APUZ Dossier Bild

26.5.2002 | Von:
Ludgera Klemp

Entwicklungspolitik am Scheideweg - politische Randerscheinung oder globale Strukturpolitik ?

Entwicklungspolitik ist heute globale Strukturpolitik. Ihr Ziel ist es, die wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen und politischen Verhältnisse in Entwicklungsländern zu verbessern.

Einleitung

Entwicklungspolitik steht nach 40 Jahren theoretisch vor ihrer umfassendsten Reform. Mit der Koalitionsvereinbarung von 1998 wurde ihre marginale innenpolitische Rolle deklamatorisch beendet: "Entwicklungspolitik ist heute globale Strukturpolitik, deren Ziel es ist, die wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen und politischen Verhältnisse in Entwicklungsländern zu verbessern. Sie orientiert sich u. a. am Leitbild einer global nachhaltigen Entwicklung." Mit dieser programmatischen Formulierung wurde sie neben der Außen- und Sicherheitspolitik in eine Politik globaler Zukunftssicherung eingeordnet. Für die Übernahme von mehr politischer Handlungsverantwortung hat Entwicklungspolitik wichtige Argumente auf ihrer Seite. Dennoch steht Entwicklungspolitik am Scheideweg: Ob sie noch ohnmächtiger wird oder durch politisch-institutionelle Reformen ein deutlicheres Profil ihrer neuen Aufgaben entwickelt und sich in ein wirksameres Instrument verwandelt, als sie es in der Vergangenheit war, muss abgewartet werden. [1]

  • PDF-Icon PDF-Version: 70 KB





  • Fußnoten

    1.
    Dieser Beitrag basiert auf der Publikation der Autorin: Entwicklungspolitik im Wandel. Von der Entwicklungshilfe zur globalen Strukturpolitik, Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung (Hrsg.), Bonn 2000.