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6.9.2006 | Von:
Claudia Neu

Territoriale Ungleichheit - eine Erkundung

Innerhalb Deutschlands spielte territoriale Ungleichheit lange Zeit kaum eine Rolle. Ökonomische Abkopplungsprozesse gepaart mit verschärftem demographischen Wandel haben erneut die Frage nach ungleich verteilten Teilhabe- und Zugangschancen auf dem Staatsgebiet aufkommen lassen.

Einleitung

Kaum ein Tag vergeht, an dem in den Medien nicht vom Elend der ländlichen Peripherie berichtet wird: Junge Frauen verlassen zu Hunderten Mecklenburg-Vorpommern, zurück bleiben junge Männer ohne Hoffnung auf Arbeit und Familienglück. In "sterbenden Dörfern", die überwiegend von hochaltrigen Menschen bewohnt werden, sind Schulschließungen ebenso normal geworden wie ein chronischer Ärztemangel.[1] Wird ein wenig abgerückt von dieser emotional hoch aufgeladenen und dramatisierenden Diskussion um Schrumpfung, Entleerung und Alterung ländlicher Räume, so drängen sich eine ganze Reihe ungleichheitssoziologisch relevanter Fragen auf: Welche Folgen haben die Abkopplungsprozesse für die Lebensverhältnisse in entlegenen ländlichen Räumen? Welche Einschränkungen gehen mit diesen ökonomischen und demographischen Veränderungen für die Betroffenen einher, und wie verändern sich dadurch Teilhabechancen und autonome Handlungsspielräume? Welche Rolle spielen dabei die sich verändernden politischen Rahmenbedingungen (Kürzungen im Bereich der Infrastruktur und Gesundheitsvorsorge, verminderte EU-Fördergelder)? Wie verändert sich die Sozialstruktur? Wie nehmen die Bewohner dieser Gebiete diese Entwicklungen wahr?






Beschäftigt sich die Ungleichheitssoziologie üblicherweise mit Bevorzugungen oder Benachteiligungen, die in Zusammenhang mit Einkommen, Bildung oder Geschlecht stehen, so handelt es sich hier um Fragen der territorialen Ungleichheit. Im Folgenden soll dieser Begriff verwendet werden, wenn sowohl der Zugang zu erstrebenswerten Gütern und Dienstleistungen wie Arbeitsplatz oder gesundheitliche Versorgung als auch das Erreichen von begehrten Positionen auf Grund des Wohnortes dauerhaft erschwert oder erleichtert ist und so Teilhabechancen am gesellschaftlichen Leben für die Betroffenen eingeengt oder erweitert werden.[2] Dem Begriff territoriale Ungleichheit wird gegenüber dem der räumlichen Ungleichheit aus mehreren Gründen der Vorzug gegeben: Er vermeidet eine begriffliche Überschneidung mit dem ebenfalls gebräuchlichen Terminus des sozialen Raumes (dem Raum der Positionen) und betont die geographische Dimension des Raumbegriffs, ohne dabei die Wechselbeziehungen zwischen sozialem und physischem/geographischem Raum zu vernachlässigen. Zwar sind Räume Produkte menschlicher Konstruktionsleistungen, aber natürliche Gegebenheiten wie Meer oder Wald, Entfernungen zwischen Orten, Territorien oder Grenzen werden als real erfahren und sind somit handlungsrelevant. Der Begriff des Territoriums wird in der Soziologie traditionell benutzt, um einen Raum von sozialen Interaktionen, etwa auch als Austragungsort von Machtkämpfen, zu identifizieren.[3] Der genaue Bezugsrahmen für die Beschreibung der Ungleichheitsverhältnisse - Weltgesellschaft, Nation, Region, Stadtviertel - muss dabei im Einzelfall ebenso definiert werden, wie der territoriale Bezugsrahmen der Akteure.

Die Rückkehr einer Ungleichheitsdimension

Lange Zeit spielten in der (west-)deutschen Ungleichheitsforschung territoriale Ungleichheiten kaum eine Rolle. In Stefan Hradils Standardwerk "Soziale Ungleichheit in Deutschland" werden räumliche Bezüge nur noch als "Wohnbedingungen" erfasst; großräumliche, regionale oder siedlungsstrukturelle Unterschiede (z.B. Stadt - Land) bleiben unerwähnt. Das Bild von der "katholischen Arbeitertochter vom Lande", das in den sechziger Jahren zum Symbol für die herrschende Bildungsmisere geworden war, hat schon lange ausgedient. Das mag vor allem daran liegen, dass die Bildungsexpansion, der steigende Mobilisierungsgrad und die Ausweitung der Telekommunikationsmedien ebenso wie der allgemeine Wohlstandsanstieg der Nachkriegszeit - trotz fortbestehender Unterschiede in der Lebensführung - zum Verschwinden sozialökonomischer Stadt-Land-Unterschiede geführt haben. So haben zwar die meisten Theorien sozialer Ungleichheit den Raum zumindest implizit - oftmals in der Bedeutung von Nation, Region oder Wohnumwelt - als eine Dimension sozialer Ungleichheit angelegt, dessen Bedeutung aber nur selten theoretisch bearbeitet. Auch die Sozialstrukturanalytiker der neueren Lebenslagen-, Milieu- und Lebensstilforschung, die sich ausdrücklich mit horizontalen und askriptiven (zugeschriebenen) Merkmalen sozialer Ungleichheit wie Alter und Geschlecht befassen, sehen den Raum nicht (mehr) als eigenständige Ressource, die Menschen Teilhabechancen am gesellschaftlichen Leben und damit mehr oder weniger große Handlungsspielräume eröffnet, sondern als Randbedingung, von der vorteilhafte oder nachteilige Einflüsse ausgehen.[4] Demzufolge wird auch der Wohnraum vor allem als Ausdruck der Selbstverwirklichung und Stilisierung, als Darstellung der eigenen Vorlieben, analysiert.

Im gleichen Maße, wie das Interesse an denterritorialen Ungleichheiten innerhalb Deutschlands nachließ, entstand - bedingt durch das zunehmende Unbehagen an der Globalisierung - eine zuerst verhaltene, aktuell stärkere Aufmerksamkeit für Ungleichheiten innerhalb der Weltgesellschaft: zumeist als Ungleichheit zwischen den reichen westlichen Industrienationen und den armen Staaten der südlichen Hemisphäre gefasst. Die Beschreibung territorialer Ungleichheit bezog sich vor allem auf die Analyse der Lebenschancen (Wohlstand, Gesundheit, Marktzugang), die Nation oder Staatsbürgerschaft bieten oder verwehren.[5] Nun aber geraten die nationalstaatlichen Grenzen selbst ins Wanken: Unter Beibehaltung nationaler Grenzen werden mehr und mehr Aufgaben von supranationalen Organisationen wie der EU übernommen. Zunehmend wandern Menschen zwischen verschiedenen Staaten - wie im Fall von Mexiko und den USA oder Deutschland und Polen - hin und her. Die "Nation" als Bezugsrahmen für territoriale Ungleichheitslagen zu sehen, ist mehr und mehr in die Kritik geraten.[6]

Hier wird nun die These vertreten, dass territoriale Ungleichheit nicht nur auf der Ebene der Weltgesellschaft und zwischen Nationen, sondern auch innerhalb von (National-)Staaten ein relevantes Thema ist. Diese Form der Ungleichheit ist nicht ohne weiteres anschlussfähig an die alte Differenzierungslinie von Stadt - Land, die über viele Jahrzehnte das Verständnis von räumlicher Ungleichheit in der ost- wie westdeutschen Soziologie geprägt hat. Auch die alten Vorstellungen und Zuschreibungen von städtischer Moderne und ländlicher Rückständigkeit taugen nicht mehr: Prosperierende - auch entlegene - ländliche Räume stehen neben Kleinstädten, die mehr als 20 Prozent ihrer Einwohner verloren haben, und Großstadtvierteln, die von Armut gezeichnet sind. Ebenso wenig lassen sich die aktuellen Entwicklungen als ein Ost-West-Problem abtun, das in Folge der Transformation Ostdeutschlands entstanden ist. In der Eifel werden ebenso händeringend Ärzte gesucht wie in Vorpommern. Auch international lässt sich gut verfolgen - was aber lange in Deutschland nicht wahrgenommen wurde -, dass (binnennationale) territoriale Ungleichheit sich ausbreitet. Die US-amerikanischen "rural ghettos" (ländliche Ghettos) sind nicht weniger trostlos als "le désert français" (die französische "Wüste" im Zentrum Frankreichs) oder der Landkreis Demmin in Mecklenburg-Vorpommern. Und überall finden sich die gleichen Anzeichen des Niederganges: ökonomische Strukturschwäche mit hohem Grad an Langzeitarbeitslosigkeit gepaart mit den Folgen des demographischen Wandels (Geburtenrückgang, Abwanderung und veränderter Altersaufbau). Für den ländlichen Raum treten als besondere Erschwernisse dünne Besiedlung und weite Entfernung zu Agglomerationsräumen, bei ungünstigen naturräumlichen Standortbedingungen eine monostrukturelle, verarbeitungsarme Landwirtschaft hinzu.

Theoretische Ansatzpunkte

Wenn also "alte" Strukturierungs- und Ordnungsmuster von Stadt - Land, Ost - West sich nicht als allein tauglich erweisen und zu überprüfen ist, ob territoriale Ungleichheit ein eigenständiges Strukturierungsprinzip auch innerhalb von Nationalgesellschaften ist, so müssen wir auf die Suche gehen nach theoretischen Ansatzpunkten, die uns bei der Beschreibung des "neuen" Ungleichheitsphänomens behilflich sein könnten. Nach einer eher stichwortartigen Einführung in ein soziologisches Raumverständnis werden die Theorien Pierre Bourdieus und Reinhard Kreckels exemplarisch vorgestellt; beide haben in ihren Arbeiten eine Verbindung zwischen Ungleichheitstheorie und Raum hergestellt.

Grob lassen sich für die Soziologie zwei grundsätzliche Umgangsweisen mit dem Raum festhalten: das absolutistische und das relationale Raumkonzept. In der absolutistischen (oder substantiellen) Raumvorstellung ist der physische Raum eine "externe" Größe, die als gegeben hingenommen wird (in Form von Landschaft, Natur- oder Wohnraum), aber nicht in unmittelbarem Zusammenhang zum menschlichen Handeln steht und folglich in sozialstrukturellen Analysen vernachlässigt werden kann. Entgegen dieser "absolutistischen" Sichtweise, in der Raum auch ohne "Inhalt" existieren kann, sehen die Vertreterinnen und Vertreter der "relationalen" (auch: relativistischen) Raumtheorie den Raum als veränderbares Produkt menschlicher Aktivitäten, der durch die Lagerung, Positionierung und Anordnung von Gütern und "Körpern" entsteht.[7] Physische Räume werden gestaltet und verändert, so wie wilde Natur durch den Eingriff von Menschen erst zur Kulturlandschaft wurde, Stadträume durch Architekten und Bewohner entstehen oder Wohnräume liebvoll dekoriert werden.

Dass auch Menschen in - nicht nur territorial gedachten - sozialen Räumen "angeordnet" werden können, veranschaulichte der französische Soziologe Pierre Bourdieu in seinem Modell des sozialen Raumes eindrucksvoll. Mittels verschiedener Arten von Kapital - Bourdieu kennt neben dem ökonomischen Kapital auch soziales, kulturelles und symbolisches Kapital - und dem Verhältnis der einzelnen Kapitalarten zueinander werden Menschen im dreidimensionalen "Raum der Positionen" verortet. Dies geschieht wie folgt: Nachdem die Forscher durch das Sammeln von Daten über Einkommensverhältnisse, Bildungstitel oder kulturelle Vorlieben die Kapitalarten und ihr Verhältnis zueinander bestimmt haben, werden auf der vertikalen Achse eines Koordinatensystems die Kapitalvolumen und auf der horizontalen Achse die Kapitalstruktur (relative Anteile an ökonomischem und kulturellem Kapital) abgetragen. In dieser Raumkonstruktion können die sozialen Positionen der untersuchten Personen zueinander abgelesen werden wie auf einer Landkarte.[8] Allerdings stellt Bourdieu neben diesen Raum der Positionen noch einen "Raum der Perspektiven", in dem die verschiedenen Akteure selbst zu Wort kommen sollen. Werden im Raum der Positionen Menschen "extern" in ihren sozialen Lagerungen bestimmt, so geht es hier um die alltäglichen Erfahrungen und Handlungen, (konkurrierende) Vorstellungen sowie die Wahrnehmungs- und Bewertungsschemata der Akteure von "ihrer" Welt.[9] Die ökonomischen Daten des Ruhrgebiets mögen sich gar nicht sehr von denen Mecklenburg-Vorpommerns unterscheiden, doch ist die Perspektive auf die aktuellen Entwicklungen eine andere. Trägt ein "hier passiert was" oder ein "es wird schon wieder besser" im Ruhrgebiet noch ein Stückchen, so sind Gefühle des (politischen) "Vergessenseins", des "Abgehängtseins" im Nordosten allgegenwärtig. Diese Wahrnehmungen bleiben aber nicht wirkungslos. In den Abschlussklassen Mecklenburg-Vorpommerns hat sich längst eine "Kultur des Weggehens" etabliert, denn Hoffnungen auf eine positive Entwicklung gibt es kaum noch.

Ortseffekte

Im Unterschied zu vielen Sozialstrukturmodellen, die soziale Positionen ebenfalls in zwei- oder dreidimensionalen sozialen Räumen anordnen, untersucht Pierre Bourdieu auch Wechselbeziehungen zwischen sozialen und physischen/geographischen Räumen. Soziale Rangordnungen spiegeln sich für ihn stets in der Anordnung der Personen in physischen Räumen wider. Personen im physischen Raum sind "verortbar" durch ihren Wohnort, durch die relative Lage des Wohn-, Arbeits- oder Urlaubsortes zu anderen Wohn- und Arbeitsstätten (Villengegend oder Vorort, Alpen oder Ostsee) oder kurzfristigen Platzierung im Raum (Sitzordnungen). Darüber hinaus wird eine Person durch den Platz charakterisiert, den sie "einnimmt", entweder in Form von Besitz (Haus, Grundstück, Ackerland) oder durch Eigenschaften wie Auftreten ("eine raumgreifende Geste") und Aussehen. Analog zum sozialen ist auch der physische Raum durch die ungleiche Verteilung von Gütern und Dienstleistungen wie von Personen, die ungleichen Zugang zu diesen Gütern haben, gekennzeichnet. Der Platz, den ein Mensch in einem sozialen Raum einnimmt, wird für Bourdieu zu einem idealen Indikator für seine Position im physischen Raum.

Nun geht Bourdieu zwar von einem einzigen sozialen Raum aus, der aber von verschiedenen "Feldern" - das Feld der Wirtschaft, der Politik, der Musik - ausgefüllt ist, die sich je unterschiedlich "aufspannen" lassen und die sich überschneiden, überlagern oder manchmal deckungsgleich werden. In Bezug auf physische Räume bedeutet dies, dass es an bestimmten Orten z.B. eine Konzentration von begehrten Gütern und Personen gibt, die über eine ähnlich privilegierte Stellung verfügen. Einkaufsparadiese wie die Fifth Avenue in New York oder die Königsallee in Düsseldorf mit ihren Luxusgeschäften und reichen Kunden stehen in krassem Gegensatz zu den lateinamerikanischen Elendsvierteln oder den französischen Banlieus, in denen sich die Mittel- und Machtlosen konzentrieren. Wer also über entsprechende Güter und Positionen - ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital - verfügt, der ist auch in der Lage, Einfluss auf den Raum selbst zu nehmen. Der Besitz von Grund und Boden ermöglicht es, andere von diesen Räumen auszuschließen oder eben exklusiven Zugang zu eröffnen (z.B. gated communities, die von Wachpersonal gesicherten Wohnanlagen). "Umgekehrt werden die Personen ohne Kapital physisch oder symbolisch von den sozial als selten eingestuften Gütern ferngehalten und dazu gezwungen, mit den unerwünschten Personen und am wenigsten seltenen Gütern zu verkehren. Die Kapitallosigkeit kumuliert die Erfahrung der Endlichkeit: an einen Ort gekettet zu sein."[10]

Zentrum - Peripherie

Reinhard Kreckels Zentrum-Peripherie-Modell scheint geradezu ideal, um die aktuellen sozialräumlichen Entwicklungen sowohl empirisch als auch machtpolitisch zu analysieren, zumal bisher nicht eindeutig geklärt ist, mit welcher Art von - vertikaler oder horizontaler - Ungleichheit wir es bei der territorialen Ungleichheit zu tun haben und in welchem Verhältnis sie zu anderen Ungleichheiten steht.

Gespeist aus der Kritik an der vertikalen Ausrichtung der Klassen- und Schichttheorien, die anders gelagerte Ungleichheiten vernachlässigen, ist Kreckel bestrebt, ein Sozialstrukturmodell zu erarbeiten, das ein Dach für verschiedenste Ungleichheiten bietet. Die allen Formen strukturierter Ungleichheit zugrunde liegende Gemeinsamkeit sieht Kreckel darin, dass sie "alle etwas mit den Machtverhältnissen zu tun haben" und sie als"Resultat von Kräftekonstellationen" zu verstehen sind. Der Autor bietet dazu die "Zentrum-Peripherie-Metapher" an, die als asymmetrisch strukturiertes Kräftefeld zu verstehen ist: "Sie beschreibt ein Spannungsfeld, das typischerweise durch Kräftekonzentration im Zentrum und Kräftezersplitterung an der Peripherie gekennzeichnet ist".[11] Im Zentrum befinden sich die Kräfte oder zentralen Lagen, die durch Machtkonzentration in der Lage sind, Einfluss zu nehmen auf die Verteilung von Gütern und Positionen sowie auf politische Entscheidungen und die öffentliche Meinung. An der Peripherie verhält es sich genau umgekehrt: Es können nicht genügend Kräfte mobilisiert werden, um eigene Interessen zu vertreten und durchzusetzen, da der Zugang zu den "Schaltstellen der Macht" verwehrt bleibt. Periphere Lagen sind als "strukturell verankerte Bedingungskonstellationen" zu verstehen, aus denen sich für die betroffenen Menschen verminderte Teilhabechancen an den allgemein verfügbaren und erstrebenswerten Gütern ergeben und somit eingeschränkte Handlungsspielräume für die Gestaltung ihres Lebens.[12]

Die Entfernung der einzelnen Lagen vom Zentrum hin zur Peripherie kann in konzentrischen Kreisen, die allerdings nicht "ordentlich" um das Zentrum herum angeordnet sein müssen, beschrieben werden. Die Kräfte in peripheren Lagen sind durchaus an einigen Stellen in der Lage, dem Zentrum "Boden" abzutrotzen und ihre Stimme zu erheben (aktuell gut an den so genannten Weblogs bzw. kurz Blogs zu beobachten, welche die Allmacht der Medien empfindlich stören). Diese Zentrum-Peripherie-Metapher erlaubt es nun, sich von der vertikalen Vorstellung gesellschaftlicher Ordnung zu lösen und über die Grenzen von (Erwerbs-)Arbeitsgesellschaften und Nationalstaaten hinaus zu denken. Demzufolge zählt Kreckel Nation neben Klasse, Geschlecht und Alter zu den zentralen Organisationsprinzipien von sozialer Ungleichheit. Ein weiterer Vorteil des Modells liegt darin, dass auch die Mehrdimensionalität von Ungleichheiten einbezogen werden kann, also Gesellschaften nicht bloß durch eine oder zwei Ungleichheiten wie Einkommen oder Bildung strukturiert werden. Darüber hinaus ist auch nicht bereits entschieden, welche Ungleichheitsdimension - je nach Themenfeld - im Vordergrund steht. Vielmehr gibt es unterschiedliche Zentrum-Peripherie-Konstellationen (für die Politik, Wirtschaft, Medien oder Sport), die sich gegenseitig beeinflussen können. Genauso gut können innerhalb eines Zentrums mehrere Unterzentren und dementsprechend mehrere Peripherien bestehen.

Entsprechend der Kreckel'schen Auffassung, dass "strukturierte soziale Ungleichheit gewissermaßen in zwei Aggregatzuständen`" auftritt - der Verteilungsungleichheit, die Zugang zu sozialen Gütern (Reichtum und Wissen) eröffnet oder einschränkt, und der Beziehungsungleichheit, die asymmetrische Beziehungen zwischen den Menschen widerspiegelt -, stehen auch Zentrum und Peripherie in zweifacher Weise miteinander in Verbindung: einerseits objektiv über (wirtschaftliche, kulturelle o .ä.) Tauschbeziehungen, die stets von Abhängigkeitsverhältnissen und Unterlegenheitsgefühlen geprägt sind; anderseits subjektiv über einen "gemeinsamen Werte- und Kommunikationshorizont" von Zentrum und Peripherie. "Nur wenn Zentrum und Peripherie als sozial (oder im Durkheimschen Sinne: als moralisch) zusammengehörig betrachtet werden, kann die Frage der Legitimität von ungleichen Verteilungen und Beziehungen überhaupt zum Problem werden. Das heißt, die (subjektive) Wahrnehmung der eigenen Benachteiligung ist stets an die Unterstellung eines gemeinsamen Lebenszusammenhanges oder zumindest Relevanzrahmens gebunden, der die Inhaber zentraler und peripherer Lagen miteinander verknüpft."[13]

Aktuell ist gut zu beobachten, wie sich der gemeinsam geteilte Werte- und Kommunikationszusammenhang, wonach eine zu stark ausgeprägte territoriale Ungleichheit in einem föderativen Staat nicht tolerabel und zu beseitigen sei, aufzulösen beginnt. Die Nachkriegszeit (dies gilt für Ost- wie Westdeutschland) und die Transformation Ostdeutschlands war durchdrungen von dem Grundgedanken der Verringerung regionaler Unterschiede auf dem Staatsgebiet. 15 Jahre nach der Wiedervereinigung zeichnet sich jedoch immer deutlicher ab, dass die gewünschten Erfolge nicht eingetreten sind. Trotz immenser Infrastrukturinvestitionen und Wirtschaftsförderung blieb die wirtschaftliche Entwicklung Ostdeutschlands weit zurück, und alle Hoffnungen auf einen sich selbst anstoßenden Prozess für benachteiligte Regionen blieben unerfüllt. Die politische Strategie der Herstellung gleichwertiger Lebensbedingungen durch Angleichung der Lebensverhältnisse im Sinne der "nachholenden Modernisierung" wird von vielen mittlerweile als gescheitert bewertet und als Bezugspunkt für berechtigte Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit verabschiedet. Zunehmend wird es - vor allem von Westdeutschen - als illegitim empfunden, die Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West einzuklagen. Die aktuell geführte Debatte und nicht zuletzt der politische und rechtliche Streit über den Länderfinanzausgleich scheinen recht eindeutig darauf hinzuweisen, dass sich in Bezug auf den Grundkonsens der Angleichung der Lebensverhältnisse ein Paradigmenwechsel abzuzeichnen beginnt. Das sich gegenwärtig verstärkende Gefälle zwischen entlegenen ländlichen Räumen und wirtschaftlich prosperierenden Zentren wird offenbar nicht mehr unbestritten als Frage der Gerechtigkeit und damit der territorialen Ungleichheit wahrgenommen und bewertet.[14]

Verschiebung der Machtverhältnisse

Die Infragestellung des bisher gültigen Relevanzrahmens - territoriale Ungleichheit ist auf dem Staatsgebiet zu beseitigen - verweist unmittelbar auf die Frage nach den Machtverhältnissen, wie sie Bourdieu und Kreckel gestellt haben. Sich nicht (mehr) gegen Benachteiligungen wehren zu können, das bedeutet Peripherie. Den Akteuren gelingt es nicht, sich auf Grund ihrer "schwachen" sozialen Stellung und in dünn besiedelten Räumen wohl auch wegen der großen Entfernungen zusammenzuschließen und Gegenmacht zu bilden, um Handlungsspielräume für die Gestaltung der eigenen Lebensvorstellungen (zurück)zugewinnen. Ja, es gelingt den Betroffenen in peripheren Lagen nicht einmal, ihre Interessen "lautstark" zu artikulieren, um sich so Gehör und Einfluss zu verschaffen. Ihre Sicht auf die Dinge bleibt, selbst wenn sie gehört werden, irrelevant. Die Deutungs- und Benennungsmacht (Bourdieu) liegt bei anderen. Die aktuelle Berichterstattung über periphere ländliche Räume Ostdeutschlands ist ein gutes Beispiel dafür. Es sind die stets gleichen Beschreibungen von Niedergang, Entvölkerung, Tristesse und Apathie.[15] Die Bewohner dieser Gegenden erkennen sich allzu oft in diesen Beschreibungen gar nicht wieder. Das Leben in und mit der Natur, die tiefe Verbundenheit mit der Region und den dort lebenden Menschen, das breite bürgerschaftliche Engagement und die vielfältigen Anstrengungen, sich gegen das scheinbar Unvermeidliche zu stemmen, gelangen nur selten in den Fokus der Redakteure. Es handelt sich also nicht bloß um unterschiedliche Sichtweisen auf periphere ländliche Räume, sondern auch um den "Kampf" um die legitime Sicht auf die aktuellen ökonomischen und demographischen Prozesse. Welche Wirkung die dramatisierende öffentliche Mediendarstellung auf die in diesen Regionen lebenden Menschen hat, lässt sich wohl erahnen.

Dass Peripherien durch die Abwesenheit von Machtpotenzialen, durch Machtferne, Kräftezersplitterung und Kapitallosigkeit gekennzeichnet sind, offenbart sich aber vor allem in der politischen Arena. Einerseits beobachten wir aktuell auf nationaler und supranationaler Ebene politische Weichenstellungen: Territoriale und soziale Abkopplungsprozesse werden nicht nur billigend in Kauf genommen, sie sind sogar politisch - unter Zuhilfenahme ökonomischer und vor allem demographischer Argumente - gewollt. Auf EU- wie auf Bundes- und Länderebene geht der Trend eindeutig zur Förderung von "functional urban areas" oder Ankerstädten, die zu Leuchttürmen der wirtschaftlichen Entwicklung werden sollen. In der Realität bedeutet diese Leuchtturmpolitik eine stärkere Konzentration von Fördermitteln auf Verflechtungsräume und vermeintliche wirtschaftliche Wachstumsbranchen. Dies ist gleichbedeutend mit einem weiteren Abschmelzen der Fördermittel für die peripheren Regionen und damit dem Abbau von technischer und sozialer Infrastruktur. Andererseits gibt es viele kleine, oftmals nicht miteinander vernetzte Aktivitäten auf dörflicher oder kommunaler Ebene gegen Finanzkürzungen und Apathie, doch politisch wirksam werden sie nur selten. Die Entfernung der lokalen Akteure zu den Machtzentren hat bereits so weit zugenommen, dass die Hoffnungen auf staatliche Unterstützung fast ganz erloschen sind. In vorauseilendem Gehorsam wird Bescheidenheit zum neuen "Leitbild" für periphere Räume erklärt.[16]

Verengte Zugangschancen und Handlungsspielräume

Die Folgen der (politischen) Machtverschiebungen auf die Lebensverhältnisse und Teilhabechancen der in den machtfernen Räumen lebenden Menschen können nach Reinhard Kreckel - klassisch ungleichheitssoziologisch - über den veränderten Zugang zu Ressourcen wie Bildung, Arbeitsplatz oder Netzwerken empirisch überprüft werden. Sind die Zugangschancen innerhalb eines (zu bestimmenden) Territoriums ungleich verteilt, so sprechen wir von territorialer Ungleichheit. Wer in einer bevorzugten Wohngegend aufwächst, hat bessere Möglichkeiten, eine gute Schule zu besuchen und die "richtigen" Freunde zu treffen. Es kann aber auch anders laufen! Territoriale Ungleichheit ist nur als eine Handlungsbedingung zu verstehen, die Handlungsspielräume eröffnet oder verengt; wie sich Menschen aber letztendlich verhalten, muss immer empirisch überprüft werden. Allein ein Blick auf die Arbeitslosenquoten von über 30 Prozent in manchen peripheren ländlichen Räumen genügt, um zu verdeutlichen, welchen Einfluss der Wohnort auf die Zugangschancen zum Arbeitsmarkt hat. Ohne eigenen PKW ist es in Anbetracht eines auf ein Minimum zurückgestuften Öffentlichen Personen- und Nahverkehrs (ÖPNV) - mancherorts fährt nur noch der Schulbus; wenn Ferien sind, fährt auch dieser nicht - in abgelegenen Gebieten ein schwieriges Unterfangen, den Arzt in der nächsten Kreisstadt zu erreichen. Vielfach stehen bereits gymnasiale Oberstufen mangels Schülerzahlen zur Disposition, über den Besuch eines weiterführenden Internates wird in Zukunft auch der Geldbeutel der Eltern entscheiden. Eingeschränkter ÖPNV, Schließung von Schulen und Krankenhäusern umreißen stichwortartig, inwieweit sich die Teilhabechancen der Bewohnerinnen und Bewohner entlegener ländlicher Räume bereits verringert haben. Aber nicht alle bekommen die Folgen territorialer Ungleichheit in derselben Weise zu spüren. Ausgerüstet mit PKW und einem PC sind diese Hürden leichter zu überwinden. Denn heute ermöglicht es ein Internetzugang, per Versandhandel die neuesten Bücher und Spielfilme zu bestellen oder per Internetbanking einen Großteil der Bankgeschäfte abzuwickeln. Selbst dem Bezug von exquisiten Lebensmitteln per Mausklick steht nichts mehr im Wege. Den anderen ohne PC und PKW bleibt der mobile Versorgungsdienst. Gleichzeitig verfügen entlegene ländliche Räume über viele Vorteile. Das Leben im Eigenheim lässt sich wesentlich leichter realisieren, Umweltbelastungen wie Luftverschmutzung und Lärm spielen keine Rolle, Naturnähe und Ruhe sind ausreichend vorhanden.[17] Die wenigen Beispiele verdeutlichen einen weiteren Umstand: Territoriale Ungleichheit tritt selten alleine auf, sondern zumeist im Zusammen- oder Gegenspiel mit anderen sozialen Ungleichheiten - ohne dass schon im Vorhinein geklärt ist, in welchem Verhältnis diese Ungleichheiten zueinander stehen.

Zu beobachten ist aber, dass sich durch die Kumulation von ungünstigen Lebensbedingungen Handlungsspielräume oftmals auf das Einrichten im Mangel verengen. Große Pläne in Bezug auf Anschaffungen oder Urlaubsreisen werden nicht mehr gemacht, die Hoffnungen auf eine reguläre Erwerbsarbeit sind dahingeschmolzen, ein Ein-Euro-Job wird zur Herausforderung. Haus, Haushalt und Gartenarbeit stiften Sinn und schonen das Portemonnaie. Selten sind die aus der "Erwerbsarbeitsgesellschaft-Herausgefallenen" bürgerschaftlich engagiert und nicht selten weniger integriert. Bürgerschaftlich aktiv sind erfahrungsgemäß die Erwerbstätigen und Familien mit Kindern. Wer anderswo Alternativen sieht, wandert ab - vor allem junge Frauen zwischen 18 und 25 Jahren sowie Hochgebildete. Oder - um es mit Pierre Bourdieu zu sagen: Wer noch Kapital hat, das er anderswo in die Waagschale werfen kann, geht weg. So finden sich zunehmend Territorien (Regionen, Gemeinden), in denen sich ein Mangel an erstrebenswerten Gütern und Dienstleistungen mit der Anwesenheit von Personen paart, die keinen oder kaum Zugang zu diesen Gütern haben.

Differenzierung der Lebensverhältnisse

Lange schien territoriale Ungleichheit innerhalb Deutschlands keine Rolle mehr zu spielen. Ökonomische und infrastrukturelle Abkopplungsprozesse ganzer Regionen und Stadtviertel, die gepaart mit verschärftem demographischen Wandel auftreten, haben dazu geführt, dass die Frage nach territorialer Ungleichheit wieder auf der Tagesordnung steht.

Die verstärkt beobachtete (binnennationale) territoriale Ungleichheit lässt die weiterhin bestehenden stark ausgeprägten territorialen Ungleichheiten zwischen Nationen aber nicht unwichtiger werden. Vielmehr handelt es sich lediglich um unterschiedliche "Größenordnungen" territorialer Ungleichheit. Dass nationalstaatliche Grenzen weiterhin (politische) Gültigkeit behalten und sich dennoch als Bezugsrahmen aufzulösen beginnen, zeigt sich bereits im Uecker-Randow-Kreis. Trotz hochgradiger Abhängigkeit von staatlichen Unterstützungen richtet sich die Aufmerksamkeit längst nicht mehr auf Berlin, sondern Stettin wird als "Oberzentrum" wahrgenommen. Für die Soziologie der territorialen Ungleichheit können wir daraus zumindest zwei Folgerungen ableiten:

Es muss stets ein (territorialer) Bezugsrahmen (Nation, Region, Stadtteil) definiert werden, innerhalb dessen Ungleichheiten verhandelt werden. Denn der Wert von Ressourcen wie Bildung oder Wissen bzw. Kapitalsorten und das Ausmaß territorialer Ungleichheit können nur im Verhältnis zu diesem Bezugsrahmen bestimmt werden, da dort Ungleichheiten unmittelbar wirksam werden. In diesem Zusammenhang gilt es zukünftig, das Kreckel'sche Zentrum-Peripherie-Modell, das stark auf die territorialen Unterschiede der (nationalstaatlich verfassten) Weltgesellschaft abgestellt ist, konsequenter auf kleinräumige Einheiten - in und zwischen Nationen - anzuwenden. In umgekehrter Richtung ist mit Bourdieu zu überprüfen, wie sich die - eher im Nahraum angelegten - Wechselbeziehungen zwischen sozialem und physischem Raum in einer globalisierten Welt bewähren.

Abschließend kann festgehalten werden, dass mit Hilfe des Konzepts territorialer Ungleichheit die zunehmende Differenzierung der Lebensverhältnisse zwischen peripheren und zentralen Lagen beschrieben werden kann. Für Menschen im Zentrum des "Geschehens" scheinen sich die Handlungsspielräume in einer globalisierten Welt eher zu vergrößern (dank internationaler Waren-, Kapital-, Verkehrs- und Informationsströme), für andere in peripheren Lagen hingegen verkleinert sich die Welt. In entlegenen ländlichen Räumen vermindern ökonomische Strukturschwäche und das Herunterfahren der Infrastruktur Zugangschancen zu erstrebenswerten Gütern und Dienstleistungen wie Arbeitsplatz und Gesundheitsversorgung. Persönliche Handlungsspielräume verengen sich damit für viele auf ein Einrichten im Mangel. Eine Kräftezersplitterung an der Peripherie erlaubt es nicht, sich gegen die aktuellen politischen Einsparungen zu wehren oder ausreichende Kräfte zu mobilisieren, um diese zu kompensieren. Migration ist vor allem für junge Frauen und Hochgebildete das Mittel der Wahl, um den heimischen Verhältnissen zu entfliehen.

Die Vermutung liegt nahe, dass wir in Deutschland in Zukunft nicht mehr Gleichheit, sondern Verschiedenartigkeit der Lebensverhältnisse auf dem Territorium vorfinden werden. Noch ist offen, ob diese zu einer Homogenisierung der Sozialstruktur in Bezug auf Alterung, Geschlecht und Bildungsstand in peripheren Räumen führt und welche sozialen und politischen Verwerfungen und Kosten dadurch in Zukunft entstehen werden.
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Fußnoten

1.
Eine entsprechende Berichterstattung für städtische Peripherien, die allerdings eher in Innenstadtbezirken liegen, kann ebenso beobachtet werden, folgt aber anderen demographischen Argumenten. Dort stehen dann vor allem die Einwanderung und ihre Folgen im Vordergrund.
2.
Vgl. Reinhard Kreckel, Politische Soziologie der sozialen Ungleichheit, Frankfurt/M.-New York 2004(3), S. 17.
3.
Vgl. Norbert Elias, Der Prozeß der Zivilisation, Band 2, Frankfurt/M. 1992(17); Erving Goffman, Die Territorien des Selbst, in: ders., Das Individuum im öffentlichen Austausch, Frankfurt/M. 1974.
4.
Vgl. Stefan Hradil, Soziale Ungleichheit in Deutschland, Opladen 19997, S. 296f.
5.
Vgl. Reinhard Kreckel, Geschlechtssensibilisierte Soziologie. Können askriptive Merkmale eine vernünftige Gesellschaftstheorie begründen?, in: Wolfgang Zapf, Die Modernisierung moderner Gesellschaften, Verhandlungen des 25. Deutschen Soziologentages in Frankfurt am Main 1990, Frankfurt/M. 1991.
6.
Vgl. exemplarisch Ludger Pries, Transnationale Räume, in: Ulrich Beck (Hrsg.), Perspektiven der Weltgesellschaft, Frankfurt/M. 1998; Anja Weiß, Raumrelationen als zentraler Aspekt weltweiter Ungleichheiten, in: Mittelweg 36, 11 (2002) 2, S. 76 - 92.
7.
Vgl. Dieter Läpple, Essay über den Raum. Für eingesellschaftswissenschaftliches Raumkonzept, in: Hartmut Häußermann u.a. (Hrsg.), Stadt und Raum, Pfaffenweiler 1991; Martina Löw, Raumsoziologie, Frankfurt/M. 2001.
8.
Vgl. Pierre Bourdieu, Sozialer Raum und Klassen, Frankfurt/M. 1985, S. 12f.
9.
Vgl. Eva Barlösius, Kampf um soziale Ungleichheit, Wiesbaden 2005, S. 171. Anmerkung der Redaktion: Siehe auch den Beitrag von E. Barlösius in dieser Ausgabe.
10.
Pierre Bourdieu, Physischer, sozialer und angeeigneter physischer Raum, in: Martin Wentz (Hrsg.), Stadt-Räume, Frankfurt/M.-New York 1991, S. 30; ders., Ortseffekte, in: ders. u.a. (Hrsg.), Das Elend der Welt, Konstanz 1997.
11.
R. Kreckel (Anm. 2), S. 14, 42, 44. Hervorhebung i. O.
12.
Vgl. ebd., S.43.
13.
Ebd., S. 49.
14.
Vgl. den Artikel von Eva Barlösius in diesem Heft.
15.
Vgl. z.B. Antje Sirleschtov, Geschichten vom Verschwinden, in: Der Tagesspiegel vom 26.5. 2006.
16.
Vgl. Bescheidenheit ist angesagt, in: Ostseezeitung vom 27.4. 2006.
17.
Vgl. Thomas Gensicke, Lebensqualität, in: Stephan Beetz/Kai Brauer/Claudia Neu, Handwörterbuch zur ländlichen Gesellschaft in Deutschland, Wiesbaden 2005.