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9.11.2007 | Von:
Sven Plöger

Wetter und Klimawandel - Essay

Der Mensch ist für die Klimaveränderungen der kommenden Jahrzehnte mitverantwortlich und deshalb in der Pflicht, eine globale Strategie zur Eindämmung der Folgen zu entwickeln.

Einleitung

Ende September las ich einen Zeitungsartikel, der den Klimawandel einmal ganz anders beleuchtete: Es wurde gefragt, wie viele Klimaforscher, Laien und Politiker eigentlich an den anthropogenen, also vom Menschen verursachten, Klimawandel "glauben". Eine Glaubensfrage also? Stimmen wir nun ab und beschließen per Mehrheitsentscheidung das wissenschaftliche Ergebnis? Das wäre wohl ein Novum in der Geschichte der Forschung, sollen doch Fakten zählen und Unhaltbares - auch wenn es manchmal lange dauert - zurückgewiesen werden: so, wie mit der Erde und der Scheibe, die in einer mittelalterlichen Abstimmung der Kugel sicherlich den Rang abgelaufen hätte.






Wohl kaum jemand wird den Artikel als Votum für "wissenschaftliche Mehrheitsentscheidungen" auffassen, doch die große Bandbreite der Meinungen zeigt recht deutlich: Es handelt sich um ein Thema, das jeden betrifft; es hat so viele Facetten, dass man sich mit einer klaren Auffassung schwer tut - möglicherweise auch aus Mangel an Hintergrundwissen. So wissen wir zwar viel über die Zusammenhänge des Erdklimas, aber manche Wissenslücke ist auch noch sehr groß. Offene Fragen und Kritik am Forschungsstand gehören also zum Geschäft.

Im Folgenden möchte ich einige dieser Kernfragen diskutieren: Was ist der Unterschied zwischen Wetter und Klima? Warum nimmt die Wissenschaft an, dass sich der derzeit stattfindende Klimawandel von den bisherigen natürlichen Klimaänderungen auf unserem Planeten unterscheidet? Weshalb ist es kein Widerspruch, Szenarien für unser Klima in hundert Jahren zu berechnen, wenn wir - die Meteorologen - doch unermüdlich darauf hinweisen, dass eine Wetterprognose nur für wenige Tage als seriös bezeichnet werden kann? Warum muss Kritik an den Forschungsergebnissen erlaubt sein? Warum sollte eine Region ihre Bemühungen, das Erdklima zu schützen, weiterführen, auch wenn sie das Gefühl hat, ihre Bemühungen werden andernorts auf dem Globus konterkariert?