholar am Department of Communication Studies der Northwestern University in Evanston, Illinois, USA

  • 10/2018 bis September 2022: Professorin für Digitalen Journalismus am Institut für Journalistik der Universität der Bundeswehr München und Research Associate am Reuters Institute for the Study of Journalism der University of Oxford, Großbritannien

  • Seit Oktober 2022:Lehrstuhl für Journalistik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

Fussnoten

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