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15.7.2002 | Von:
Manfred Erhardt

Mehr Qualität und Leistung durch Wettbewerb und Eigenverantwortung

Zur Erneuerung deutscher Hochschulen

Obwohl die deutschen Hochschulen in der Forschung in der Weltliga mithalten, spielen sie auf dem internationalen Bildungsmarkt nur eine marginale Rolle. Während im Forschungssektor Leistungstransparenz...

I. Abschnitt

"In Deutschland fehlen die Spitzenuniversitäten", beklagt der Vorsitzende des Wissenschaftsrates und fordert ein "deutsches Harvard", um in der Weltspitze mithalten zu können. Das Bekenntnis zur Elite sei wieder gefragt. Aufgeschreckt durch das miserable Abschneiden Deutschlands bei den internationalen Vergleichsstudien über Schülerleistungen TIMSS (Third International Mathematics and Science Study) und PISA (Programme for International Student Assessment) wird auch einer breiten Öffentlichkeit bewusst, dass sich schulische und hochschulische Bildung und Ausbildung nach den Anforderungen der internationalen Bildungs- und Arbeitsmärkte richten müssen und nicht länger in der Einfriedung nationalstaatlicher Biotope gedeihen.


Dabei waren wir Deutsche so stolz auf die gelungene Bildungsexpansion, die in wenigen Jahrzehnten die Abiturquote von 5 Prozent auf 30 Prozent eines Jahrgangs erhöhte und die Zahl der Studierenden entsprechend vervielfachte. Wie notwendig dies war, belegt die Tatsache, dass sich - u. a. als Folge des demographischen Faktors - der weltweite Wettbewerb um die besten Nachwuchskräfte für Wissenschaft und Wirtschaft drastisch verschärft hat. Braindrain und Braingain sind in vollem Gange. "War for talents" nennt man in den USA die Suche nach den jungen Talenten. Immer mehr Deutsche zieht es an ausländische Top-Universitäten, zu wenig Ausländer interessieren sich für ein Studium in Deutschland, obwohl oder weil hierzulande weder Studiengebühren erhoben noch Eingangsprüfungen verlangt werden.