14. Bundeskongress politische Bildung 2019


Fina Wiese

Fina Wiese
Ich bin 29 Jahre alt und komme ursprünglich aus Osnabrück in Niedersachsen. Vor siebeneinhalb Jahren kam ich für mein Anglistikstudium nach Leipzig. Neben Englischer Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft studierte ich im Wahlbereich noch Ethnologie, Keltische Studien und Modernes Irisch als Minderheitssprache. Nach dem Studium arbeitete ich zunächst freiberuflich für verschiedene Sprachschulen als Englischlehrerin. Mich hat Sprache schon immer fasziniert, als Werkzeug der Kommunikation aber insbesondere auch als Zugang zu Kultur. So war ich bereits als Jugendliche zum Austausch in Italien, Frankreich und Südafrika und bin voller Neugierde in mir unbekannte Sprachen und Welten eingetaucht. Zwischen Schulzeit und Studium verbrachte ich mehrere Monate in Australien zum Reisen und Arbeiten, während des Studiums leistete ich mit der Caritas Freiwilligenarbeit in Russland und absolvierte ein Auslandssemester in England. Vor zwei Jahren erinnerte ich mich zum ersten Mal bewusst an all meine "großen Reisen" zurück und stellte fest, dass jede dieser Auslandserfahrungen mich interkulturell lernen und persönlich wachsen lassen hat. Ich durfte Freundschaft, Gastfreundlichkeit und Toleranz an vielen verschiedenen Orten kennenlernen. Ebenso waren Misstrauen, Unsicherheit und Missverständnisse wiederkehrende Reisebegleiter und auch daraus lässt sich viel lernen. Für mich wurde im Rückblick vor allem deutlich welch große Bereicherung es birgt in so diversen Facetten, verschiedenen Sprachen und von vielen sehr unterschiedlichen Menschen gelernt zu haben. Aus dieser Erkenntnis entwickelte sich ein Bedürfnis andere junge Menschen zu motivieren und zu unterstützen über ihren Horizont hinaus zu reichen, um zu lernen, zu verstehen, ihren eigenen Weg zu gehen und sich ihre eigene Meinung zu bilden. Mittlerweile arbeite ich als Jugendleiterin für internationale Begegnung, leite Workshops und bin in die Planung, Koordination und Durchführung verschiedener internationaler Jugendprojekten involviert. Das Projekt wir weit weg der KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V. begleite ich seit 1,5 Jahren. Mir liegt dieses Projekt besonders am Herzen, weil Partizipation hier die Grundlage bildet. Die Teilnehmenden von wir weit weg planen ihre Jugendbegegnung selbst und lernen dadurch sich aktiv einzubringen, mit einer Gruppe zusammen zu arbeiten, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für diese zu übernehmen. Die Teilnehmenden machen in diesem gemeinsamen Prozess sehr wertvolle Erfahrungen und sammeln Erinnerungen die berühren und dadurch nachhaltig bilden.

In unserem Workshop am 08. März möchten meine Kollegin Babette Pohle und ich internationale Jugendarbeit und ihre (politische) Wirkung beleuchten und diskutieren und Möglichkeiten der partizipativen Projektgestaltung, am Beispiel von wir weit weg, vorstellen.