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26.5.2002 | Von:
Thomas Ahbe
Monika Gibas

Der Osten in der Berliner Republik

II. Die Formierung zweier deutscher politischer Kulturen

Als mit Beginn des Kalten Krieges die zueinander konträr verlaufenden Umwälzungen in den Besatzungszonen so forciert wurden, dass schließlich zwei Teilstaaten entstanden, bedeutete das nicht nur eine Polarisierung zwischen Ost- und Westdeutschland auf der Ebene ihrer jeweiligen politischen und ökonomischen Verfasstheit. Es kam im Ergebnis der staatlichen Teilung langfristig auch in beiden Teilen Deutschlands zu einer relativen ideologischen, sozialmoralischen und mentalen Homogenisierung nach innen, die mit den je eigenen politisch-ökonomischen Rahmenbedingungen korrespondierte.

Hinzu kam noch, dass die Grenze zwischen der DDR und der Bundesrepublik teilweise zu einer tradierten Grenzlinie innerhalb der deutschen Kultur gehörte. Im Norden der DDR lagen die weiten Räume der halbfeudalen preußischen Großagrarier, in denen nicht die kleinbäuerlichen, sondern die landarbeiterlichen Unterschichten lebten. Im mitteldeutschen Raum gab es eine starke proletarische Tradition. In den hochmodernisierten Industriegebieten zwischen Dessau, Bitterfeld, Halle, Merseburg, Leuna und Buna sowie in den sächsischen Revieren, deren Industrie-Tradition bis ins 19. Jahrhundert reichte, bestand eine Kultur, die sich von den hessisch-westthüringischen und fränkischen Nachbarregionen unterschied und dem Ruhrgebiet ähnelte. In der SBZ war der Bevölkerungsanteil der abhängig Beschäftigten gegenüber dem der Selbständigen auch bedeutend größer als in den Westzonen [1] . Die politisch intendierten Homogenisierungsbestrebungen in Richtung Proletarisierung der ostdeutschen Gesellschaft interagierten also mit einer für Ostdeutschland typischen, historisch gewachsenen Milieulandschaft. Die hier verankerten preußisch-protestantischen Tugenden - Fleiß, Pflichterfüllung und Sparsamkeit als zentrale Auffassungen, Einordnung in und Dienst an der Gemeinschaft - waren dem Wertehorizont der neuen "sozialistischen" Arbeitsgesellschaft angepasst. Mehr noch: Sie waren, wie sich zeigen sollte, geradezu Voraussetzung für ihr Funktionieren.

Seit 1945 trieben die radikalen politischen, ökonomischen und ideologischen Umwälzung im Osten Deutschlands nicht nur politische Gegner, sondern vor allem auch Angehörige der besitzenden sozialen Milieus, des Groß- und Kleinbürgertums, zur Flucht in den Westen. Dem verkündeten Programm der "antifaschistisch-demokratischen Umwälzung", und seit 1952 dem Programm des "Aufbaues der Grundlagen des Sozialismus" entsprechend, zerstörte die Politik in der SBZ und DDR also gezielt die ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Reproduktionsbedingungen des Großbürgertums, des kleinbürgerlichen Mittelstandsmilieus und des bürgerlich-humanistischen Milieus [2] . Zugleich wurden die Angehörigen der und die Kinder aus den Arbeitermilieus, sofern sie sich nicht explizit gegen den politischen Kurs der neuen Eliten stellten, beim Zugang zu höherer Bildung und zu den neuen Dienstklassen gegenüber den bürgerlichen Schichten privilegiert. Dieser rabiate antikapitalistische Eingriff in die Besitzverhältnisse, gekoppelt mit einer beständigen öffentlichen Stigmatisierung bürgerlicher Ideologie und Lebensweise, mit der Repression ihrer Anhänger und der gezielten Privilegierung der Unterschichten, führte im Ergebnis zu einem raschen Verschwinden des Großbürgertums und einer erheblichen Dezimierung der Mittelstandsmilieus und damit zu einer Homogenisierung der Bevölkerung Ostdeutschlands in Richtung kleinbürgerlich-proletarischer Milieus.

Dieses intendierte Programm einer sozialstrukturellen Homogenisierung der DDR-Gesellschaft zu einem "Arbeiter-und-Bauern-Staat" oder "sozialistischem Staat der Werktätigen" [3] zielte auf die Formierung der ostdeutschen Bevölkerung zu einem "neuen historischen Subjekt" mit einander angeglichenen Lebensverhältnissen und vereinheitlichten politischen Vorstellungen. Das schien nicht allein durch ökonomische Eingriffe und das Erzwingen von Loyalität zu bewerkstelligen zu sein. Durch die Propagierung und Anerziehung eines neuen "sozialistischen Bewusstseins" versuchte die politische Führung der DDR, "die initiativreiche Mitarbeit aller beim Aufbau der sozialistischen Gesellschaft" - also authentisches Engagement im beruflichen und gesellschaftlichen Leben - zu erreichen. Die Implementierung einer "sozialistischen Ideologie" als für alle Bürger verbindliche Weltanschauung schien der Königsweg zu diesem Ziel. Die Durchsetzung der Weltdeutungshegemonie der neuen politischen Eliten in Gestalt des Marxismus-Leninismus geschah über den Weg strikter Reglementierung der gesamten gesellschaftlichen Kommunikation: Die Medien, Kultur und Kunst, Wissenschaft und vor allem das Bildungssystem wurden nicht nur durch permanente Verbreitung der neuen Deutungsmuster und rigide Ausgrenzung anderer Meinungen und Anschauungen, sondern seit 1951 auch durch Gesetze und Verordnungen ausdrücklich auf den Marxismus-Leninismus als weltanschauliches Grundkonzept verpflichtet [4] . Als notwendige Voraussetzungen für die Konstituierung einer neuen, von sozialen Ungerechtigkeiten und von gesellschaftlichen Konflikten bereinigten Gesellschaft sah die DDR-Elite also nicht nur die Monopolisierung der politischen und der ökonomischen Macht, sondern auch die Egalisierung der Lebensverhältnisse wie auch die Angleichung der Normalitätsvorstellungen und politischen Werte der DDR-Bevölkerung.

Etwa Mitte der sechziger Jahre hatte sich tatsächlich eine neue Milieulandschaft in Ostdeutschland [5] ausgeprägt. Sie war gekennzeichnet durch "Entbürgerlichung" der Bildungselite, durch das Entstehen einer neuen "sozialistischen Intelligenz" sowie die Formierung eines "rationalistisch-technokratischen" und eines "status- und karriereorientierten" Milieus. Typisch für die Mittel- und Unterschichten der DDR waren das kleinbürgerlich-materialistische Milieu und die Arbeitermilieus. Diese Wandlungsprozesse führten zu einem Kulturraum, der im Vergleich zum westdeutschen eher proletarisch, egalitär und links war.

Aber nicht nur im Osten des geteilten Landes waren Sozialingenieure am Werk. Nach dem Zweiten Weltkrieg bemühten sich verschiedene Kreise neoliberaler Intellektueller und Industrieller in Amerika und Europa, den damals auch in den westeuropäischen Gesellschaften verbreiteten "kollektivistischen Zeitgeist" gezielt in Richtung auf eine marktradikale Einstellung zu beeinflussen [6] . Es gab also auch im Westen Experten, die sich um die Herstellung größtmöglicher Übereinstimmung zwischen der Mentalität der Bevölkerung und dem wirtschaftspolitischen System kümmerten. So war der Marshall-Plan auch als "ein überaus ambitioniertes Werbeprojekt" gedacht und umgesetzt worden [7] .

Auch die Propagierung des Konzepts der "Sozialen Marktwirtschaft" in der Bundesrepublik Anfang der fünfziger Jahre zielte auf die mentale Beeinflussung der Bevölkerung in dieser Richtung. Man ging davon aus, dass die Bevölkerung gegenüber der Marktwirtschaft noch sehr zurückhaltend sei und dagegen etwas getan werden müsse, wolle man nicht Boden an den Kommunismus verlieren. Die "Soziale Marktwirtschaft" wurde von den wirtschaftspolitischen Vordenkern als "Gegenprogramm gegen Kommunismus und Bolschewismus" konzipiert [8] . Im Jahre 1952 verschrieb sich eine von Unternehmern im Umfeld Ludwig Erhardts gegründete Organisation mit dem programmatischen Namen "Die Waage. Gemeinschaft zur Förderung des sozialen Ausgleichs e. V." der Aufgabe, kontinuierlich Vertrauenswerbung für die Idee einer als "Soziale Marktwirtschaft" neu verfassten Gesellschaft zu betreiben [9] . Ihre PR-Kampagnen wandten sich über einen längeren Zeitraum - 1952 bis 1965 - mit Anzeigen in den großen Zeitungen und Zeitschriften, aber auch mit Werbefilmen an den "kleinen Mann auf der Straße". Dieser solle, so die Idee der Initiatoren, für einen konfliktarmen, möglichst konsensualen Wiederaufbau der westdeutschen Gesellschaft auf kapitalistischer Grundlage gewonnen werden.

Die zentralen Botschaften der "Waage-Kampagnen" zielten auf die stärkere mentale Verankerung eines positiven Bildes vom Unternehmer als dem Träger oder Motor des wirtschaftlichen Aufschwungs und damit auch der Vermehrung des gesellschaftlichen Reichtums der bundesdeutschen Gesellschaft. Vor allem aber sollte ein allmählicher Bewusstseinswandel der proletarischen Schichten hin zu einem Mittelstandsbewusstsein angeregt werden. Man wollte ein gesellschaftliches Klima fördern, in dem der Unternehmergeist allgemein geschätzt und die wirtschaftlichen und politischen Belange in einem "ausgehandelten" Konsens gelöst werden. In der Jahresend-Anzeige der Waage von 1956 hieß es dann auch: "Der Klassenkampf ist zu Ende. Den Begriff des Proletariers gibt es nicht mehr. Im freien Deutschland vollzieht sich eine geschichtliche Wandlung: der ehemals klassenbewusste Arbeiter wird zum selbstbewussten, freien Bürger. Ein Mann, der auf lange Sicht plant, der für seine Kinder eine gründliche Schulung verlangt, der durch Eigentum die Freiheit seiner Familie zu sichern sucht, das ist der Arbeiter von heute." [10]

Auch wenn sich die Wirkung solcherart politischer Werbung nur schwer messen lässt, so ist doch zu konstatieren, dass die Intentionen der Kampagnenstrategen letztlich ihre Realisierung fanden. Schon im Jahr 1955 stellten Soziologen fest, dass Begriffe wie "Proletarier, Proletariat und Prolet" gewissermaßen ausgestorben seien [11] . Der als "Fahrstuhleffekt" beschriebene simultane soziale Aufstieg aller sozialen Schichten im Wirtschaftswunderland Bundesrepublik in den fünfziger und sechziger Jahren war also von einem Diskurs begleitet, der auch das Selbstbild der (ehemals) "kleinen Leute" zu modifizieren suchte. Resultat dieser Entwicklung war, wie im Osten des geteilten Landes, eine kulturell homogenere Gesellschaft: im Westen die nivellierte bürgerliche Mittelstandsgesellschaft, im Osten die nivellierte arbeiterliche Gesellschaft.

Bis zu dem kulturellen Umbruch 1968 in Westdeutschland war die ostdeutsche Gesellschaft stärker von sozialer und geistiger Mobilität und Spannungen geprägt [12] . Manche der alltagskulturellen Wandlungen, die Ende der sechziger Jahre im Westen in eindrucksvollen und originellen Attacken auf den Normenkanon des bürgerlichen Anstands durchgesetzt wurden, gab es im Osten schon. Allerdings waren sie Ergebnis einer kulturellen "Revolution von oben", die das Zurückdrängen formaler Distinktion im Alltag, die Emanzipation der Geschlechter und die ökonomische Unabhängigkeit der Frauen durchsetzte beziehungsweise anregte. Im Alltag ergab sich so ein Klima von Informalität, Kollegialität und Libertinage, das sich von der hierarchischen bürgerlich-traditionellen Distinktion im Westdeutschland der Adenauerzeit unterschied. Der Proteststurm 1968 und der Aufbruch der geistigen Starre des westdeutschen Restaurations-Muffs führten zur Synchronisierung der kulturellen mit der wirtschaftlichen Dynamik der Westrepublik. Zu dieser Zeit fanden sich auch die philosophischen und psychologischen Versatzstücke für die Inszenierung eines neuen, stärker individualisierten, innengeleiteten und hedonistischen Persönlichkeits- und Konsumententypus. All das ermöglichte die Bereicherung und Dynamisierung der politischen Kulturlandschaft der Bundesrepublik durch Friedens-, feministische, Minderheiten- und Ökologiebewegungen sowie zahllose Bürgerinitiativen im regionalen Bereich.

Der Einfluss, den der systemübergreifende Wertewandel auf die Kultur in Ostdeutschland ausübte, war jedoch aus wirtschaftlichen und ideologischen Gründen nicht so offensichtlich wie in den westlichen Ländern. Zum einen fehlte den Konsumenten im Osten das warenmässige Pendant, das die Semantik für die Differenzierung, Verfeinerung und die öffentliche Präsentierung der neuen Lebensstile lieferte. Zum anderen ging der Staat bis in die frühen siebziger Jahre recht rigide gegen die kulturellen Symbole des Wertewandels und des "Generationen-Konfliktes", die der eigenen Gesellschaft als wesensfremde und gefährliche Importe galten, vor [13] . Während es also "den 68ern" der Bundesrepublik in den siebziger und achtziger Jahren gelang, die Diskurshoheit zu gewinnen und den gesellschaftlichen Wertewandel kommunikativ zu stützen, fehlte eine vergleichbare Breitenwirkung im Osten. Nicht nur bei der älteren und mittleren Generation, sondern auch bei grossen Teilen der Jugend gab und gibt es Dispositionen, die außenorientierter [14] und weniger individualisiert und innengeleitet als im Westen sind.

Der Osten blieb eine weniger individualisierte, eher egalisierte arbeiterliche Gesellschaft. Auch in der subjektiven Schichteinstufung zeigten sich die Ostdeutschen in der Tendenz plebejischer als die Westdeutschen. Viele Menschen, die den nichtproletarischen Schichten angehörten, fühlten und sahen sich als Arbeiter. Dieser Trend hält bis in die Gegenwart an. In einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes unmittelbar nach dem Beitritt der DDR zeigte sich, dass sich fast zwei Drittel der ostdeutschen Bevölkerung (61 Prozent) der Unter- und Arbeiterschicht zurechneten - beinahe auf den Prozentpunkt genauso viel, wie sich im Westen der Mittelschicht zuordnen (62 Prozent) [15] . Aber auch die miteinander vergleichbaren sozialen Schichten und Milieus sind heute noch in West und Ost recht verschieden. Im Osten hat sich der Wertewandel, die subjektive Modernisierung, also unter spezifischen sozialstrukturellen, ideologischen und alltagskulturellen Bedingungen vollzogen. Die Bildung der "modernen Milieus" führte hier zu anderen Ergebnissen als im Westen: Das alternative Milieu hat im Osten eine ausgeprägte linksintellektuelle Tendenz, und seine Angehörigen verstanden sich zum Teil als Gegenelite der DDR und des vereinigten Deutschlands, zudem ist diese Minderheit im Osten größer als ihr West-Pendant [16] . Die hedonistische Strömung des Wertewandels wurde in der DDR vor allem durch die selbstbewussten, gut ausgebildeten jüngeren Arbeiter repräsentiert. Die Neuakzentuierung der SED-Politik in den siebziger Jahren, die stärkere Legitimierung der Konsumansprüche, die Förderung "junger Arbeiterfamilien" verstärkte das noch. Im Alter von 25 Jahren hatten die Angehörigen dieses Milieus erreicht, was sie für erstrebenswert hielten und was in der DDR erreichbar war - und suchten nun außerhalb der DDR nach besseren Arbeits- und Konsummöglichkeiten [17] . Nach einer langen Phase relativer Stabilität, in der die Angehörigen der verschiedenen Milieus auf jeweils spezifische Art und Weise mit der DDR "ihren Frieden" gemacht hatten [18] , war die DDR ab Mitte der achtziger Jahre für die Mehrzahl der Ostdeutschen - aus ganz verschiedenen Perspektiven - in jeder Hinsicht nur noch "zweite Wahl" [19] : Weder war erkennbar, dass die SED-Führung für die Aufnahme des Perestroika-Impulses und eine Demokratisierung des Landes bereit war, noch nahm eine Mehrheit weiterhin an, dass man den technischen und konsumtiven Rückstand zu den westlichen Industrieländer auch nur verringern könnte.

Fußnoten

1.
Vgl. Statistisches Handbuch für Deutschland 1949, zit. in: Thomas Gensicke, Die neuen Bundesbürger. Eine Transformation ohne Integration, Opladen 1998, S. 141.
2.
Vgl. Dagmar Müller/Michael Hofmann/Dieter Rink, Diachrone Analysen von Lebensweisen in den neuen Bundesländern: Zum historischen und transformationsbedingten Wandel der sozialen Milieus in Ostdeutschland, in: Stefan Hradil/Eckart Pankoke (Hrsg.), Aufstieg für alle?, Opladen 1997, S. 237-319.
3.
Vgl. Monika Gibas, "Die DDR - das sozialistische Vaterland der Werktätigen!" Anmerkungen zur Identitätspolitik der SED und ihrem sozialisatorischen Erbe, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 39-40/99, S. 21-30.
4.
Vgl. dies., Ideologie und Propaganda, in: Die SED. Geschichte - Organisation - Politik. Ein Handbuch, hrsg. von Andreas Herbst/Gerd-Rüdiger Stephan/Jürgen Winkler, Berlin 1997, S. 241-262.
5.
Zum Vergleich der Milieu-Landschaften: Michael Vester, Milieuwandel und regionaler Strukturwandel in Ostdeutschland, in: ders./Michael Hofmann/Irene Zierke (Hrsg.), Soziale Milieus in Ostdeutschland. Gesellschaftliche Strukturen zwischen Zerfall und Neubildung, Köln 1995, S. 7-50, hier S. 15; Jörg Ueltzhoffer /Berthold Flaig, Spuren der Gemeinsamkeit? Soziale Milieus in Ost- und Westdeutschland, in: Werner Weidenfeld (Hrsg.), Deutschland. Eine Nation - doppelte Geschichte, Köln 1993, S. 61-81.
6.
Vgl. Max R. Hartwell, A History of the Mont Pèlerin Society, Indianapolis 1995, S. 47 f.
7.
Klaus Schönberger, "Hier half der Marshallplan". Werbung für das europäische Wiederaufbauprogramm zwischen Propaganda und Public Relations, in: Gerald Diesener/Rainer Gries (Hrsg.), Propaganda in Deutschland. Zur Geschichte der politischen Massenbeeinflussung im 20. Jahrhundert, Darmstadt 1996, S. 193-212, hier S. 197 f.
8.
Alexander Rüstow, Soziale Marktwirtschaft als Gegenprogramm gegen Kommunismus und Bolschewismus, in: Albert Hunold (Hrsg.), Wirtschaft ohne Wunder, Erlenbach-Zürich 1953, S. 97-108.
9.
Vgl. Dirk Schindelbeck/Volker Ilgen, "Haste was, biste was!" Werbung für die Soziale Marktwirtschaft, Darmstadt 1999.
10.
Ebd., S. 147.
11.
Vgl. Hermann Glaser, Die Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bd. 2, Frankfurt/M, S. 77.
12.
Vgl. Thomas Ahbe/Michael Hofmann, Anpacken oder Abhauen. Die 50er Jahre in Mitteldeutschland. Erinnerungen an den Alltag (i. E.).
13.
Vgl. Michael Rauhut, Beat in der Grauzone. DDR-Rock 1964 bis 1972 - Politik und Alltag, Berlin 1993.
14.
Thomas Gensicke referiert psychometrische Untersuchungen zum Ost-West-Unterschied aus dem Jahr 1990/91, die das illustrieren. Vgl. T. Gensicke (Anm. 1), S. 66 ff.
15.
Subjektive Zuordnungen in Prozent: Unter- und Arbeiterschicht: Ost = 61, West = 25; Mittelschicht: Ost = 37, West = 62; Obere Mittelschicht und Oberschicht: Ost = 2, West = 13. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Datenreport 1992, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1992, S. 538 f.
16.
Vgl. M. Vester (Anm. 5), S. 15.
17.
Vgl. D. Müller/M. Hofmann/D. Rink (Anm. 2), S. 286 f.
18.
Vgl. Thomas Gensicke, Mentalitätsentwicklungen im Osten Deutschlands seit den 70er Jahren. Vorstellung und Erläuterung von Ergebnissen einiger empirischer Untersuchungen in der DDR und in den neuen Bundesländern von 1977 bis 1991, Speyer 1992. S. 16-39.
19.
Thomas Ahbe, "50 Jahre DDR" - Identität und Renitenz. Konjunkturen und Krisen der Identifikation mit der DDR, in: Monika Gibas/Rainer Gries/Babara Jacoby/Doris Müller (Hrsg.), Wiedergeburten. Zur Geschichte der runden Jahrestage der DDR, Leipzig 1999, S. 266-284.