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30.1.2004 | Von:
Barbara Dietz

Ost-West-Migration nach Deutschland im Kontext der EU-Erweiterung

Ausblick

Alles deutet darauf hin, dass Ost-West-Wanderungen nach der EU-Erweiterung einen anderen Charakter als bisher haben werden. In erster Linie werden diese Wanderungen von Arbeitsmigranten und deren Familienangehörigen geprägt sein. Möglich ist jedoch, dass zunächst nur die Personen kommen, die eine Arbeit aufnehmen wollen oder bereits ein Beschäftigungsangebot haben, und dass erst später, wenn überhaupt, deren Familienangehörige nachziehen. Zuwanderer, die das Bild der Immigration aus Osteuropa in Deutschland jahrzehntelang prägten, Aussiedler und Asylbewerber, werden so gut wie keine Rolle mehr spielen. Ein wesentlicher Aspekt künftiger Ost-West-Wanderungen ist die anhaltende Neigung zu kurzfristigen bzw. zu Pendelmigrationen. Das lässt darauf schließen, dass osteuropäische Migranten auf Arbeitsmarktimpulse flexibel reagieren werden.

Die bisherigen Erfahrungen mit osteuropäischen Arbeitsmigranten zeigen, dass sie jünger sind als die Arbeitnehmer in Deutschland und vergleichsweise gut ausgebildet. Dies aber kommt den künftigen Anforderungen des deutschen Arbeitsmarktes entgegen. Im nächsten Jahrzehnt wird sich die Bevölkerung Deutschlands ohne Zuwanderung verringern, und sie wird deutlich altern. Zudem gibt es schon heute einen erheblichen Bedarf an hoch qualifizierten und qualifizierten Arbeitskräften bei gleichzeitig sehr hoher Arbeitslosigkeit. Vor diesem Hintergrund ist die nach der EU-Osterweiterung zu erwartende Zuwanderung nicht nur ein Risiko für die Beschäftigung in bestimmten Sektoren und das soziale Sicherungssystem, sondern auch eine Chance.

Internethinweise der Autorin

http://europa.eu.int/comm/enlargement/overview.htm
www.hwwa.de/migration/
www.diw.de
www.iza.org
www.ifo.de/ifo
http://network-migration.org/index.htm
www.bpb.de/expertendatenbank-migration
www.demographie.de/zuwanderungskonzepte
www.zuwanderungsrat.de
www.bafl.de/index.htm
www.bundesverwaltungsamt.de