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26.5.2002 | Von:
Michael Neugart

Arbeitslosigkeit in Europa

Erklärungsansätze und Politikoptionen

In den zurückliegenden drei Jahrzehnten stieg die Arbeitslosigkeit in Europa sprunghaft an. Auf ihr ursprüngliches Niveau kehrte sie in der Folgezeit nicht mehr zurück.

I. Ausprägung der Arbeitslosigkeit in Europa

Ende letzten Jahres belief sich die Arbeitslosenquote für die 15 europäischen Länder (EU 15) auf neun Prozent [1] . Schaut man auf einzelne Länder in Europa, so zeigen sich unterschiedliche Ausprägungen der Arbeitslosigkeit. Da gibt es Länder wie Dänemark, die Niederlande, Österreich oder Portugal mit niedrigen Arbeitslosenquoten um die fünf Prozent. Am anderen Ende liegen Frankreich, Deutschland oder Spanien mit Arbeitslosenquoten von 11,7 Prozent, 9,4 Prozent bzw. 18,8 Prozent [2] . Frauen sind eher arbeitslos als Männer und verglichen in Deutschland (4,9 Prozent) ist die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien (14,6 Prozent) oder Frankreich (9,1 Prozent) besonders hoch.


Bei allen nationalen Unterschieden zeigt sich jedoch ein nahezu identischer Verlauf der Arbeitslosenquoten in den letzten drei Jahrzehnten: Mitte der siebziger Jahre, Anfang der achtziger Jahre und zu Beginn des letzten Jahrzehnts stieg die Arbeitslosigkeit in Europa jeweils sprunghaft an. Nach jedem Zuwachs verharrten die Quoten auf dem erreichten Niveau oder fielen nur langsam. Ohne die nationalen Unterschiede unter den Tisch kehren zu wollen, unterstreicht die Abbildung die wohl wichtigste Frage. Warum kehrten die Arbeitslosenquoten nicht auf ihr ursprüngliches Niveau zurück? Was sind die Ursachen, und welche Politikoptionen lassen sich daraus ableiten?

Fußnoten

1.
EUROSTAT, gemessen nach der standardisierten Methode der International Labor Organisation (ILO), siehe: www.europa.eu.int/eurostat.html.
2.
Die Zahlen beziehen sich auf 1998. Diese und andere Daten zu den Arbeitsmärkten in Europa findet man im neuesten Bericht "Beschäftigung in Europa 1999" der Europäischen Kommission unter: www.europa.eu.int/comm/dg05/empl&esf/docs/empleurope99_en.pdf