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26.5.2002 | Von:
Frank Brunssen

Das neue Selbstverständnis der Berliner Republik

I. Die Negation der Geschichte

Zwischen 1945 und 1989/90 bildete die Abkehr von der nationalsozialistischen Vergangenheit ein zentrales Merkmal des Selbstverständnisses der Deutschen in Ost und West. Was die Bundesrepublik betrifft, hat die "Negation dessen, was Deutschland zwischen 1933 und 1945 war, . . . die neu entstehende Demokratie mit begründet" [4] . Die Abwendung vom Dritten Reich manifestierte sich in der Frühphase des neugegründeten Staates vor allem in Konrad Adenauers "Vergangenheitspolitik" [5] , die zum einen auf die symbolische Abgrenzung vom Nationalsozialismus zielte - etwa durch verbale Schuldbekenntnisse des Bundeskanzlers und durch praktische Maßnahmen wie das Wiedergutmachungsabkommen mit Israel -, zum anderen aber auch jenen "Schlussstrich" unter die Vergangenheit intendierte, beispielsweise indem über 55 000 ehemaligen NSDAP-Mitgliedern unter Berufung auf Artikel 131 des Grundgesetzes die Rückkehr in den öffentlichen Dienst ermöglicht wurde. Diese Politik war seinerzeit trotz ihrer tiefen Ambivalenz mehrheitsfähig, weil sie der Bewusstseinslage jener allzu vielen Deutschen entsprach, die zuvor den Nationalsozialismus in der einen oder anderen Form überhaupt erst möglich gemacht hatten. Nach dem verlorenen Krieg sagte man sich zwar vom Dritten Reich los, aber diese Abkehr gründete zumeist nicht in selbstkritischer Reflexion auf das Verbrechen, sondern war Ausdruck der totalen Desillusionierung, die der Zusammenbruch des NS-Staates bewirkt hatte.

Aus der Generation der damals jungen Deutschen reagierte ein Teil nach 1945 allerdings in anderer Weise auf die jüngste Vergangenheit. Diejenigen, die als Jugendliche unter Hitler in die Irre geführt worden waren und mit Kriegsende das Erwachsenenalter erreicht hatten, erlebten 1945 den Einsturz ihres nationalsozialistischen Weltbildes, an dessen Stelle in der Folge eine zutiefst skeptische Grundhaltung trat [6] . Günter Grass zum Beispiel, den als Angehörigen dieser Altersgruppe die "Unbeirrbarkeit des Hitlerjungen" [7] gekennzeichnet hatte, wandelte sich zu einem Westdeutschen, der nun eine "prinzipielle Antihaltung" bezog, und zwar einerseits gegenüber der konservativen Regierung, der Wiederaufrüstungspolitik oder dem Wirtschaftswunder-Materialismus der Bundesrepublik, andererseits aber eben auch gegenüber der Vergangenheit: er verstand "sich selbstredend und ohne Risiko als Antifaschist" [8] .

Für diejenigen aus Grass' Generation, die diesen Gestus der Verneinung teilten, erzeugte die Ablehnung der unmittelbaren Gegenwart und der Vergangenheit allerdings ein nicht unerhebliches Problem: Die Antihaltung stellte die nationale Identität dieser Altersgruppe als Deutsche grundsätzlich in Frage. Wie der Historiker Ernest Renan bereits Ende des neunzehnten Jahrhunderts deutlich gemacht hat, spielt bei der Bestimmung dessen, was eine Nation ist, die geschichtliche Dimension eine wichtige, wenn nicht die entscheidende Rolle. Neben gemeinsamen Grenzen, gemeinsamer Sprache und dem täglich sich erneuernden Willen zusammenzuleben konstituiere "der gemeinsame Besitz eines reichen Erbes an Erinnerungen", einer "langen Vergangenheit von Anstrengungen, von Opfern und Hingabe" [9] eine Nation. Interessanterweise hat Jürgen Habermas in diesem Zusammenhang eine Auffassung artikuliert, die auffallend mit der Renans korrespondiert: "Unsere Lebensform ist mit der Lebensform unserer Eltern und Großeltern verbunden durch ein schwer entwirrbares Geflecht von familialen, örtlichen, politischen, auch intellektuellen Überlieferungen - durch ein geschichtliches Milieu also, das uns erst zu dem gemacht hat, was und wer wir heute sind. Niemand von uns kann sich aus diesem Milieu herausstehlen, weil mit ihm unsere Identität, sowohl als Individuen wie als Deutsche, unauflöslich verwoben ist." [10] Für Habermas wie für Renan konstituiert sich also die Identität einer Person oder Nation aus einer spezifischen Geschichte, die dieser Person oder Nation ein bestimmtes Profil verleiht, das sie von anderen unterscheidet.

Für Grass' Generation war diese Art der Identifikation mit der deutschen Geschichte nach 1945 allerdings unmöglich geworden. Seine vormals auf nationalsozialistische Zielsetzungen getrimmte Altersgruppe musste vielmehr erfahren, "wie schwer es ist, eine solche unheilvolle Identifikation wieder aufzulösen" [11] . Auch Grass' Altersgenossin Christa Wolf zum Beispiel hat im Rückblick auf die Nachkriegsjahre betont, dass sie damals, "wie viele meiner Generation, intensiv gewünscht hatte, keine Deutsche sein zu müssen" [12] . Nachdem das ungeheuerliche Ausmaß der Verbrechen ans Licht gekommen war, bot deutsche Geschichte vielen aus dieser Altersgruppe nur noch zutiefst fragwürdige Traditionsbestände. Die "klärende Rückbesinnung" war blockiert: "Die Herkunft entziffert nicht wie in anderen Nationalkulturen die Gegenwart, eher umgekehrt, sie wirkt nach wie vor bedrohlich." [13] Im Jahr 1945 sah sich die Generation von Grass und Wolf deshalb mit nichts weniger als dem "Zusammenbruch der nationalen Identität der Deutschen" [14] konfrontiert.

Auch für die Protestgeneration der sechziger Jahre war die kritische Negation der nationalsozialistischen Vergangenheit und deren höchst problematische Präsenz in der Gegenwart der Bundesrepublik von eminenter Bedeutung. Der Generationskonflikt flammte zu jener Zeit ja nicht zuletzt deshalb auf, weil die Eltern und Großeltern sich größtenteils unwillig gezeigt hatten, mit der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit zu beginnen. "Die Abwehr der mit der Nazivergangenheit verbundenen Schuld- und Schamgefühle ist weiterhin Trumpf", schrieben Margarete und Alexander Mitscherlich. "Alle Vorgänge, in die wir schuldhaft verflochten sind, werden verleugnet, in ihrer Bedeutung umgewertet, der Verantwortung anderer zugeschoben, jedenfalls nicht im Nacherleben mit unserer Identität verknüpft." [15] Hans Magnus Enzensberger brandmarkte die Bundesrepublik der fünfziger und sechziger Jahre daher als "mördergrube", in der "die vergangenheit in den müllschluckern schwelt", in der "im ewigen frühling der amnesie" das Verbrechen mit "fleckenwasser" [16] bearbeitet wird. Erst in der Kritischen Theorie der späten Frankfurter Schule fanden die Nachgeborenen die Lehre und die Sprache, um die "Kritik des Negativen" [17] in die Praxis umzusetzen. Für diese Altersgruppe boten weder die Geschichte ihrer Eltern und Großeltern noch die Gegenwart der Bundesrepublik irgendeinen Identifikationsanreiz; statt dessen suchte sie eine Art "geschichtslosen Neuanfang" [18] jenseits der deutschen Traditionen. Der 68er Thomas Schmid schreibt rückblickend, dass seine Generation in der "Existenz im toten Winkel der Geschichte" den "Normalfall" [19] sah; eine Einschätzung, die illustriert, warum in der Zeitgeschichtsschreibung eine "eigentümliche Geschichtslosigkeit" [20] für die Bundesrepublik der sechziger Jahre diagnostiziert wurde. Die Protestgeneration definierte sich nicht über die deutsche Geschichte, sondern in linker Opposition zu ihr; eben deshalb griffen viele junge Deutsche in jener Zeit andere Identifikationsangebote auf, wandten sich einem oft politisch motivierten Internationalismus zu oder verstanden sich primär als Kosmopoliten und Europäer. Enzensberger konstatierte damals mit Blick auf das Selbstverständnis seiner Generation, den Deutschen sei ihre nationale Identität 1945 so gründlich abhanden gekommen, "dass man sich fragen muss, ob von einer deutschen Nation überhaupt noch die Rede sein kann" [21] .

Die Frage nach der nationalen Identität war damit allerdings nicht ad acta gelegt - auch nicht für Enzensberger. Nach dem Bau der Berliner Mauer schrieb er in seiner Büchner-Preis-Rede über die zwei deutschen Staaten: "Jeder Teil spricht dem andern Existenz oder Existenzberechtigung ab. Beide Teile sind sich in allen Punkten uneinig, außer in einem: dass es darauf ankomme, einander in allen Punkten zu widersprechen." [22] Diese wechselseitige Verneinung, die in beiden Staaten zum Programm erhoben worden war, machte es den Ost- wie den Westdeutschen unmöglich, sich in einem Sinne als Deutsche zu verstehen, wie die Angehörigen anderer Staaten sich etwa als Franzosen oder Polen begreifen. "Wir sind nicht identisch mit einem dieser Staaten", schrieb Enzensberger über die beiden Deutschländer, "mit keinem von ihnen können wir uns identifizieren. Im Gegenteil: je mehr ihre Identität sich festigt, desto fragwürdiger wird die unsrige." [23] Dieses geteilte Deutschland war im Vergleich mit seinen Nachbarländern nicht mit normalen Maßstäben zu messen, sondern stellte einen "Grenz- und Sonderfall" dar. Die Mauer, so Enzensberger damals, "trennt nicht allein Deutsche von Deutschen, sie scheidet uns alle von allen anderen Leuten". Angesichts der deutschen Anomalie kam er zu dem paradoxen Schluss: "Das einzige, was wir miteinander teilen, ist die Teilung. Die Zerrissenheit ist unsere Identität." [24]

In der DDR bildete die Negation der nationalsozialistischen Vergangenheit eine Säule des offiziellen, von der SED propagierten Selbstverständnisses. Die kursorisch beschworene "antifaschistische Tradition" wurde zum historiographischen Diktum, das die DDR vom diktatorischen Teil der deutschen Geschichte abkoppeln sollte. Jurek Becker, in Ostdeutschland aufgewachsen, hat die "Lüge", die diesem offiziellen Selbstverständnis zugrunde lag, einmal auf sehr anschauliche Weise auf den Punkt gebracht. Die DDR, schrieb Becker in den neunziger Jahren, "erfand sich eine Geschichte, die nie stattgefunden hatte - ihre Ahnherren seien die deutschen Antifaschisten. . . . Faschismus hatte nichts mit uns, den DDR-Menschen, zu tun, auf wunderbare Weise hatten wir uns der Tatsachen entledigt. Filme über die Nazizeit waren immer Filme über den antifaschistischen Widerstand; der Schulunterricht über die Nazizeit war kein Unterricht über unsere jüngste Geschichte, er handelte stets von den Untaten dieser schrecklichen aliens, die wir, die Antifaschisten, mit etwas Unterstützung durch die Rote Armee, besiegt hatten. Von den zehntausend Antifaschisten, die es in Nazideutschland gegeben haben mag, lebten allein acht Millionen in der DDR" [25] .

Eine weitere Funktion des antifaschistischen Imperativs bestand darin, das internationale Profil der DDR durch die permanente ideologische Negation der Bundesrepublik aufzuwerten. Von offizieller Seite wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass in Westdeutschland noch jene ideologischen Übel fortlebten, die es in der DDR angeblich nicht mehr gab. Ein linientreuer Schriftsteller wie Stephan Hermlin beschrieb die DDR deshalb Anfang der sechziger Jahre als "Antiglobkestaat" [26] , in dem ehemalige Nazis wie Hans Globke, damals noch Staatssekretär unter Adenauer, keine Chance hätten. Die DDR war in der Tat ein "Gegenstaat" [27] , der zur Konturierung seines positiven Profils die Bundesrepublik als negativen Gegenspieler benötigte. Auf diese Weise sollte der antifaschistische Imperativ zudem jenen ostdeutschen Minderwertigkeitskomplex ausgleichen, der in der territorialen und ökonomischen Asymmetrie zwischen den beiden Staaten gründete. Um die deutsche Ungleichheit wegzublenden und die historische Legitimität der DDR zu unterstreichen, begann die Regierung deshalb in den sechziger Jahren, "das Wort ,deutsch' aus allen öffentlichen Namen zu streichen und es durch ,DDR' zu ersetzen" [28] . Maßnahmen dieser Art spiegelten allerdings nicht die Meinungen und Wünsche durchschnittlicher Bürger wider; in der Realität gelang es den DDR-Offiziellen nicht, die Ostdeutschen in eine sozialistische Klassennation umzuformen, und zwar weil "nationale Identitäten nicht einfach kurzfristig durch politische Manipulationen geschaffen oder verändert werden" [29] .

In der Geschichte Ostdeutschlands gab es lediglich zwei Zeitabschnitte, in deren Verlauf die Herausbildung einer unabhängigen DDR-Identität möglich erschien: zum einen die "Phase der Nachkriegsentwicklung", als - wie Christa Wolf erläutert hat - "die allmähliche Identifikation von uns damals jungen Leuten mit der späteren DDR" [30] sich abzeichnete - eine Entwicklung, die in den folgenden Jahren allerdings durch repressive staatliche Maßnahmen zunehmend zunichte gemacht wurde; zum anderen die Umbruchjahre von 1989/90, als die radikale öffentliche Kritik am "realexistierenden Sozialismus" die Möglichkeit einer vom Volk selbst bestimmten DDR aufscheinen ließ. Nach Erich Honeckers Sturz im Herbst 1989, schreibt beispielsweise Friedrich Schorlemmer, "gab es kurzfristig eine gelingende Identität der DDR-Deutschen, die sich auf sich selbst besannen und einen eigenständigen, grundlegenden demokratischen Umgestaltungsprozess begannen" [31] . Auch Jens Reich unterstreicht in dieser Hinsicht: "Alle Ergebnisse dieses unglaublichen Vierteljahres führten dazu, dass ich mich mit der DDR im letzten agonalen Jahr ihres Bestehens doch noch identifizierte." [32] Insgesamt bleibt allerdings festzuhalten, daß es abgesehen von diesen beiden Phasen "keine Identität gab", die für die DDR spezifisch gewesen wäre, "nur eine, die abgesichert wurde durch den Sicherheitsapparat" [33] . Wie viele andere Bürger auch, bemerkt Schorlemmer, habe er sich "nie als DDR-Deutscher gefühlt. Ich war immer ein Deutscher aus der DDR" [34] . Dass die Mehrheit der Bürger sich nicht mit ihrem Staat identifizierte, machten die Übersiedlerzahlen und die Ausreiseanträge in den Jahren der Teilung unmissverständlich deutlich. Mit Blick auf die Abwanderung aus dem SED-Staat, insbesondere der "Kinder der DDR", hat auch Christa Wolf eingeräumt, "dass die Verhältnisse in der DDR diesen jungen Leuten anscheinend keine wie immer streitbare, konfliktreiche Identifikation mit diesem Staat, und sei es im Widerspruch, ermöglicht haben" [35] .

Da die Teilung der Nation die Herausbildung einer gesamtdeutschen Identität nicht erlaubte, propagierte der Politologe Dolf Sternberger von den späten siebziger Jahren an ein Konzept, das auf der Zweistaatlichkeit als Prämisse beruhte. In seinen Überlegungen zum "Verfassungspatriotismus" konzedierte Sternberger zunächst durchaus: "Das Vaterland ist in der Tat schwer zu finden, dasjenige, welches eine natürliche Empfindung der Zugehörigkeit, der fraglosen Identifizierung erlaubte und zu erwecken imstande wäre." [36] Doch obwohl wir nicht in einem "ganzen Deutschland" leben, so Sternberger, leben wir zumindest in einer "ganzen Verfassung", dem Grundgesetz; und seit 1949 "hat sich unmerklich ein neuer, ein zweiter Patriotismus ausgebildet, der eben auf die Verfassung sich gründet" [37] . Sternbergers Modell wurde von vielen Westdeutschen, zumal den gebildeteren, begrüßt, weil es eine Art pragmatisches Arrangement mit dem Identitätsproblem ermöglichte. Es enthielt allerdings auch zwei substantielle Defizite; zum einen schloss es die Deutschen in der DDR nicht mit ein, zum anderen wies es einen merkwürdig ahistorischen Aspekt auf: Die gesamte Dimension der deutschen Geschichte vor der Einführung des Grundgesetzes im Jahr 1949 blieb in ihrer zentralen Bedeutung für das Selbstverständnis der Bürger der Bundesrepublik unberücksichtigt.

Mitte der achtziger Jahre avancierte die kritische Negation der Vergangenheit schliesslich zum Zankapfel des berühmten Historikerstreits. Dessen Ausgangspunkt bildete damals die Infragestellung der Singularität des Holocaust durch Ernst Nolte, der einen "kausalen Nexus" [38] zwischen Auschwitz und dem Archipel GULag behauptete und die sowjetische Untat für "ursprünglicher" [39] als das deutsche Verbrechen erklärte. Als Noltes Hauptopponent bekämpfte Jürgen Habermas insbesondere dessen Relativierung des Holocaust, war aber zugleich nicht minder darum bemüht, die gesellschaftspolitische Intention hinter Noltes Lesart der Geschichte zu entlarven: nämlich "eine revisionistische Historie in Dienst [zu] nehmen für die nationalgeschichtliche Aufmöbelung einer konventionellen Identität" [40] . Habermas fürchtete, dass die deutsche Vergangenheit nicht länger kritisch überprüft würde, sondern sich durch Noltes Interpretation positive Identifikationsangebote eröffnen, die zur Erneuerung eines konventionellen deutschen Selbstverständnisses führen könnten. Obwohl Habermas in der Auseinandersetzung mit Nolte und dessen Gesinnungsgenossen am Ende die Oberhand behielt und das Forum nutzte, um als Alternative Sternbergers Konzept des Verfassungspatriotismus zu propagieren, führte auch der Historikerstreit nicht zur Lösung des Identitätsproblems. Das zeigte nicht nur die akademische Diskussion, sondern wurde auch in der Literatur der achtziger Jahre deutlich. Peter Schneider zum Beispiel, einer der führenden Aktivisten der 68er-Generation, hat die zerrissene deutsche Position jener Zeit eindringlich in der Erzählung Der Mauerspringer von 1982 festgehalten. [41]

Fußnoten

4.
Christian Meier, Verurteilen und Verstehen. An einem Wendepunkt deutscher Geschichtserinnerung, in: "Historikerstreit". Dokumentation der Kontroverse um die Einzigartigkeit der nationalsozialistischen Judenvernichtung, München 1988, S. 48.
5.
Norbert Frei, Vergangenheitspolitik. Die Anfänge der Bundesrepublik und die NS-Vergangenheit, München 1996.
6.
Vgl. Helmut Schelsky, Die skeptische Generation. Eine Soziologie der deutschen Jugend, Düsseldorf 1957.
7.
Günter Grass, Schreiben nach Auschwitz. Frankfurter Poetik-Vorlesung, Frankfurt/M. 1990, S. 11.
8.
Ebd., S. 13.
9.
Ernest Renan, Qu'est-ce qu'une nation?, Paris 1882, S. 26.
10.
Jürgen Habermas, Über den öffentlichen Gebrauch der Historie. Das offizielle Selbstverständnis der Bundesrepublik bricht auf, in: "Historikerstreit" (Anm. 4), S. 247.
11.
Christa Wolf, Überlegungen zum 1. September 1939, in: dies., Im Dialog. Aktuelle Texte, Frankfurt/M. 1990, S. 72.
12.
Dies., Rede vom Auslöffeln. Zur Sache: Deutschland, in: Wochenpost vom 3. 3. 1994, S. IV.
13.
Sven Papcke, Gibt es eine kulturelle Identität der Deutschen?, in: Werner Weidenfeld (Hrsg.), Die Identität der Deutschen, Bonn 1983, S. 249.
14.
C. Wolf (Anm. 11), S. 72.
15.
Alexander und Margarete Mitscherlich, Die Unfähigkeit zu trauern. Grundlagen kollektiven Verhaltens, München 198618, S. 26.
16.
Hans Magnus Enzensberger, landessprache, in: ders., Landessprache. Gedichte, Frankfurt/M. 1969, S. 9.
17.
Philosophisches Wörterbuch, Westberlin 1975, S. 857.
18.
Friedrich H. Tenbruck, Alltagsnormen und Lebensgefühle in der Bundesrepublik, in: Richard Löwenthal/Hans-Peter Schwarz (Hrsg.), Die zweite Republik. 25 Jahre Bundesrepublik - eine Bilanz, Stuttgart 1974, S. 292.
19.
Thomas Schmid, Glasklarer Durchblick, in: Die Zeit vom 26. 3. 1993, S. 10.
20.
Wolfgang J. Mommsen, Wandlungen der nationalen Identität, in: W. Weidenfeld (Anm. 13), S. 179.
21.
Hans Magnus Enzensberger, Über die Schwierigkeit, ein Inländer zu sein (1964), in: ders., Der Fliegende Robert. Gedichte, Szenen, Essays, Frankfurt/M. 1989, S. 37.
22.
Ders. (Anm. 16), S. 124.
23.
Ders., Büchner-Preis-Rede, in: Büchner-Preis-Reden 1951-1971, Stuttgart 1972, S. 126.
24.
Ders. (Anm. 16), S. 130.
25.
Jurek Becker, Mein Vater, die Deutschen und ich, in: Die Zeit vom 20. 5. 1994, S. 58.
26.
Stephan Hermlin, Antwort, in: Klaus Wagenbach (Hrsg.), Vaterland, Muttersprache, Berlin 1994, S. 186.
27.
Eberhard Jäckel, Das deutsche Jahrhundert. Eine historische Bilanz, Stuttgart 1996, S. 305.
28.
C. Wolf (Anm. 11), S. IV.
29.
W. J. Mommsen (Anm. 20), S. 184.
30.
C. Wolf (Anm. 11), S. 73.
31.
Friedrich Schorlemmer, Vor den Trümmern einer gescheiterten Alternative, in: ders., Bis alle Mauern fallen. Texte aus einem verschwundenen Land, Berlin 1991, S. 21.
32.
Jens Reich, Die organisierte Langeweile. 40 Jahre DDR - ein Rückblick aus der Distanz von zehn Jahren, in: Die Zeit vom 7. 10. 1999, S. 12.
33.
F. Schorlemmer (Anm. 31), S. 10.
34.
Ebd. S. 11.
35.
C. Wolf (Anm. 11), S. 75.
36.
Dolf Sternberger, Verfassungspatriotismus. Rede bei der 25-Jahr-Feier der "Akademie für Politische Bildung" (1982), in: ders., Verfassungspatriotismus, Schriften, Band X, Frankfurt/M. 1990, S. 20.
37.
Ders., Verfassungspatriotismus (1979), in: ders., ebd., S. 13.
38.
Ernst Nolte, Vergangenheit, die nicht vergehen will, in: "Historikerstreit" (Anm. 4), S. 46.
39.
Ebd., S. 45.
40.
Jürgen Habermas, Eine Art Schadensabwicklung. Die apologetischen Tendenzen in der deutschen Zeitgeschichtsschreibung, in: "Historikerstreit" (Anm. 4), S. 73.
41.
Vgl. Peter Schneider, Der Mauerspringer, Darmstadt-Neuwied 1982.