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1.4.2004 | Von:
Bärbel Dieckmann
Maria Hohn-Berghorn

Kommunale Zusammenarbeit in der Praxis

Bonn und seine Projektpartnerstadt Ulan Bator

Gute Startbedingungen

Bonn und sein mongolischer Projektpartner hatten hohes Interesse an einer Zusammenarbeit und schon Erfahrungen aus gemeinsamen Projekten. Seit 1992 arbeiten Jugendexperten aus beiden Städten erfolgreich zusammen. Zehn Seminare, zehn Jugendbegegnungsmaßnahmen, elf Jugendfachkräftebegegnungen und vier Expertentreffen wurden bisher durchgeführt. Die vertragliche und die finanzielle Basis hierfür legte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend der Bundesrepublik Deutschland.

1997 startete das Kulturamt der Stadt Bonn den Dialog der Kulturen. 1999 nahm der Gouverneur der mongolischen Hauptstadt an der Weltbürgermeisterkonferenz zum Thema "Städte und Desertifikation" in Bonn teil und machte den Vorschlag, Experten aus den Fachverwaltungen zusammenzubringen.

Sowohl die deutsche Botschaft in der Mongolei als auch die mongolische Botschaft in Deutschland leisteten bei technischen Problemen und Visafragen nach Kräften Unterstützung. Auch auf zivilgesellschaftlicher Ebene gab es vielfältige Kontakte. Die Deutsch-Mongolische Gesellschaft hat seit langem ihren Sitz in Bonn.

Entscheidend für das Zustandekommen der kommunalen Projektzusammenarbeit war aber, dass es ein zwar arbeitsaufwändiges, aber gut strukturiertes Programm zur Finanzierung der geplanten kommunalen Zusammenarbeit gab: das Tacis-City-Twinning-Programm der EU, das sich auf die Länder der GUS und die Mongolei erstreckt.

Im Februar 2000 stellten Ulan Bator und Bonn den Antrag auf Förderung des Projektes zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Groß war die Freude, als der Zuschussantrag bei der EU positiv beschieden wurde. Das Projekt hatte mit 100 000 Euro eine solide finanzielle Basis und konnte im Dezember 2002 starten - bei minus 42 Grad.

Ursprünglich war beabsichtigt, gemeinsam mit Ulan Bator einen Masterplan für die Stadtentwicklung zu erarbeiten. Bei ihrem Vorbereitungsbesuch in Ulan Bator erfuhren die Bonner Verwaltungsexperten jedoch, dass die Stadtplanungsphilosophie zwischenzeitlich mit Hilfe der Weltbank formuliert werden konnte. Nun galt es, am Beispiel des Jurtenviertels Dari-Ekh deutlich zu machen, was Begriffe dieser Philosophie wie Nachhaltigkeit, Good Governance oder Partizipation konkret bedeuteten. Der Projektantrag musste also den neuen Gegebenheiten angepasst werden.