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Macht, Daten, Krieg Gespräch mit Constanze Kurz im Rahmen der Fachtagung „Technologien des Krieges“
Über die Veranstaltung
Wer die Telekommunikation und die Bewegungen von Bevölkerungsteilen in einem Gebiet verfolgen und analysieren will, braucht für die Verarbeitung dieser enormen Datenmengen leistungsfähige Software und ausreichende Speicherkapazitäten. Das gilt für zivile Zwecke, in besonderem Maße jedoch für den Einsatz im Krieg, wenn Standortdaten von Mobiltelefonen, Video- und Drohnenaufnahmen oder abgehörte Telefongespräche möglichst in Echtzeit verarbeitet werden sollen.
Dies ist nur durch professionelle Automatisierung möglich, wie sie von großen Technologiekonzernen wie Palantir für militärische Anwendungen angeboten werden. Diese Unternehmen entwickeln und verkaufen automatisierte Systeme, wie etwa das bekannt gewordene „Lavender“, die heterogene Informationsquellen zusammenführen und Datenbanken durchsuchen, um Menschen anhand ihrer Datenprofile und Verhaltensmuster zu identifizieren. Die daraus gewonnenen Ergebnisse können zur Markierung von Zielpersonen und letztlich zu Angriffen führen, die gegen diese angeordnet werden.
Solche Systeme werfen drängende Fragen nach Ethik und Verantwortung, nach der rechtlichen Zulässigkeit und nicht zuletzt nach ihrer Zuverlässigkeit auf. Diese Fragen werden bislang noch nicht ausreichend diskutiert.
Über diese und weitere Aspekte spricht Prof. Dr. Constanze Kurz am 19. September 2026 um 19:30 Uhr in der Evangelischen Akademie Tutzing.
Die Fachtagung des Sachgebiets Internationales und Europa unter dem Titel „Technologien des Krieges“ findet vom 18. bis 20. September 2026 in der Evangelischen Akademie Tutzing statt. Das zentrale Thema ist die Wechselbeziehung zwischen einer beschleunigten technologischen Entwicklung und gegenwärtigen Kriegen.
Nicht zum ersten Mal in der Geschichte treibt die Kriegsführung technologische Entwicklungen voran – selbst das Internet entstand im Kontext des Kalten Krieges. Heute stellen sich jedoch neue Fragen: Tech-Oligarchen versuchen, ihre Vorstellungen von Weltordnung durchzusetzen, während Künstliche Intelligenz zunehmend Entscheidungen beeinflussen oder selbst treffen kann. Zugleich zeigen Beispiele, dass KI, Social Media und digitale Technologien auch Bürgersinn und demokratische Beteiligung stärken sowie die Dokumentation von Kriegsverbrechen ermöglichen können.
Die Tagung beleuchtet diese Chancen und Herausforderungen interdisziplinär. Ein besonderer Fokus liegt auf der Ukraine, wo soziale Vernetzung und technologische Innovationen neue Handlungsräume des Widerstands schaffen.
Die Abendveranstaltung mit Constanze Kurz ist für alle Interessierten offen. Eine Anmeldung zur gesamten Tagung ist nicht mehr möglich.
Hinweise zur Veranstaltung
Veranstaltungsadresse:
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Veranstalter:
Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Tutzing
Zielgruppe:
Interessierte Öffentlichkeit, politische Bildnerinnen und Bildner, Journalistinnen und Journalisten, Mitarbeitende von NGOs, Kulturschaffende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Anfahrtsbeschreibung:
Der Ort Tutzing liegt knapp 40 km südlich von München am Westufer des Starnberger Sees.
Die Akademie verfügt über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen.
Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Mit dem PKW
Mit dem Auto fahren Sie von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg, von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing. In Tutzing ist der Weg zur Akademie ausgeschildert.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Ab München Hbf: S-Bahn S6 (Tiefgeschoss) bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee, Hauptstraße, Schlossstraße.
Anmeldung:
Teilnahmegebühr: kostenlos