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24.2.2004 | Von:
Mangol Bayat-Philipp

Die Beziehungen zwischen den USA und Iran seit 1953

Berührungspunkte durch den Zweiten Weltkrieg

Vor dem Zweiten Weltkrieg beschränkten sich die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran auf eine begrenzte diplomatische und wirtschaftliche Repräsentanz sowie auf einige protestantische missionarische Aktivitäten. Mit der Öffnung einer Versorgungsroute in die Sowjetunion während des Krieges nahm das Engagement der USA in Iran jedoch beträchtlich zu. Im Dezember 1942 wurden amerikanische Truppen entsandt, um die Versorgung zu unterstützen. Anfang 1944 waren rund 30 000 amerikanische Soldaten in Iran stationiert. 1943 und 1944 versuchten US-Ölgesellschaften mit Unterstützung der amerikanischen Botschaft in Teheran, Öl-Konzessionen in Iran zu erhalten. Die Notwendigkeit, die kooperativen Beziehungen zu dem Kriegsverbündeten aufrechtzuerhalten, verhinderte jedoch die Einmischung der USA in die inneren Angelegenheiten Irans. Aus demselben Grund machten die USA auch keine Anstalten, die Übergriffe der Sowjetunion in Aserbaidschan 1944 und 1945 zu blockieren. US-Präsident Franklin D. Roosevelt hatte sogar versucht, die Sowjetunion bei der Teheraner Konferenz der Alliierten 1943 auf Kosten Irans zu besänftigen.[2]

Als jedoch unmittelbar nach dem Krieg die Spannungen zwischen den USA und der Sowjetunion wegen des Bürgerkriegs in Griechenland, wegen der Spannungen in Mitteleuropa sowie der Ereignisse in Aserbaidschan und im iranischen Kurdistan wuchsen, führte dies zu direkten amerikanischen Interventionen in Iran. Als die Amerikaner die sowjetischen Truppen im Mai 1946 erfolgreich zum Rückzug aus Iran zwangen,[3] wurde dies von der iranischen Regierung begrüßt. Sie erbat mehr diplomatische Unterstützung und finanzielle Hilfe. Im Rahmen der Truman-Doktrin, die Milliarden von US-Dollar für Länder im östlichen Mittelmeer zur Verfügung stellte, erhielt Iran im Jahr 1947 jedoch nur minimale Hilfen. Die Belegschaft der Botschaft wurde aber bald vergrößert und 1947 ein CIA-Stützpunkt geschaffen. Von dort starteten die USA verdeckte Aktionen zur Unterminierung des Einflusses der Sowjetunion und der Tudeh-Partei des Iran (TPI), einer Moskau-orientierten kommunistischen Partei. Diese Spionageaktivitäten richteten sich letztlich gegen die Sowjetunion.


Fußnoten

2.
Vgl. Y. Alexander/A. Nanes (Hrsg.), The United States and Iran. A Documentary History, Washington, D. C. 1980, S. 93 - 99.
3.
Vgl. B.R. Kuniholm, The Origins of the Cold War in the Near East, Princeton 1980, Kap. 5 und 6.