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26.5.2002 | Von:
Michael Opielka

Das Konzept "Erziehungsgehalt 2000"

V. Pragmatische Schritte zu einem Erziehungsgehalt

Es gibt verschiedene Wege zur Verbesserung der Situation junger Familien. Neben einem Erziehungsgehalt sind es vor allem öffentliche Kindertageseinrichtungen und die Flexibilisierung der Arbeitszeit. Auch würde eine deutliche Erhöhung des Kindergeldes den jungen Familien nützen. Aber alle diese Pfade neben dem Erziehungsgehalt nehmen nicht die für den Vorschlag ,,Erziehungsgehalt 2000" zentrale Annahme in den Blick, die Anerkennung der in der Familie geleisteten Arbeit.

Das Konzept ,,Erziehungsgehalt 2000" ist beweglich und ist vor allem als Anstoß zur familien- und sozialpolitischen Bewusstseinsbildung gedacht. Das Hauptziel ist ein Erziehungsgehalt, das bei drei kleinen Kindern ein durchschnittliches Einkommen garantiert. Vorgeschlagen wurde für die ersten drei (Einstiegsphase) bzw. sieben Jahre eine zu versteuernde, aber einkommensunabhängige Pauschalzahlung. Aus pragmatischen Gründen könnte ein auskömmliches Erziehungsgehalt aber auch durch eine Mischung aus Pauschalzahlung und bedarfsorientiertem Zusatzbetrag gesichert werden. Das würde die Kosten deutlich senken. Es wäre weiterhin denkbar, die als ,,Erziehungs-gehalt'II" konzipierte ,,Negative Einkommenssteuer für Eltern" nicht erst ab dem achten, sondern schon ab dem vierten Lebensjahr des Kindes vorzusehen. Im übrigen beinhaltet die Koalitionsvereinbarung der rot-grünen Bundesregierung die noch undeutliche Perspektive eines ,,Elterngeldes". Die Idee eines Erziehungsgehalts kann diese Perspektive konkretisieren. Das Erziehungsgehalt ist auf der politischen Agenda. Es könnte dazu beitragen, die ,,strukturelle Rücksichtslosigkeit der gesellschaftlichen Verhältnisse gegenüber den Familien" zu beenden

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