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26.5.2000 | Von:
Wolfram Kaiser

Die Welt im Dorf

Weltausstellungen von London 1851 bis Hannover 2000

Seit 1851 besuchen Millionen faszinierter Menschen die Weltausstellungen. Dort erleben sie, wie die Welt komprimiert in einem Ausstellungsdorf abgebildet wird.

Einleitung

Weltausstellungen haben seit London 1851 den Anspruch erhoben, die Welt komprimiert in einem Ausstellungsdorf abzubilden und dort ihren virtuellen Besuch zu ermöglichen [1] . Sie konstituierten globale öffentliche Räume, in denen Besucher, Berichterstatter, gesellschaftliche Gruppen und Staaten miteinander kommunizieren und gemeinsame Entwicklungsfragen der Menschheit verhandeln konnten. Im 19. Jahrhundert waren die Weltausstellungen sogar die einzigen Großereignisse, die regelmäßig eine Weltöffentlichkeit schufen. Sie waren so bedeutend, dass die Olympischen Spiele 1900 und 1904 mit den Ausstellungen in Paris und St. Louis gekoppelt wurden, um ihnen überhaupt internationale Aufmerksamkeit zu sichern.


Als internationale Großereignisse waren die Weltausstellungen so wirkungsmächtig, weil sie den Besuchern eine außergewöhnlich intensive Erfahrung versprachen. Eine Reise in achtzig Tagen um die Welt, wie sie Jules Vernes 1873 erzählte, war für einen Arbeiter aus Manchester oder einen Farmer aus Pennsylvania ein unerreichbarer Traum. Doch nach London oder Philadelphia zur Weltausstellung zu fahren, war nicht mehr unmöglich. Die Welt im Dorf sehen zu können war eine Illusion, aber so faszinierend, dass dafür zum Beispiel 1876 ein Waisenjunge aus Tennessee 1000 Kilometer per Anhalter mit Kutschen nach Philadelphia fuhr und einen Sommer lang Teller wusch, um seinen Schlafplatz und den Eintritt zu bezahlen [2] . Im Jahr 1851 hatten die Veranstalter immerhin sechs Millionen Eintrittskarten verkauft. In Paris 1900 waren es schon 50 Millionen. Die internationale Wirkung der Weltausstellungen resultierte allerdings nicht nur aus den Erlebnissen der Besucher und ihren Erzählungen, sondern auch aus ihrer ausführlichen Berichterstattung. Dass Zeitungen immer billiger wurden und die Alphabetisierung rasch voranschritt, erhöhte die Reichweite der Weltausstellungen noch erheblich.

Durch die Komprimierung und Inszenierung der Welt in einem Dorf ermöglichten die Weltausstellungen vor allem den internationalen Vergleich: von Traditionen, Produkten und Moden, von politischen Institutionen und sozialen Praktiken. "Internationaler Wettbewerb", so konstatierte Phillip T. Sandhurst, "hängt vor allem von zwei Bedingungen ab - Ausstellung und Vergleich." [3] Beides leisteten die Weltausstellungen für einen Zeitraum von etwa sechs Monaten. Weil sie relativ regelmäßig organisiert wurden, ermöglichten sie auch einen fortlaufenden Vergleich der Folgen des inszenierten Wettbewerbs und verliehen der internationalen Kommunikation auf der und über die Weltausstellungen eine gewisse Stabilität und Kontinuität. Für die globalen öffentlichen Räume der Weltausstellungen war weiterhin konstitutiv, dass sie nur bedingt durch die Auswahl der Themen und die Zuweisung von Ausstellungsraum kontrolliert werden konnten. Sie waren insofern freiheitlich verfasst, als sie Besuchern und Berichterstattern erlaubten, die Botschaften anders zu "lesen" und zu diskutieren, als dies von den Organisatoren und Ausstellern beabsichtigt war. So ermöglichten die Kommunikationsräume der Weltausstellungen auch die Artikulation emanzipatorischer Interessen, beispielsweise unterprivilegierter Nationen, von Arbeitern und der internationalen Frauenbewegung, und eine konzeptionelle Revision der bestehenden internationalen Ordnung, gesellschaftlicher Hierarchien und dominanter politischer Diskurse.

Auf das Ausstellungsdorf als kommunikative Vermittlungsinstanz beziehen sich seit jeher alle anderen Funktionen der Weltausstellungen wie ihr Beitrag zur Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz technischer Innovationen oder zur Ausweitung des internationalen Handels. Nur wenige dieser Funktionen sind jedoch seit 1851 gleichbleibend wichtig geblieben und sollen daher etwas näher beleuchtet werden. Es sind dies ihr Beitrag zur politischen Integration in dem jeweiligen Gastgeberland und zu seinem internationalen Image, zur Strukturierung und Transformation weltgesellschaftlicher Beziehungen sowie zu Zukunftsdiskursen und dem internationalen Kulturtransfer.

I. Politische Integration

Als 1851 die erste internationale Ausstellung im Crystal Palace in London eröffnet wurde, lagen die kontinentaleuropäischen Revolutionen und die letzte Petition der englischen Chartisten für das allgemeine Wahlrecht erst drei Jahre zurück. Die englische Times erinnerte süffisant an die Warnungen der Gegner des Freihandels und solcher internationaler Großereignisse: "An diesem furchtbaren Tag . . . würden wir entweder von ausländischen Sozialisten gemeuchelt oder von einheimischen Chartisten aufgespießt. . . . Es schien gesichert, dass an diesem Tag die respektablen Klassen ausgelöscht würden." [4] Stattdessen war Königin Victoria triumphal empfangen worden, und selbst der ungeliebte deutschstämmige Prinz Albert erarbeitete sich mit seinem Einsatz für die Weltausstellung und seinen täglichen Inspektionen den Respekt vieler Briten [5] . Zu politischen Zwischenfällen kam es nicht. Einige wenige Taschendiebe trachteten zwar adeligen und bürgerlichen Besuchern nach den Geldbörsen, doch nicht nach ihrem Leben.

Sicherlich reflektierte der erfolgreiche Verlauf der Londoner Weltausstellung eher eine schon vorhandene relative gesellschaftliche Stabilität, als diese erst herbeizuführen. Dennoch erhofften sich die Initiatoren und Ausrichter nach 1851 von der erfolgreichen Inszenierung einer internationalen Ausstellung oft einen nachhaltigen Beitrag zur nationalen politischen Integration. So sollte die Weltausstellung in Philadelphia 1876 auch dazu beitragen, nur ein Jahrzehnt nach dem Ende des Bürgerkriegs die Unionisten und Südstaatler durch den Bezug auf die Unabhängigkeitserklärung von 1776 zu versöhnen. William Gaston, der Gouverneur von Massachusetts, formulierte diese Hoffnung Anfang 1875 so: "Diese Feier gehört dem ganzen Land. Hier stehen alle auf einem gemeinsamen Grund und können als Erben gemeinsamen Ruhmes zusammen frohlocken." [6] Die Ausstellung geriet auch zu einer imposanten Schau der amerikanischen Industrie, deren enorme Leistungsfähigkeit durch die Corliss-Dampfmaschine symbolisiert und von den europäischen Beobachtern erstmals so klar wahrgenommen wurde. Dennoch ist es hier wie in anderen Fällen zweifelhaft, ob die Ausstellung die politische Integration wirklich förderte. Wichtige Südstaaten wie Virginia und South Carolina waren demonstrativ ferngeblieben, und die hauptsächlich industrielle Leistungsschau provozierte neue Angriffe der Demokraten auf die protektionistische Wirtschaftspolitik, die in ihren Augen auf eine Subventionierung des Nordens auf Kosten des landwirtschaftlichen Südens hinauslief.

Besondere Hoffnungen setzte die Dritte Republik in Frankreich auf die integrative Kraft solcher Großereignisse wie der Weltausstellungen [7] . Nur ein Jahr nach dem Wahlsieg der Republikaner erklärte die republikanische Zeitung Le Petit Marseillais Anfang 1877 mit Blick auf die bevorstehende Weltausstellung in Paris 1878: "Frankreich muss . . . den Gegnern der Regierung, die es selbst gewählt hat, (beweisen), dass es die Krise, durch die es gegangen ist, mit aller Macht bekämpft und viel für die Entwicklung des nationalen Wohlstands getan hat." [8] Später sahen die Republikaner die Weltausstellungen in Paris 1889 und 1900 als eine Chance, die durch die Boulanger-Krise und die Dreyfus-Affäre erschütterte Republik zu stabilisieren. Selbst zur Zeit der Volksfront-Regierung 1937 erhofften sich manche von der Pariser Weltausstellung einen Beitrag zur nationalen Aussöhnung. Pierre Mortier erklärte nach seiner Ernennung zum neuen Propagandadirektor: "Seit der Gründung der Dritten Republik haben alle großen Ausstellungen das Ende innerer Zwistigkeiten markiert." [9] Doch die Hoffnung erwies sich als vergebens. Schon eine rote Fahne auf einem im Bau befindlichen Pavillon führte zu so heftigen Kontroversen, dass die französische Demokratie angesichts der imposanten Selbstinszenierung der europäischen Diktaturen nur umso zerrissener und hilfloser wirkte [10] .

Meistens bestand die primäre Motivation für die Organisation einer Weltausstellung gar nicht da-rin, zur politischen Integration im Innern beizutragen, doch unvorhergesehene Krisen verliehen ihnen dann den Charakter einer nationalen Prüfung. Das galt auch für New York 1939/40, als nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges die lange zuvor geplante Ausstellung mit dem Thema der Demokratie in der "Welt von morgen" plötzlich die inneramerikanische Debatte über das Pro und Contra eines Kriegseintritts weltanschaulich zuspitzte. Die ursprüngliche Motivation für die Expo 2000 in Hannover Ende der achtziger Jahre war, die dortige Messe zu revitalisieren und das Image der Stadt zu verbessern [11] . Doch die deutsche Wiedervereinigung und die anhaltende innenpolitische Debatte über einen nationalen "Reformstau" ließen die Weltausstellung nach und nach zu einem Lackmustest für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands im neuen Jahrhundert werden.

II. Nationale Images

Die Weltausstellungen haben außerdem das Image der ausstellenden Nationen geprägt. Mit wenig überzeugenden Beiträgen konnten Staaten eine hohe Erwartungshaltung enttäuschen, so dass ihre symbolische Präsenz in der Welt im Dorf und ihre internationale Wahrnehmung nicht unbedingt ihrem wirtschaftlichen Potential oder ihrer politischen und militärischen Macht entsprachen. Das gilt beispielsweise für die Selbstdarstellung des Deutschen Reichs in Philadelphia 1876, die dazu beitrug, dass dessen allmählicher Aufstieg zum zweitgrößten Industrieland der Welt verzögert registriert wurde [12] . Diese Weltausstellung fand nur fünf Jahre nach der Reichsgründung statt. Die Erwartungen vor allem der Deutschamerikaner waren daher groß. Umso schärfer fiel die Kritik an dem deutschen Beitrag aus. Außer der preußischen Porzellanmanufaktur schien kaum ein ausstellendes Unternehmen der internationalen industriellen Konkurrenz gewachsen zu sein. Die Gemäldeausstellung wurde ausgerechnet von zwei Bildern dominiert, die die Kapitulation der Franzosen bei Sedan darstellten. Die New Yorker Evening Post kritisierte, diese hätten keinen künstlerischen Wert und hätten nicht zugelassen werden sollen: "Die großspurige Selbstverliebtheit und die überschäumende Arroganz des deutschen Beitrags sind unerträglich." [13] Selbst hochwertigen Wein konnten die Deutschen nicht herstellen, wie der Reporter einer Bostoner Zeitung bei einer Exkursion in einen provisorischen Weinkeller auf dem Ausstellungsgelände feststellte. Was ihm dort in großen Mengen aufgedrängt wurde, erschien ihm ungenießbar und "nicht einmal halb so gut wie New Jerseyer Champagner aus Stachelbeeren und Kartoffeln" [14] .

Die Vorbereitung des deutschen Beitrags hatten Deutschamerikaner übernommen. Erst nach Beginn der Ausstellung wurde Franz Reuleaux als Generalkommissar nominiert. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass Reuleaux die vernichtende Kritik vieler Amerikaner teilte. In der Nationalzeitung veröffentlichte er seine Impressionen in Briefen, die eine heftige Debatte in Deutschland auslösten [15] , über die auch international breit berichtet wurde. Seinen ersten Brief begann Reuleaux, der bald darauf abberufen wurde, mit dem vernichtenden Urteil, die deutsche Industrie habe "das Grundprinzip ,billig und schlecht'". In kaum einem Sektor sei sie wettbewerbsfähig. Reuleaux führte das nicht zuletzt auf den nationalen Rausch zurück, in dem sich Deutschland nach dem erfolgreichen Krieg noch immer befinde. In der deutschen Ausstellung gebe es "keine anderen Motive mehr als tendenziös-patriotische". Ob auf Porzellan, Biskuit oder Zink, überall protzten die "bataillonsweise aufmarschierenden Germanien, Borussen, Kaiser, Kronprinzen . . . Bismarcke, Moltken, Roone" [16] . Insofern war es nur typisch, dass das bei weitem einprägsamste deutsche Ausstellungsobjekt wieder einmal, wie schon in Paris 1867, eine gewaltige Kanone der Firma Krupp war.

Genauso konnten Staaten mit einem besonders prägnanten Beitrag in dem globalen Kommunikationsraum der Weltausstellungen aber auch Aufsehen erregen und Ansehen erwerben. So war es etwa im Falle Japans, das nach der Restauration der Meiji-Dynastie 1867 und dem Beginn einer raschen Modernisierung 1876 und erneut in Chicago 1893 mit viel bewunderten Sektionen brillierte. Die New York Tribune bilanzierte euphorisch, die Japaner lebten im wahrsten Sinne des Wortes "in dem Land der aufgehenden Sonne" [17] . Japan zielte darauf ab, mit markanten Sektionen seine "formale Einführung in den Westen" zu erreichen, wie dies Botschafter Gozo Tateno in Chicago formulierte [18] . Zunächst glänzte Japan mit traditionellen handwerklich-künstlerischen Produkten, vor allem Bronzevasen, Porzellan und Lackarbeiten. Doch schon 1876 schloss die japanische Sektion eine ausführliche Dokumentation des erneuerten Schulwesens und später auch industrielle Produkte ein [19] . Die Japaner verfügten jedoch nicht nur über interessante Ausstellungsobjekte; vielmehr wurden diese auch von versierten kulturellen Mittlern erfolgreich präsentiert. Im Gegensatz zu den meisten chinesischen Ausstellungsbetreuern hatten die Japaner oftmals an Universitäten in Amerika und Europa studiert, sprachen gut Englisch und kleideten sich westlich. Beeindruckt von der japanischen Sektion, kommentierte ein Ausstellungsführer: "Keine Nation hat eine größere Hoffnung auf eine größere Zukunft als dieses alte Japan, das wie Dornröschen plötzlich aus dem Schlaf erwacht und wieder jung und aktiv ist." [20]

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es für Deutschland und Japan unter ganz anderen Vorzeichen erneut darum, auf den Weltausstellungen symbolisch "in den Westen" kooptiert zu werden. Die Bundesrepublik präsentierte sich in Brüssel 1958 mit einem unauffälligen Glaspavillon, dessen architektonische Transparenz sich gezielt von dem von Albert Speer 1937 errichteten monumentalen Massivbau absetzte [21] . Allerdings wurde den Westdeutschen auch nachgesagt, wie der Spiegel berichtete, dass sie mit ihrer Ausstellung als "Musterknaben auftreten wollten, die sich aus demonstrativer Zurückhaltung entschieden hätten, perfekte Mittelmäßigkeit zur Schau zu stellen" [22] . Auch Die Welt kommentierte bissig, man wolle anscheinend "eine Insel der Seligen" präsentieren mit dem "Kleinbürger, der sich von der Wiege bis zur Bahre immer prächtig beträgt" [23] . Die Westdeutschen wollten nicht anecken, um die internationale Akzeptanz für ihren raschen wirtschaftlichen Wiederaufstieg zu erhöhen, so wie dies Japan mit der Organisation der Weltausstellung in Osaka 1970 beabsichtigte [24] .

III. Weltgesellschaftliche Strukturen

Die Weltausstellungen ermöglichten jedoch keinesfalls nur die hierarchische Konstruktion nationaler Images und die Repräsentation und staatlich gelenkte Transformation vertikaler Ordnungen zwischen Staaten, Kontinenten und Kulturräumen. Eine derartige funktionale Reduktion würde den Ausstellungen als globale Kommunikationsräume nicht gerecht. Diese waren freiheitlich verfasst und erlaubten gerade auch die Artikulation alternativer Interessen und weltgesellschaftlicher Konzeptionen. Sie ermöglichten den Besuchern außerdem eine alltagsweltliche Erfahrung, durch die sie die beabsichtigten Botschaften anders "lesen" und dominante Vorstellungen korrigieren konnten, was noch mehr Menschen durch die journalistische Berichterstattung nachvollziehen konnten. Diese unkontrollierbare, "chaotische" Wirkung der Weltausstellungen wird besonders am Beispiel der Repräsentation der Frauen und von Kolonialvölkern deutlich.

Amerikanische Frauen organisierten erstmals in Philadelphia 1876 und erneut in Chicago 1893 eigene Frauen-Pavillons, die sehr viele Besucher anzogen. Die berichtenden Journalisten, darunter auch Frauen, bewerteten den Pavillon in Philadelphia, der Frauen auf die Sphäre von Haushalt und Familie reduzierte (es wurden fast nur Handarbeiten ausgestellt), fast einhellig negativ. Wie auch viele ihrer männlichen Kollegen fragte eine Journalistin die zuständigen "Lady Managers" kritisch, wo denn in dem Pavillon diejenigen Frauen vertreten wären, die in Druckereien arbeiteten, die Uhren herstellten oder selbstständig als Farmer arbeiteten. Eine Art Frauen-Quote durch eine separate Ausstellung lehnte sie entschieden ab. Der Frauen-Pavillon zeige, dass "jede Trennung auf Kosten der Frauen geht. Jede arbeitende Frau dieser Welt, die etwas erreicht hat, wird niemals einer Ausstellung ihrer Arbeiten zustimmen, mit der sie ein besonderes Lob oder unfaire Kritik aufgrund ihres Geschlechts auf sich zieht" [25] .

In Chicago fiel die Selbstdarstellung der Frauen schon viel offensiver aus. Potter Palmer, die den Frauen-Pavillon organisierte, spielte eine prominente öffentliche Rolle und verband ihre Auftritte mit politischen Forderungen, vor allem nach gleichem Zugang von Frauen zu Bildung. In ihrer Ansprache auf der Eröffnungsfeier, die wegen des Jahrestages der Entdeckung Amerikas 1492 schon im November 1892 stattfand, erinnerte sie ihre Zuhörer: "So groß wie die Hoffnungen von Christoph Columbus waren, so brauchte er doch die Hilfe von Isabella von Kastilien, damit seine Träume Realität werden konnten." [26] Wie ein französischer Beobachter schrieb, gelang es durch die systematische Projektion dieses Bildes starker Frauen, die noch dazu Ende des 19. Jahrhunderts gleichen Anspruch auf Bildung und berufliche Chancen hätten, "auf der ganzen Welt eine Art öffentliches Gefühl für die zukünftige Rolle der Frau zu wecken" [27] . Hieran konnte die internationale Frauenbewegung, die sich in Chicago konstituierte, auch konsequent mit ihrer noch sehr umstrittenen Forderung nach gleichem Wahlrecht für Frauen anknüpfen.

Die Weltausstellungen ermöglichten jedoch nicht nur gesellschaftlichen Gruppen, den durch sie geschaffenen globalen Kommunikationsraum mit ihren Forderungen zu besetzen; die alltagsweltliche Erfahrung der Besucher konnte gerade auch intendierte Botschaften der dominanten Ausstellerländer untergraben. Die vielfach fraglos entstellende Repräsentation von "Eingeborenen" aus Kolonien der Europäer und Amerikaner auf den Ausstellungen ist lange vereinfachend als Reflexion hierarchischer weltgesellschaftlicher Beziehungen und einer in der atlantischen Welt vorherrschenden sozialdarwinistischen Ideologie interpretiert worden [28] . Die Organisatoren verfolgten jedoch oft nur kommerzielle Interessen und keine ideologischen Ziele. Sol Bloom, der 1893 für den Midway, das separate Dorf der Völker, zuständig war, lehnte sozialdarwinistische Ideen strikt ab. Ihm wurde auf seiner eigenen Ausstellung "klar, dass ein hagerer Araber mit einem Talent zum Schwertschlucken eine Kultur vertrat, die ich höher einschätzte als ehrliche Schweizer Bauern, die den ganzen Tag Käse und Milchschokolade machen" [29] .

Vor allem aber erfolgte die verbale und symbolische Kommunikation nicht in einer Einbahn-straße [30] . Durch ihr Auftreten auf den Weltausstellungen konnten die "Eingeborenen" auch für sich werben und Vorurteile aufbrechen. So kommentierte etwa ein Bildband Tanz und Musik der Polynesier von den Samoa-Inseln, in ihren "Opernhäusern könnte es eines Tages Aufführungen geben, die nicht zu übertreffen sind" [31] . Selbst in dieser in skurriler Weise beschränkten Vorstellung, die "Eingeborenen" würden den europäisch-bürgerlichen Geschmack übernehmen und wären dann nach diesen Maßstäben "zivilisiert", war eine emanzipatorische Eigendynamik angelegt, die sich im 20. Jahrhundert entfalten sollte. Die Weltausstellungen vermittelten jedoch oftmals die viel fundamentalere Erfahrung, dass die westlichen Maßstäbe selbst völlig willkürlich waren. Der Autor desselben Bildbandes berichtet etwa, dass in einem indischen Teehaus amerikanische und europäische Frauen sich lautstark über den vermeintlich entstellenden Nasenschmuck der singhalesischen Kellnerin mokierten. Diese verstand jedoch "gut Englisch und teilte diese Kritik nicht. Wenn sie sie einige Zeit ertragen hatte, bemerkte sie ruhig, aber bestimmt, dass sie vielleicht schuldig war, weil sie ein Nasenjuwel trug, aber dass sie wenigstens ihre weibliche Figur nicht durch das Tragen eines Korsetts entstellte." Dies, so beobachtete der Autor, "führte immer wieder zu Verwirrung bei den Kritikern" [32] .

Auch im 20. Jahrhundert waren die Weltausstellungen immer wieder ein Forum für die Artikulation weltgesellschaftlicher Interessen, die sonst womöglich nicht in demselben Maße wahrgenommen worden wären. Während in Chicago 1893 Frauen für ihre rechtliche und soziale Gleichberechtigung kämpften, könnten etwa von den Auswirkungen weltweit steigender Wasserspiegel in ihrer Lebensgrundlage bedrohte Menschen in Hannover 2000 gegen die Verursacher von global warming demonstrieren. Die vielfältigeren medialen Transferwege haben die Reichweite solcher "alternativen" Botschaften sogar noch erhöht.

IV. Globale Agenden

Die globalen Kommunikationsräume der Weltausstellungen ermöglichten außerdem, eine internationale Agenda zu entwickeln und zu beeinflussen. Mit der ersten Weltausstellung in London 1851 verfolgte Großbritannien vor allem das Ziel, den Freihandel als internationales Organisationsprinzip zu propagieren. Wie ein Franzose schrieb, war die Weltausstellung eindeutig "eine Art Vorwort zum Freihandel" [33] . Wenn in London 1862 ein riesiger Wandteppich Richard Cobden und Michel Chevalier, die Unterhändler des britisch-französischen Handelsvertrages von 1860, Hand in Hand darstellte, so sollte ein solches symbolisches Zeichen genauso wie die begleitende freihändlerische Rhetorik die Legitimität dieser Politik stärken. Im ausgehenden 19. Jahrhundert boten die Weltausstellungen dann ein Forum für die internationale Diskussion der "sozialen Frage". Die Ausstellung in St. Louis 1904 enthielt eine eigene Abteilung Social Economy, in der - wie auch auf begleitenden internationalen Kongressen - Fragen der öffentlichen Gesundheit, der Arbeitsbeziehungen und des Versicherungswesens verhandelt wurden [34] .

Die langfristig wirksamste Thematisierung auf den Weltausstellungen war jedoch die Propagierung der republikanischen bzw. demokratischen Staatsform gegen das monarchische Prinzip bzw. die europäischen Diktaturen. Durch den gezielten Bezug auf die amerikanische Unabhängigkeit 1876 und auf die Französische Revolution 1889 waren diese Ausstellungen machtvolle politische Demonstrationen, die 1889 zu einem umfassenden Boykott durch die meisten europäischen Monarchien führten [35] . Schon 1851 berichtete ein amerikanischer Beobachter der Weltausstellung selbstbewusst, in Europa fürchteten "die begünstigten Klassen . . . die Ansteckung durch unser Vorbild; und diese Furcht muss noch wachsen und sich weiter ausbreiten, je mehr die steigende Macht, Bevölkerung und der Wohlstand unseres Landes sich der Aufmerksamkeit der ganzen Welt empfiehlt" [36] . 1876 proklamierte der New York Herald zur Eröffnung der Weltausstellung: "Hier in Philadelphia entstehen Monumente zur Feier . . . der Geburt einer neuen Nation, die dazu auserwählt ist, die Welt . . . zur Freiheit zu führen." [37] Und Präsident William McKinley befürwortete eine staatliche Subventionierung des amerikanischen Beitrags zur Weltausstellung in Paris 1900 damit, "dass Amerika teilnehmen soll, um die Tugenden seiner freien Institutionen und seines self government darzustellen" und so "die Beiträge der Monarchien [auszustechen] und der Wirkung der vermeintlichen Größe monarchischer Regierung entgegenzuwirken" [38] .

Die internationale Inszenierung eines fundamentalen ideologischen Gegensatzes hielt die Französische Republik und die russische Monarchie 1914 nicht davon ab, gemeinsam in den Ersten Weltkrieg zu ziehen. Sie trug jedoch zur Legitimierung der späteren Gestaltung internationaler Beziehungen (auch) nach weltanschaulichen Maßstäben wesentlich bei. In Paris 1937 und New York 1939 waren die nationalen Beiträge noch viel stärker ideologisch aufgeladen. Sie reflektierten und verstärkten internationale ideologische Grenzziehungen. Nachdem Franzosen und Briten 1937 in Bezug auf die Kohärenz und Ausstrahlungskraft ihrer Beiträge den Diktaturen kaum etwas entgegenzusetzen hatten, betrieben die Amerikaner 1939 eine symbolische Gegenmachtbildung. Leitthema war die Entwicklung der Demokratie, die sie als moderne Mediendemokratie mit dem Versprechen wachsenden Wohlstandes und Massenkonsums inszenierten. Auf dem sowjetischen Pavillon sagte dagegen Lenin voraus, die russische Revolution müsse letztlich zum Sieg des Sozialismus führen [39] . In gewisser Weise nahmen die späteren Supermächte hier schon - symbolisch vermittelt - den Konflikt des Kalten Krieges vorweg, den sie in Brüssel 1958 austrugen, als beiden exakt gleich große Ausstellungsflächen zugestanden wurden. Wie wichtig gerade der Sowjetunion die Selbstdarstellung in diesem Fenster zur Welt war, wird schon daran deutlich, dass sie doppelt so viel für ihre Schau ausgab wie die Vereinigten Staaten. Zum Leitthema "Humanismus und Technik" präsentierte ihr Pavillon Humanismus als Funktion der kommunistischen Ideologie und die Ideologie als schöpferische Kraft der Technik [40] .

Die materielle Repräsentation und Visualisierung sozioökonomischer und politischer Entwicklungsoptionen auf den Weltausstellungen erleichterte auch den Kulturtransfer, also den partiellen Import fremder formeller (Gesetze etc.) und informeller (soziale Praktiken, Traditionen etc.) Institutionen. Die Ausstellung von Industrieprodukten, Kunstwerken und Informationen über institutionelle Regeln erleichterte es, die institutionellen Arrangements anderer Staaten zu werten und ihren Import zur Reform bestehender nationaler Institutionen vorzuschlagen und politisch zu legitimieren. McKinley formulierte diese Funktion 1897 so: "Jedes Volk zeigt sein Bestes, und jedes andere bewundert und lernt. Das Beste des Einen wird das Ideal und Ziel eines Anderen." [41] So war es schon 1851 gewesen, als nicht nur Cobden empfahl, die Briten sollten sich den überlegenen französischen Geschmack zu eigen machen, und französische Beobachter fragten: "Aber wenn die Engländer von uns den Geschmack übernehmen wollen, können wir dann nicht bei unseren Nachbarn vielfältige Verbesserungen für unsere Fabriken vorfinden und aufgreifen?" [42] Der englischen Satire-Zeitschrift Punch ging die allgemeine Euphorie über solchen wechselseitigen Kulturtransfer allerdings zu weit. Spaßeshalber ermahnte sie ihre Leser: "Womöglich lernen wir manches Gute, das ist wahr/Indem wir uns mit fremden Völkern mischen/Aber wir werden uns auch ihre Laster holen." [43]

Das wohl beste Beispiel für einen solchen von der symbolischen Inszenierung auf den Weltausstellungen beschleunigten Kulturtransfer ist der Versuch Napoleons III., mit dem Ziel der wirtschaftlichen Modernisierung und politischen Stabilisierung des Zweiten Kaiserreichs selektiv einzelne Elemente des institutionellen Arrangements Großbritanniens zu importieren. Das gilt insbesondere für den Freihandel als wirtschaftspolitische Entwicklungsstrategie. Von dieser erwartete sich nicht nur Chevalier, der die Londoner Weltausstellung 1851 aufmerksam studierte und später zum engsten wirtschaftspolitschen Berater Napoleons III. avancierte, mehr Wettbewerb und effizientere Produktionsstrukturen genauso wie billigere Preise, die wiederum, wie dies in Großbritannien der Fall zu sein schien, die Zustimmung der Arbeiter zum bestehenden politischen Regime im revolutionsgeplagten Frankreich stärken würde. Die politische Kultur eines Landes schien auf das Engste mit seinen sozialen Praktiken verknüpft. Chevalier notierte 1851: "Ich bin jedes Mal fasziniert von dieser Qualität der Engländer, zusammen für das gemeinsame Interesse zu arbeiten und spontan eine kollektive Kraft zu entwickeln, die jedes Hindernis überwinden kann. . . . Das ist eine wertvolle Qualität, die ich für mein Land wünsche, weil es eine Qualität der wirklich freien Völker ist." [44]

In diesem Sinne "frei" waren die Franzosen im Zweiten Kaiserreich gerade nicht. Die wirtschaftliche Modernisierung war mit politischer Zensur und Unterdrückung verbunden. Auch hier zeigte sich die "chaotische" Wirkung der Weltausstellungen, die nicht nur den intendierten Kulturtransfer förderten. Die französischen Arbeiterdelegationen, die 1862 die Londoner Ausstellung besuchten, diskutierten dort ausgiebig mit britischen Gewerkschaftern. Anstatt den autoritären Modernisierungskurs Napoleons III. zu unterstützen, kehrten sie mit weitreichenden Forderungen nach Paris zurück, vor allem nach Assoziationsfreiheit und dem Streikrecht, die sie bis Paris 1867 noch fortentwickelten [45] . Die späte Liberalisierung des Zweiten Kaiserreichs, die einige dieser Forderungen akzeptierte, war nicht zuletzt eine Reaktion auf die durch die Erfahrungen auf den Weltausstellungen und durch den dortigen transnationalen Austausch noch verstärkte Unzufriedenheit vieler französischer Arbeiter, die sich bald darauf in der Pariser Kommune entladen sollte.

V. Bildung und Unterhaltung

Im 19. Jahrhundert konstituierten die Weltausstellungen nahezu exklusiv solche globalen Kommunikationsräume, in denen weltgesellschaftliche Themen öffentlich verhandelt werden konnten. Die Vermittlung dieser Diskurse über technische, wirtschaftliche und politische Eliten hinaus wurde durch ihren massenhaften Besuch und die Presseberichterstattung garantiert. Im ausgehenden 20. Jahrhundert haben die Weltausstellungen diese herausragende internationale Bedeutung längst verloren. Weltöffentlichkeit wird auch durch viele andere Großereignisse hergestellt, seien es die Olympischen Spiele oder eine WTO-Konferenz. Auch die medialen Vermittlungsinstanzen haben sich radikal verändert. Hörfunk und Kino ergänzten die Presseberichterstattung bereits in den dreißiger Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Fernsehen hinzu. Im Jahr 2000 erlaubt das Internet internationale Kommunikation in Echtzeit und die Konstituierung ganz neuer Formen globaler interaktiver Diskussionsforen.

Dennoch gibt es die Weltausstellungen noch immer, womöglich weil eine virtuelle Erfahrung das reale Erlebnis einer solchen Welt im Dorf für viele (noch) nicht ersetzen kann. Das Versprechen eines vergnüglichen Zeitvertreibs allein kann ihre verbliebene Attraktivität nicht ausmachen. Mit dem kulturkritischen Vorwurf, sie ersetzten Information, Lernen und Bildung durch inhaltsleere Unterhaltung und sollten deshalb nicht mehr veranstaltet werden, war schon der Architekt Gustave Eiffel 1889 konfrontiert. Eine solche scharfe Trennung zwischen Bildung und Unterhaltung ist ein bildungsbürgerliches Argument des 19. Jahrhunderts, das im Jahr 2000 in einem Land ohne Bildungsbürger merkwürdig deplaziert wirkt. Und wer weiß schon, ob nicht die Erwartung einer jungen Frau, die der Schriftsteller Adolphe Brisson in Paris 1900 traf, heute so aktuell sein könnte wie vor 100 Jahren: "Warum sollen wir uns nicht amüsieren, solange wie wir dazu noch Gelegenheit haben. Wenn uns später Katastrophen erwarten, dann können wir uns wenigstens an dieses Erlebnis erinnern." [46]
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Fußnoten

1.
Für eine essayistische Einführung in die Geschichte der wichtigsten Weltausstellungen seit 1851 siehe Winfried Kretschmer, Geschichte der Weltausstellungen, Frankfurt am Main 1999.
2.
Vgl. J. S. Ingram, The Centennial Exposition Described and Illustrated, Philadelphia 1876, S. 727 f.
3.
Phillip T. Sandhurst u. a., Great Centennial Exhibition, Philadelphia 1876, S. 139.
4.
The Times vom 21. Mai 1851.
5.
Vgl. Utz Haltern, Die Londoner Weltausstellung von 1851. Ein Beitrag zur Geschichte der bürgerlich-industriellen Gesellschaft im 19. Jahrhundert, Münster 1971.
6.
Extract from the Address of Governor William Gaston, Massachusetts, January 7, 1875, United States Centennial Commission, International Exhibition 1876, Appendix, Philadelphia 1879, S. 171.
7.
Vgl. Wolfram Kaiser, Vive la France! Vive la République? The Cultural Construction of French Identity at the World Exhibitions in Paris 1855-1900, in: National Identities, 1 (1999) 3, S. 227-244.
8.
L'Exposition de 1878, in: Le Petit Marseillais vom 19. Januar 1877.
9.
Zitiert nach Pierre Mortier, in: Démocrate de Seine Ö Marne vom 16. Januar 1937.
10.
Vgl. Paul Greenhalgh, Ephemeral Vistas. The Expositions Universelles, Great Exhibitions and World's Fairs, 1851-1939, Manchester 1988, S. 130-135, sowie den Ausstellungskatalog Art and Power. Europe under the Dictators, London 1995.
11.
CDU fordert professionelle Vorbereitung der Expo '98, in: Hannoversche Allgemeine vom 7. Dezember 1988; Finanzministerin Breuel sieht gute Chancen für Hannover, in: Handelsblatt vom 21. September 1989.
12.
Vgl. einführend zur Repräsentation des Deutschen Reiches auf den Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts Eckhardt Fuchs, Das Deutsche Reich auf den Weltausstellungen vor dem Ersten Weltkrieg, in: Comparativ, 9 (1999) 5-6, S. 61-88.
13.
A Sennight of the Centennial, in: The Evening Post (New York) vom 12. Juli 1876.
14.
Centennial Echoes, in: Evening Transcript (Boston) vom 8. Juni 1876.
15.
Vgl. Joachim Radkau, Technik in Deutschland. Vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Frankfurt am Main 1989, S. 153.
16.
Franz Reuleaux, Briefe aus Philadelphia, vom Verfasser durchgesehene und durch Zusätze vermehrte Ausgabe, Braunschweig 1877, S. 3.
17.
New York Tribune, Guide to the Exhibition, Extra No. 35, New York 1876, S. 27.
18.
Zitiert nach Eric Sandweiss, Around the World in a Day. International Participation in the World's Columbian Exposition, in: Illinois Historical Journal, 84 (1991), S. 2-14, hier S. 9.
19.
Vgl. Neil Harris, All the World a Melting Pot? Japan at American Fairs, 1876-1904, in: Akira Iriye (Hrsg.), Mutual Images. Essays in American-Japanese Relations, Cambridge/Mass. 1975, S. 24-54.
20.
The Centennial Exhibition of 1876. What we Saw, and How we Saw it, Part II: A Tour through the Main Building, Philadelphia 1876, S. 30.
21.
Vgl. hierzu neuerdings Christopher Oesterreich, Umstrittene Selbstdarstellung. Der deutsche Beitrag zur Weltausstellung in Brüssel 1958, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 48 (2000) 1, S. 127-153.
22.
Ausstellungen, in: Der Spiegel vom 9. April 1958.
23.
So ist das Deutschland von heute nicht, in: Die Welt vom 21. April 1958.
24.
Japan will sich nicht mehr verstecken, in: Süddeutsche Zeitung vom 6. März 1970.
25.
The Centennial. A Woman's Opinion of the Women's Department, in: The Republican (Springfield/Mass.) vom 13. Juni 1876.
26.
Louis Vossion, Exposition de Chicago: l'Inauguration. Souvenirs Personnels, Paris 1892/93, S. 24.
27.
Ebd., S. 25.
28.
Vgl. insbesondere Robert W. Rydell, All the World's a Fair: Visions of Empire at American International Exhibitions, 1876-1916, Chicago 1984.
29.
Zit. in: James Gilbert, Perfect Cities: Chicago's Utopias of 1893, Chicago 1991, S. 82.
30.
Vgl. hierzu grundlegend programmatisch Jürgen Osterhammel, Sozialgeschichte im Zivilisationsvergleich. Zu künftigen Möglichkeiten komparativer Geschichtswissenschaft, in: Geschichte und Gesellschaft, 22 (1996), S. 143-164.
31.
The City of Palaces. A Magnificent Showing of the Wonders of the World's Fair, Chicago 1894, S. 47.
32.
Ebd., S. 126.
33.
Alexis de Valon, Le Tour du monde à l'Exposition de Londres, in: Revue des Deux Mondes, 21 (1851) 11, S. 193-228, 201.
34.
Vgl. David R. Francis, The Universal Exposition of 1904, St. Louis 1913, S. 331-342.
35.
Vgl. Heinz-Alfred Pohl, Die Weltausstellungen im 19. Jahrhundert und die Nichtbeteiligung Deutschlands in den Jahren 1878 und 1889, in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, 97 (1989) 3-4, S. 381-425; Brigitte Schroeder-Gudehus, Les grandes puissances devant l'Exposition universelle de 1889, in: Le Mouvement Social, 149 (1989), S. 15-24.
36.
Horace Greeley, Glances at Europe, New York 1851, S. 88.
37.
The Exhibition, in: New York Herald vom 15. Mai 1876.
38.
Message from the President of the United States transmitting the Report of the Special Commissioner to the Paris Exposition of 1900, Washington 1897, S. 74.
39.
Vgl. David E. Nye, Ritual Tomorrows: The New York World's Fair of 1939, in: History and Anthropology, 6 (1992) 1, S. 1-21; Folke T. Kihlstedt, Utopia Realized: The World's Fairs of the 1930s, in: Joseph J. Corn (Hrsg.), Imagining Tomorrow. History, Technology and the American Future, Cambridge/Mass. 1986, S. 97-118.
40.
Vgl. Ausstellungen, in: Der Spiegel vom 9. April 1958.
41.
Message from the President (Anm. 38), S. 74.
42.
A. S. de Doncourt (Comtesse de Drohojowska), Les Expositions Universelles, Paris-Lille 1889, S. 15.
43.
Meditations of the Exhibition, in: Punch, 21 (1851), S. 9.
44.
Maurice Chevalier, L'Exposition universelle de Londres considerée sous les rapports philosophiques, techniques, commercials et administratifs au point de vue français. Lettres écrites de Londres, Paris 1851, S. 2 f.
45.
Vgl. einführend Jacques Rancière/Jacques Vauday, En allant à l'Exposition: l'ouvrier, sa femme et les machines, in: Les Révoltes logiques, 1 (1975), S. 5-22.
46.
Zitiert nach Adolphe Brisson, Scènes et types de l'Exposition, Paris 1901, S. 20.