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5.1.2005 | Von:
Alexander Gallus

Biographik und Zeitgeschichte

Vor wenigen Jahrzehnten genossen Biographien im wissenschaftlichen Metier keinen guten Ruf. In der Zeitgeschichtsforschung erlebt dieses Genre jedoch eine Renaissance.

Einleitung

Die Branche der Biographik erfreut sich einer Dauerblüte. "Man könnte meinen", kommentierte Ulrich Raulff vor einigen Jahren, "es gäbe keine andere Textart mehr, keine Geschichte und keine Philosophie. 'Biography` ist zur tragenden Säule des Buchmarkts geworden; sie unterwandert die Literatur und resümiert das Beste, was die Sachbücher zu bieten haben. Es ist, als ob das Publikum von einem maßlosen Hunger nach geschriebenem Le-ben befallen sei, einer Art literarischem Kannibalismus. Roland Barthes, der als Strukturalist ein Feind der Biographik war, als Liebhaber des Texts aber ein Freund des biographischen und autobiographischen Experiments, hätte das Phänomen das 'biographische Verlangen' genannt."[1]



Biographisches Verlangen und Unbehagen

Das anhaltende "biographische Verlangen" ging indes lange mit wissenschaftlichen Vorbehalten gegenüber dieser Gattung einher - vor allem in Deutschland, anders als in Großbritannien und den USA, wo die Biographie traditionell den Ruf einer Königsgattung genießt. Hierzulande stieß die biographische Methode bei Geschichtsforschern wegen des angeblich konservativ-historistischen Charakters und der behaupteten Theoriearmut auf Skepsis und löste eine Auseinandersetzung aus, die in den siebziger Jahren mit der Etablierung der "historischen Sozialwissenschaft" oder gar mit dem "Triumph der historischen Strukturanalyse" - so einer ihrer Kritiker - einen Höhepunkt erreichte.[2] Die Front verlief zwischen jenen, die Personen für den Gang der Zeiten als entscheidend betrachten, und jenen, die dafür abstrakte Kräfte und die "Durchschlagskraft von Kollektivphänomenen"[3] ins Feld führen. Für viele Politik- und Sozialwissenschaftler, die seit jeher stärker als Historiker Strukturen und Typologien betonen, hatte der biographische Zugang ohnehin etwas Anrüchiges an sich.

Es mag zutreffen, dass die "Abneigung gegen die Biographie" zu einem guten Teil der "schmerzlichen Einsicht" entstammt, so Klaus Harpprecht 1998 mit spitzer Feder, "dass sie in Gottes Namen auch Literatur ist: dass sie Gestaltung, Formkraft, Urteilswillen und vor allem Sprache verlangt - Talente, die der Schöpfer nicht im Übermaß auf die akademische Welt der Deutschen herabregnen ließ".[4] Dieser nicht ganz falsch diagnostizierte und keinesfalls zu vernachlässigende Missstand - schließlich befördert er eine Entfremdung von Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit[5] - ändert jedoch wenig an der Tatsache, dass die Biographie in der Zeitgeschichtsforschung und inzwischen selbst in Sozial- und Politikwissenschaften zunehmend salonfähig geworden ist.[6]

Wenn die Politologen auch längst ihre alten Vorbehalte gegenüber diesem Genre aufgegeben haben, so nimmt die Biographieforschung in ihrem Bereich doch weiterhin kaum mehr als einen randständigen Platz ein. Der Politikwissenschaftler Paul-Ludwig Weinacht beklagte, das gängige Dimensionen-Gefüge des Politischen spare personale Aspekte weitgehend aus. Die "general theories" der Disziplin, monierte er, seien "so abstrakt geworden, dass 'Personen` in ihnen nicht einmal als 'Spielsteine` darstellbar sind"[7]. Das politologische Dreieck aus polity (strukturelle Dimension), politics (prozessuale Dimension) und policy (inhaltliche Dimension der Politik) sei um die personale Dimension (politician/citizen) zu einem Viereck zu erweitern. Denn: "Politik muss Personen und Personengruppen in ihrem Mit- und Gegeneinander als Freund, Gegner, Feind zum Thema haben können, zumal sie sich in 'individuellen`, in 'emotional besetzten`, in 'sittlichen` Beziehungen vorfindet und das sowohl in den Grundeinheiten des politischen Prozesses (als Bürger) als auch insbesondere in den repräsentativen bzw. amtsgebundenen Formen (als Politiker oder Staatsmann)."[8]

Dagegen stellte Paul Erker 1993 in seinen Überlegungen zur "Zeitgeschichte als Sozialgeschichte" innerhalb der sozialhistorischen Forschung einen Trend zu einer "new biographical history" und einer "new elite history" fest.[9] Eine Einführung in die historische Sozialisationsforschung sprach wenig später sogar von einer "massiven Hinwendung zu Lebenslauf und Biographie als Forschungsgegenstand" in den empirischen Sozialwissenschaften während der letzten zwanzig Jahre.[10] Als Beleg hierfür können die 1976 gegründete Zeitschrift "Historical Social Research" des Kölner Zentrums für Historische Sozialforschung, das sich unter der Ägide von Heinrich Best und Wilhelm Heinz Schröder nicht zuletzt der "kollektiven Biographik" in Theorie und Praxis widmet, sowie das 1988 erstmals erschienene interdisziplinäre Organ "BIOS" dienen. Die Zeitschrift betrachtet sich als Forum, "in dem die qualitative, vor allem an Einzelfällen orientierte Biographieforschung und die quantitative, an Kohorten und Gruppen orientierte Lebenslaufforschung zu einem fruchtbaren Austausch gelangen". Sie will dazu beitragen, "eine Frontstellung zwischen den methodischen Ansätzen mit ihren wissenschaftstheoretischen Traditionen zu überwinden".[11]

Mittlerweile sind die Frontlinien aufgebrochen, schlagen - in der Geschichtswissenschaft allemal - "Intentionalisten" und "Strukturalisten" versöhnliche Töne an und suchen nach einer symbiotischen Verknüpfung beider Ansätze. Der Gedanke Heinrich von Treitschkes vom bewussten Willen handelnder Männer, der die Geschichte mache, gilt heute als ebenso naiv wie eine Position, die den Geschichtsverlauf getreu der marxistischen Lehre allein auf ökonomische Bewegungsgesetze zurückführt. Gleichwohl finden sich in biographischen Studien mit akademischem Anspruch noch häufig elaborierte, mehr oder weniger ertragreiche methodologische und theoretische Ausführungen, die einem "Unbehagen an der wissenschaftlichen Biographie"[12] Ausdruck verleihen.

Wie fruchtbar es sein kann, sich von der Fixierung auf einen methodischen Zugang oder ein geschichtstheoretisches Konzept zu verabschieden, belegte am Beispiel einer Einzelbiographie Ian Kershaw in eindrucksvoller Weise. Sein "Hitler" ist, gleichsam als gesellschaftsbiographisches Werk, ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Versöhnung von Persönlichkeit, Gesellschaft und Struktur in der NS-Forschung.[13] Kershaw hat nach eigener Aussage einen Ansatz gewählt, der ihn "mehr auf die Erwartungen und Motivationen der deutschen Gesellschaft" blicken ließ "als auf Hitlers Persönlichkeit".[14] Seine Biographie Adolf Hitlers steht stellvertretend für einen historischen Zugriff, der unbefangener als bisher politik- und diplomatiegeschichtliche mit sozial- und strukturgeschichtlichen Ansätzen, Biographie mit den profound forces der Geschichte verbindet.

Kershaws von einem Methodenpluralismus getragene Arbeit, die eine personenbezogenemit einer gesellschaftlich-ökonomischen und einer politisch-ideologiegeschichtlichen Sichtweise in Einklang bringt, scheint den alten Streit zwischen "Strukturalisten" und "Personalisten" aufgehoben zu haben. In den Reaktionen auf sein Buch war nur noch wenig von den über viele Jahre hinweg heftig ausgetragenen intellektuellen und methodologischen Gefechten zu spüren, die um Nutzen, Grenzen und, wie es bisweilen schien, um Gefahren der Individualbiographie geführt worden ist.

Neben Kershaws Arbeit ist Ulrich Herberts Studie über Heydrichs Stellvertreter bei der Gestapo, Werner Best, hervorzuheben. Die Untersuchung des Lebenswegs fungiert hier als Sonde, um Zeitumstände, ideologische Denkmuster und die Funktionsweise von Herrschaftsstrukturen näher zu erforschen.[15] Außerdem ermöglicht es dieser Zugang, den Zusammenhang zwischen verschiedenen Epochen - nicht zuletzt der an Brüchen so reichen deutschen Zeitgeschichte - besser zu begreifen. Im Falle Bests sind dies das späte Kaiserreich und die Zeit des Ersten Weltkriegs, die Weimarer Republik und das "Dritte Reich" sowie die Bundesrepublik Deutschland. Der biographische Ansatz eröffnet in besonderem Maße Chancen, eine wesentliche Herausforderung der deutschen Gegenwartshistorie zu meistern, nämlich "die drei Zeitgeschichten des vereinigten Deutschland" - die Entwicklung nach dem Ersten Weltkrieg bis 1945, die bundesdeutsche und die DDR-Geschichte - "in ein Relationsgefüge zu bringen"[16].

Anders als bei der Individualbiographie gibt es über die Methodik der Kollektivbiographie, welche die Lebensläufe von - eindeutig definierbaren - sozialen oder politischen Gruppen schreibt und sich gleichfalls im Spannungsfeld von Struktur und Persönlichkeit bewegt, keine nennenswerten Kontroversen. Es mangelt an einer kritischen Bestandsaufnahme der bisherigen Forschung und einer Würdigung der Erfahrungen mit einer Methode, die nicht nur in der Soziologie (weniger der Politologie[17]), sondern auch in der Zeitgeschichtsforschung etabliert ist. Mittlerweile erscheint sie als ein derart selbstverständliches Instrument, dass diejenigen, die sich ihrer bedienen, meist auf ausführliche methodische Reflexionen verzichten.[18]

Der Aufsatz möchte im Folgenden die (zeit)historisch orientierte kollektive Biographik skizzieren. Im Hintergrund steht dabei die leitende Frage nach Nutzen und Grenzen des mittlerweile viel erprobten gruppenbiographischen Ansatzes. Nach einem Blick auf frühe britische Erfahrungen mit der Kollektivbiographie rückt die deutsche Entwicklung dieses Forschungsfeldes seit den siebziger Jahren in den Mittelpunkt der Betrachtung. Am Ende soll eine knappe Leistungsbilanz dieser Methode gezogen werden.

Britische und deutsche Erfahrungen

Es mag an der "Nicht-Staatskultur" (Karl Rohe) Großbritanniens und einem dort stark personalisierten Verständnis von Politik liegen, dass sich hier selbst politikwissenschaftliche Studien stärker als andernorts politischen Akteuren widmen und sich das biographische Genre überaus großer Beliebtheit erfreut. Die britische Forschung hat nicht nurbedeutende Einzelbiographien hervorgebracht, sondern zu einem wesentlichen Teil auch den Boden für eine kollektive Biographik bereitet. Auf diese Traditionslinien verweist Lawrence Stone, dessen einflussreiche Studie "An Open Elite?"[19] über die Möglichkeiten und Grenzen des Austauschs zwischen adligen und bürgerlichen Eliten auf dem kollektivbiographischen Ansatz beruht. Im Jahr 1971 setzte er sich in der Zeitschrift "Daedalus" unter dem Titel "Prosopography" grundsätzlich mit dieser Methode auseinander, berichtete von "englischen Erfahrungen" und Anwendungsfällen und zeichnete den Weg nach, auf dem sich die Prosopographie (griechisch prosopon, Gesicht, Maske, Rolle, Person) "zu einer der wertvollsten und gebräuchlichsten Methoden der Geschichtsforschung" entwickelt hat.[20] Stone verwendet die Begriffe Prosopographie, Sammel- oder Kollektivbiographie synonym.

"Prosopographie", so seine Definition, "bezeichnet die Untersuchung der allgemeinen Merkmale des Werdegangs einer Gruppe von handelnden Personen der Geschichte durch ein zusammenfassendes Studium ihrer Lebensläufe." Diese Merkmale werden etwa durch Fragen nach Geburt und Tod, Heirat und Familie, sozialer Herkunft, wirtschaftlicher Stellung, Wohnsitz, Ausbildung, Berufserfahrung oder Religion näher bestimmt und erörtert. Die Prosopographie oder Kollektivbiographie beabsichtigt nach Stone zweierlei: Erstens untersucht sie die Sozialprofile und -strukturen spezifischer Gruppen im zeitlichen Wandel; zweitens möchte sie - und dies ist der diffizilere, empirisch schwerer zu belegende Teil - die "Wurzeln einer politischen Handlung", so gut es geht, freilegen: "Die Aufdeckung der eigentlichen Interessen, von denen man annimmt, dass sie sich hinter politischer Rhetorik verbergen; es betrifft die Analyse der sozialen und wirtschaftlichen Affiliationen politischer Gruppierungen, die Aufdeckung der Funktionsweise eines politischen Apparates und die Identifizierung jener, die die Hebel bedienen." Stone erinnert zu Recht daran, dass die kollektivbiographische Methode ursprünglich als "Hilfsmittel zur Erforschung der politischen Geschichte eingeführt" und erst später von den Sozialhistorikern entdeckt und gleichsam vereinnahmt worden ist.[21] Der politikgeschichtliche Ursprung gelte insbesondere für die von ihm so benannte Eliten-Schule der Prosopographie, die sich vorwiegend mit der Beschaffenheit der jeweils herrschenden politischen Klasse und den Beziehungen innerhalb dieser befasst. Davon unterscheidet Stone die Massen-Schule, die sich vor allem mit den Angehörigen der breiten Volksschichten beschäftigt. Sie ist notgedrungen stärker statistisch ausgerichtet und meist auf Stichprobenverfahren angewiesen.

Das Aufblühen der Prosopographie in Großbritannien während der zwanziger und dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts erklärt Stone mit einer Krise der Geschichtswissenschaft. Diese sei ganz auf institutionen-, verwaltungs-, verfassungs- und diplomatiegeschichtliche Fragestellungen orientiert gewesen oder habe sich auf die Lebensläufe einzelner "Großer" konzentriert, ohne deren Wirtschafts- und Machtinteressen freizulegen - in Stones Worten: ohne "die wahren Ziele hinter der Nebelwand politischer Rhetorik zu enthüllen"[22]. Auch betont er den Einfluss behavioristischer Theorien auf die Geschichtsschreibung. Hinzu kam ein außerwissenschaftlicher Aspekt, nämlich ein deutlich spürbarer "Vertrauensverfall hinsichtlich der Integrität der Politiker und der abnehmende Glaube an die Bedeutung von Verfassungen"[23] in der Zeit zwischen den Weltkriegen.

Es ist bislang nicht systematisch untersucht worden, inwieweit sich die "britischen Erfahrungen" auf die deutsche Geschichtswissenschaft ausgewirkt haben. Auffällig ist indes eine Parallele: Auch die deutsche Schule der kollektiven Biographik bildete sich in einer Zeit heraus, die eine Krise der Geschichtswissenschaft erlebte.[24] Zumindest mochte es den Zeitgenossen so erscheinen. In den siebziger Jahren entbrannte innerhalb der deutschen Historikerschaft ein heftiger Streit über das Selbstverständnis des Fachs - nach Golo Manns ein wenig dramatisierender Darstellung war die Zunft während jener Zeit "in heller Auflösung" begriffen.[25] Damals sah sich die an der klassischen historischen Hermeneutik oder Verstehenslehre orientierte Tradition einer erstarkenden, gleichermaßen theoriegeleiteten wie strukturanalytischen Richtung gegenüber, die sich zunehmend sozialwissenschaftlicher Methoden bediente.

Die Durchsetzung des sozialhistorischen Paradigmas trug wesentlich zu Entwicklung und Erfolg der kollektiven Biographik in Deutschland bei. Allerdings verstand sie sich von Anfang an als eine Chance zur Überwindung des alten Methodenstreits, indem sie eine "doppelte Erkenntnisrichtung" verfolgt: "Kollektive Biographie lässt einerseits Rückschlüsse auf das Typische, das Allgemeine zu, d.h. auf allgemeinere gesellschaftliche Aggregate oder auf die Gesamtgesellschaft - und dies ist zweifellos die eindeutig dominierende Erkenntnisrichtung in der Forschungspraxis. Andererseits lässt kollektive Biographie auch den Rekurs auf das Untypische, das Abweichende, das Individuelle zu, d.h. auf kleinere gesellschaftliche Aggregate oder auf den individuellen Lebenslauf selbst."[26] Schon Stone hatte betont, dass sich bei der prosopographischen Methode die "Konzentration auf das wichtige Detail und den Einzelfall mit der Vorliebe des Sozialwissenschaftlers für Statistik und Theorie verbinden"[27] lasse und qualitative mit quantitativen Methoden miteinander in Einklang gebracht werden könnten.

Jede Kollektivbiographie zielt mittels des Vergleichs der einzelnen Mitglieder auf die Herausarbeitung von Regelmäßigkeiten, schließlich auf eine Typisierung und Klassifikation der Resultate. So gestaltete sich als Ergebnis einer Studie über die 213 SPD-Angehörigen von Reichs- und Länderregierungen während der Weimarer Republik der "typische" Lebenslauf folgendermaßen: "Als sozialdemokratischer Minister im Reich/in den Ländern der Weimarer Republik wurde danach am ehesten berufen, wer männlich, evangelisch (aber zeitweise dissident), 47 Jahre, gelernter Arbeiter, langjährig Reichs- und/oder Landtagsabgeordneter/Fraktionsführer war und in Preußen (Reichsminister) bzw. im jeweiligen Bundesland (Landesminister) wohnte."[28] Dies seien freilich nur Elemente eines von verschiedenen denkbaren typischen (Teil-)Lebensläufen, mithin als Idealtyp und analytisches Mittel aufzufassen; schließlich seidie als "typisch" erkannte Merkmalskombination nicht "immer in reiner Form in der sozialen Wirklichkeit zu finden"[29].

Seit der zweiten Hälfte der siebziger Jahre beschäftigt sich das Zentrum für Historische Sozialforschung in Köln mit der theoretischen Fortentwicklung der kollektiven Biographik und ihrer Anwendung in der Praxis. Ganz überwiegend widmen sich die verschiedenen Projekte der Analyse parlamentarischer Führungsgruppen in Deutschland seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Themen lauten: "Struktur und Wandel parlamentarischer Führungsgruppen in Deutschland 1848 - 1953"; "Biographisches Handbuch der sozialdemokratischen Parlamentarier in den deutschen Reichs- und Landtagen 1867 - 1933"; "Biographisches Handbuch der Abgeordneten deutscher Nationalparlamente 1848 - 1933"; "Lebensschicksale der ehemaligen Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik ab 1933"; "Die Rekrutierung der politischen Klasse in der Bundesrepublik Deutschland" sowie "Kollektive Biographie der Landtagsabgeordneten der Weimarer Republik 1918 - 1933".[30]

Gerade die Verknüpfung von biographischer Lexikographik und kollektiver Biographik[31] brachte mehrere wertvolle Resultate hervor. Es erschienen (jeweils in Kooperation mit der Bonner Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien) Bände mit Informationen zu jedem einzelnen Abgeordneten oder Delegierten hinsichtlich festgelegter Merkmale oder Variablen und mehr oder minder ausführliche gruppenbiographische Analysen.[32]

Mittlerweile existiert auch außerhalb des Kölner Mekkas der deutschen Kollektivbiographen eine Reihe deutscher Erfahrungen mit der Kollektivbiographik: So haben Gerd Meyer und Eberhard Schneider die Macht- bzw. Funktionselite der DDR prosopographisch analysiert.[33] Thomas Welskopp hat das Führungspersonal sozialdemokratischer Organisationen zwischen Vormärz und Sozialistengesetz[34] unter die Lupe genommen, Thomas Weiser die sozialdemokratischen und kommunistischen Parteifunktionäre in der Tschechoslowakei in den Jahren zwischen 1918 und 1938.[35] Karin Orth hat das Führungspersonal der nationalsozialistischen Konzentrationslager systematisch untersucht[36] und Michael Wildt über zweihundert Biographien von Angehörigen des Führungskorps des Reichssicherheitshauptamtes ausgewertet.[37]

Leistungen und Kritik

Die britischen und die deutschen Erfahrungen belegen, dass es sich bei der Kollektivbiographie oder Prosopographie inzwischen um eine mündig gewordene und vielfach angewandte Methode handelt. Stone konstatierte bereits vor über dreißig Jahren: "Sie hat die Torheiten und Ausschweifungen ihrer Jugend überwunden und beginnt, die alltägliche Routinearbeit der ersten Jahre des verantwortungsvollen mittleren Altersabschnittes aufzunehmen."[38] Das hier nur angedeutete Spektrum der Anwendungen zeigt, dass die Methode zur Erforschung von politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Führungsgruppen oder auch von Massenphänomenen verschiedener Epochen und politischer Systeme - ob demokratisch oder diktatorisch - geeignet ist.

Die kollektive Biographik nimmt dabei in mehrfacher Hinsicht eine Mittlerposition ein. Sie erfüllt gleichsam eine Brückenfunktion zwischen verschiedenen Disziplinen, nicht zuletzt zwischen der politikwissenschaftlichen Elitenforschung, der soziologischen Lebenslaufforschung und der geschichtswissenschaftlichen Biographieforschung. Innerhalb der Zeitgeschichtsforschung steht die kollektive Biographik zwar den Prämissen einer historischen Sozialwissenschaft besonders nahe, stellt aber zugleich vielfältige Anknüpfungspunkte zur Politikgeschichte her und bewegt sich zwischen qualitativen und quantitativen Forschungsansätzen. Sie ermöglicht nicht nur die Typisierung des Individuellen, sondern auch die Individualisierung des Typischen. Gerade im Falle von Elitestudien bietet es sich an, ja ist es zum Teil geboten, die prosopographisch gewonnenen Daten und die "typischen" Lebensläufe mit einzelnen "exemplarischen" Fallstudien zu vergleichen,[39] auch um dem Eindruck entgegenzuwirken, eine Form von statistischen Gespenstern zu erzeugen, die mit der historischen Realität wenig zu tun haben.

Es besteht mithin eine doppelte Gefahr: Erstens drohen die abweichenden Stimmen nicht genügend zur Geltung zu kommen und individuelle Ausprägungen in der Masse der Kollektivdaten unterbewertet oder gänzlich übersehen zu werden. Zweitens - und eng damit zusammenhängend - birgt die Reduktion auf biographische Kerndaten (zu festgelegten und kodierten Variablen) das Risiko, das Ziel der Biographik - zumindest der individuellen - zu verfehlen, nämlich Charaktere zu erfassen und zu verstehen. Kollektivbiographie ohne Fallstudien, gleichsam als Sicherheitsmechanismus, erscheint als ein wenig fruchtbares Unternehmen, und bei einer sehr geringen Gleichförmigkeit der Lebensläufe eines Kollektivs dürfte die Anwendbarkeit der Methode mehr als fragwürdig erscheinen.

Ohne Zweifel zählt aber zu den großen Leistungen der Prosopographie die vergleichende Analyse von Sozialprofilen und -strukturen. Kollektivbiographie reduziert auf eine Soziographie[40] erfährt denn auch wenig Kritik, vorausgesetzt, sie gelangt über eine bloße Materialanhäufung hinaus. Der Argwohn setzt meist dort an, wo derartige Daten als "objektiver" Ausdruck einer klaren Interessenlage angesehen und Handlungen auf ein entsprechendes Interessenkalkül zurückgeführt werden.[41] Damit einher geht nicht selten die wissenschaftliche Vernachlässigung institutioneller Rahmenbedingungen. Es ist allzu einfach, wenn auch durchaus reizvoll, das einzelne Kollektivmitglied auf einen homo oeconomicus zu beschränken und Interpretationen gemäß der Doktrin, dass das Sein das Bewusstsein bestimme, anzustellen. Lassen sich mittels der Auswertung einer gewissen Zahl von biographischen Kerndaten bestimmte Verhaltensweisen wirklich treffend erklären? Der Gefahr und den Verlockungen eines solchen Reduktionismus muss sich jeder, der kollektivbiographisch arbeitet, bewusst bleiben. Menschliches Handeln lässt sich schließlich kaum auf eine einzige Triebfeder zurückführen, sondern unterliegt unterschiedlichen und wechselseitigen Einflüssen, die selbst der Individualbiograph für den einzelnen Protagonisten nicht immer erfolgreich entwirren kann.

Schon Stone nannte es eine "große intellektuelle Schwäche der Prosopographen", dass sie nur eine "relativ geringe Bereitschaft" besäßen, "den Ideen, Vorurteilen, Leidenschaften, Ideologien, Idealen und Grundsätzen in ihrer Geschichtsperspektive einen Platz einzuräumen".[42] Dies zu berücksichtigen macht indes nicht zuletzt den Reiz von Einzelbiographien aus, die so auch die Chance besitzen, über fachwissenschaftliche Zirkel hinaus Aufmerksamkeit zu erzielen, und die als eine besonders geeignete Darstellungsform erscheinen, um Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit einander anzunähern. Auch wenn sich nur die wenigsten der prosopographischen Werke aus einer Suada von Kodewörtern zusammensetzen und aus ihnen meist weit mehr als das "tote Klappern unverarbeiteter Statistiken"[43] herauszuhören ist, so fehlt ihnen doch oft jener Anteil an Poesie, den der französische Historiker Marc Bloch für jede Art der Geschichtsschreibung, einer wirklichen écriture historique, nachdrücklich reklamierte. Ein kollektivbiographisches Verlangen ist daher vorerst kaum zu erwarten.

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Fußnoten

1.
Ulrich Raulff, Der große Lebenshunger. Erlösende Literatur: Das biographische Verlangen wächst, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) vom 4.3. 1997.
2.
Golo Mann, Plädoyer für die historische Erzählung, in: Jürgen Kocka/Thomas Nipperdey (Hrsg.), Theorie und Erzählung in der Geschichte, München 1979, S. 45.
3.
Hans-Ulrich Wehler, Zum Verhältnis von Geschichtswissenschaft und Psychoanalyse, in: ders., Geschichte und Psychoanalyse, Frankfurt/M. 19742, S. 9.
4.
Klaus Harpprecht, Champagner literweise. Langeweile ist schlimmer als der Tod: Es lebe die Biographie, in: FAZ vom 14.1. 1998.
5.
Vgl. die kritischen Ausführungen von Joachim C. Fest, Noch einmal: Abschied von der Geschichte. Polemische Überlegungen zur Entfremdung von Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit, in: ders., Aufgehobene Vergangenheit. Portraits und Betrachtungen, Stuttgart 19812, S. 239 - 261.
6.
Vgl. Edgar Wolfrum, Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland anhand von Biographien. Heinrich Lübke, Carlo Schmid, Thomas Dehler, Franz Josef Strauß, Ludwig Erhard, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 46 (1998), S. 40 - 54, sowie die Überblicksdarstellungen von Michael Harscheidt, Biographieforschung: Werden und Wandel einer komplexen Methode, in: Historical Social Research, 14 (1989) 9, S. 99 - 142; Martin Kohli (Hrsg.), Soziologie des Lebenslaufs, Darmstadt-Neuwied 1978; ders./Günther Robert (Hrsg.), Biographie und soziale Wirklichkeit, Stuttgart 1984; Wolfgang Voges (Hrsg.), Methoden der Biographie- und Lebenslaufforschung, Opladen 1987; Peter Alheit/Wolfram Fischer-Rosenthal/Erika M. Hoerning, Biographieforschung. Eine Zwischenbilanz in der deutschen Soziologie, Bremen 1990; Werner Fuchs-Heinritz, Biographische Forschung. Eine Einführung in Praxis und Methoden, Wiesbaden 20002; Christian Klein (Hrsg.), Grundlagen der Biographik. Theorie und Praxis des biographischen Schreibens, Stuttgart-Weimar 2002.
7.
Paul-Ludwig Weinacht, Die politische Person und das Persönliche an der Politik, in: Karl Graf Ballestrem u.a. (Hrsg.), Sozialethik und politische Bildung. Festschrift für Bernhard Sutor zum 65. Geburtstag, Paderborn u.a. 1995, S. 61.
8.
Ebd., S. 63. Die systematische Erforschung von politischen Führungsgruppen gehört gerade innerhalb der deutschen Politikwissenschaft für Ludger Helms zu den unterentwickelten Gebieten des Faches. Vgl. ders., "Politische Führung" als politikwissenschaftliches Problem, in: Politische Vierteljahresschrift, 41 (2000), S. 411 - 434.
9.
Paul Erker, Zeitgeschichte als Sozialgeschichte. Forschungsstand und Forschungsdefizite, in: Geschichte und Gesellschaft, 19 (1993), S. 207.
10.
Andreas Gestrich, Vergesellschaftungen des Menschen. Einführung in die Historische Sozialisationsforschung, Tübingen 1999, S. 52.
11.
Vorbemerkung, in: BIOS. Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen, 14 (2001) 2, S. 3.
12.
Margit Szöllösi-Janze, Fritz Haber 1868 - 1934. Eine Biographie, München 1998, S. 9 - 15.
13.
Vgl. ausführlich Alexander Gallus, Hitlerdeutungen. Auf dem Weg zu einer Versöhnung von Persönlichkeit, Gesellschaft und Struktur in der NS-Forschung, in: Geschichte, Politik und ihre Didaktik, 29 (2001), S. 252 - 262.
14.
Ian Kershaw, Hitler 1889 - 1936, Stuttgart 1998, S. 27; vgl. auch ders., Hitler 1936 - 1945, Stuttgart-München 2000.
15.
Vgl. Ulrich Herbert, Best. Biographische Studien über Radikalismus, Weltanschauung und Vernunft, 1903 - 1989, Bonn 19963.
16.
Hans Günter Hockerts, Zeitgeschichte in Deutschland. Begriffe, Methoden, Themenfelder, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), 43 (1993) 29-30, S. 19; zu Stand und Perspektiven der aktuellen Zeitgeschichtsforschung siehe Alexander Nützenadel/Wolfgang Schieder (Hrsg.), Zeitgeschichte als Problem. Nationale Traditionen und Perspektiven der Forschung in Europa, Göttingen 2004, sowie Zeithistorische Forschungen. Studies in Contemporary History, 1 (2004) 1.
17.
So Cord Arendes/Hubertus Buchstein, Politikwissenschaft als Universitätslaufbahn: Eine Kollektivbiographie politikwissenschaftlicher Hochschullehrer/ -innen in Deutschland 1949 - 1999, in: Politische Vierteljahresschrift, 45 (2004), S. 10.
18.
Vgl. z.B. die Habilitationsschriften von Thomas Welskopp, Das Banner der Brüderlichkeit. Die deutsche Sozialdemokratie vom Vormärz bis zum Sozialistengesetz, Bonn 2000, sowie Michael Wildt, Die Generation des Unbedingten. Das Führungskorps des Reichssicherheitshauptamtes, Hamburg 2002.
19.
Lawrence Stone (zus. mit Jeanne C. Fawtier Stone), An Open Elite? England 1540 - 1880, Oxford 1984.
20.
Ders., Prosopography, in: Daedalus, 100 (1971), S. 46 - 79; hier nach der gekürzten deutschen Fassung: ders., Prosopographie - englische Erfahrungen, in: Konrad H. Jarausch (Hrsg.), Quantifizierung in der Geschichtswissenschaft, Düsseldorf 1976, S. 64; vgl. auch Diana K. Jones, Researching Groups of Lives. A Collective Biographical Perspective on the Protestant Ethic Debate, in: Qualitative Research, 1 (2001) 3.
21.
L. Stone, Prosopographie (ebd.), S. 64f.
22.
Ebd., S. 71.
23.
Ebd., S. 72.
24.
Vgl. etwa die zusammenfassende Darstellung von Günter Birtsch, Tendenzen der deutschen Geschichtswissenschaft nach 1945, in: Oswald Hauser (Hrsg.), Geschichte und Geschichtsbewusstsein. 19 Vorträge, Göttingen-Zürich 1981, S. 150 - 166; einen weiten Bogen schlägt Lutz Raphael, Geschichtswissenschaft im Zeitalter der Extreme. Theorien, Methoden, Tendenzen von 1900 bis zur Gegenwart, München 2003; bezogen auf die biographische Methode siehe auch Olaf Hähner, Historische Biographik. Die Entwicklung einer geschichtswissenschaftlichen Darstellungsform von der Antike bis ins 20. Jahrhundert, Frankfurt/M. 1999, S. 4 - 8.
25.
Zit. nach G. Birtsch (Anm. 24), S. 157.
26.
Wilhelm Heinz Schröder, Kollektive Biographien in der historischen Sozialforschung: Eine Einführung, in: ders. (Hrsg.), Lebenslauf und Gesellschaft. Zum Einsatz von kollektiven Biographien in der historischen Sozialforschung, Stuttgart 1985, S. 9.
27.
L. Stone, Prosopographie (Anm. 20), S. 92f.
28.
Wilhelm Heinz Schröder, "Genosse Herr Minister": Sozialdemokraten in den Reichs- und Länderregierungen der Weimarer Republik 1918/19 - 1933, in: Historical Social Research, 26 (2001) 4, S. 79.
29.
Ebd., S. 45.
30.
Vgl. die Bilanz: Wilhelm Heinz Schröder/Wilhelm Weege/Martina Zech, Historische Parlamentarismus-, Eliten- und Biographieforschung. Forschung und Service am Zentrum für Historische Sozialforschung, Köln 2000.
31.
Vgl. Wilhelm Heinz Schröder, Lebenslaufforschung zwischen biographischer Lexikographik und kollektiver Biographik: Überlegungen zu einem "Biographischen Handbuch der Parlamentarier in den deutschen Reichs- und Landtagen bis 1933" (BIOPARL), in: Historical Social Research, (1984) 31, S. 38 - 62.
32.
Vgl. ders., Sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete und Reichstagskandidaten 1898 - 1918. Biographisch-statistisches Handbuch, Düsseldorf 1986; Martin Schumacher (Hrsg.), M.d.R. Die Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung 1933 - 1945. Eine biographische Dokumentation. 3., erheblich erw. und überarb. Aufl., Düsseldorf 1994; Wilhelm Heinz Schröder, Sozialdemokratische Parlamentarier in den deutschen Reichs- und Landtagen 1867 - 1933. Biographien, Chronik, Wahldokumentation. Ein Handbuch, Düsseldorf 1995; Sabine Roß (Hrsg.), Biographisches Handbuch der Delegierten der Reichsrätekongresse 1918/1919, Düsseldorf 2000, sowie die separat erschienene kollektivbiographische Analyse von ders., Politische Partizipation und nationaler Räteparlamentarismus. Determinanten des politischen Handelns der Delegierten zu den Reichsrätekongressen 1918/1919. Eine Kollektivbiographie, Köln 1999; Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933 - 1945. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ab Mai 1924, bearb. von Joachim Lilla unter Mitarbeit von Martin Döring und Andreas Schulz, Düsseldorf 2004; siehe auch die kollektivbiographischen Studien von Heinrich Best, Die Männer von Bildung und Besitz. Struktur und Handeln parlamentarischer Führungsgruppen in Deutschland und Frankreich 1848/49, Düsseldorf 1990, sowie Hartwin Spenkuch, Das Preußische Herrenhaus. Adel und Bürgertum in der ersten Kammer des Landtags 1854 - 1918, Düsseldorf 1998.
33.
Vgl. Gerd Meyer, Die DDR-Machtelite in der Ära Honecker, Tübingen 1991; Eberhard Schneider, Die politische Funktionselite der DDR. Eine empirische Studie zur SED-Nomenklatura, Opladen 1994; siehe auch schon Peter Christian Ludz, Parteielite im Wandel. Funktionsaufbau, Sozialstruktur und Ideologie der SED-Führung. Eine empirisch-systematische Untersuchung, Köln-Opladen 1968; siehe als sowjetisches Pendant Evan Mawdsley/Stephen White, The Soviet Elite from Lenin to Gorbachev. The Central Committee and its Members, 1917 - 1991, New York 2000.
34.
Vgl. T. Welskopp (Anm. 18).
35.
Vgl. Thomas Weiser, Arbeiterführer in der Tschechoslowakei. Eine Kollektivbiographie sozialdemokratischer und kommunistischer Parteifunktionäre 1918 - 1938, München 1998.
36.
Vgl. Karin Orth, Die Konzentrationslager-SS. Sozialstrukturelle Analysen und biographische Studien, Göttingen 2000.
37.
Vgl. M. Wildt (Anm. 18). Dabei kann er sich u.a. auf die Vorarbeiten von Jens Banach, Heydrichs Elite. Das Führungskorps der Sicherheitspolizei und des SD 1936 - 1945, Paderborn u.a. 1998 stützen. Kollektive Biographien finden sich auch bei Gerhard Hirschfeld/Tobias Jersak (Hrsg.), Karrieren im Nationalsozialismus. Funktionseliten zwischen Mitwirkung und Distanz, Frankfurt/M. 2004.
38.
L. Stone, Prosopographie (Anm. 20), S. 89.
39.
In vorbildlicher Weise geschieht dies bei M. Wildt (Anm. 18).
40.
Vgl. Udo Kempf, Die Regierungsmitglieder als soziale Gruppe, in: ders./Hans-Georg Merz (Hrsg.), Kanzler und Minister 1949 - 1998. Biografisches Lexikon der deutschen Bundesregierungen, Wiesbaden 2001, S. 7 - 35.
41.
Vgl. Dietmar Rothermund, Geschichte als Prozess und Aussage. Eine Einführung in Theorien des historischen Wandels und der Geschichtsschreibung, München 19952, S. 137 - 142.
42.
L. Stone, Prosopographie (Anm. 20), S. 82.
43.
J. C. Fest (Anm. 5), S. 253.