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24.7.2007 | Von:
Andreas Zick
Beate Küpper

Antisemitismus in Deutschland und Europa

Der Beitrag informiert über den Antisemitismus in Deutschland und wirft einen Blick auf Europa. Es werden Facetten des Antisemitismus unterschieden, die als Legitimationen von Ungleichwertigkeit verstanden werden. Auf der Basis von Meinungsumfragen werden Ausprägungen und Entwicklungen des Antisemitismus beleuchtet.

Einleitung

Menschenfeindliche Vorurteile, wie sie der Antisemitismus ausdrückt, geben Auskunft über den Zustand der Zivilgesellschaft. Umso erfreulicher erscheinen auf denersten Blick jüngste Entwicklungen in Deutschland. Der Survey "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit"[1] weist aus, dass nur noch 6,7% der unter 30-Jährigen im Jahr 2006 der Aussage zustimmten: "Juden haben zu viel Einfluss", und nur 6,1% warfen Juden vor, "durch ihr Verhalten [...] an ihren Verfolgungen mitschuldig" zu sein. Beide Aussagen wurden in vielen Studien als traditioneller Ausdruck des Antisemitismus identifiziert. Unter den über 60-Jährigen konstatierten noch rund 18% zu viel Einfluss, und 13,6% machten Juden den Vorwurf der Mitschuld. Die Meinung der Jüngeren lässt auf das Verschwinden antisemitischer Einstellungen hoffen - aber solche positiven Meldungen blenden.








Allein in Bezug auf diesen Altersunterschied wird übersehen, dass die Älteren ihre Vorurteile an die Jüngeren weitergeben und kraft ihres Status gesellschaftliche Werte und Ideologien stärker bestimmen, als Jüngere das vermögen. Die Forschung zeigt zudem, dass sich der Antisemitismus immer wieder entfalten kann, indem er in neue Gewänder gekleidet wird. Im sekundären Antisemitismus wird etwa der Holocaust dazu missbraucht. In der Umfrage stimmte rund ein Drittel der Jüngeren (33,8% der unter 30-Jährigen) der Unterstellung zu, dass Juden versuchen, Vorteile aus der Vergangenheit zu ziehen. Unter den über 60-Jährigen meinte dies fast die Hälfte (46,4%). Sechzig Jahre nach Kriegsende werden vor allem Forderungen nach einem Schlussstrich laut; dies wird deutlich in der geringen Bereitschaft, sich weiter mit der Vergangenheit auseinander zu setzen. Die Mehrheit der Jüngeren (62%) und Älteren (59%) äußerte 2006 Ärger darüber, "dass den Deutschen auch heute noch die Verbrechen an den Juden vorgehalten werden." Mit dem Aufleben des Israel-Palästina-Konflikts hat der Antisemitismus eine weitere Ausdrucksform gefunden. Versteckt in einer scheinbar neutralen Kritik an Israel, die nicht zuletzt unterstützt wird durch Medienberichte,[2] werden antisemitische Vorurteile transportiert. Die Hälfte der unter 30-Jährigen (im Vergleich zu 35,8% der über 60-Jährigen) war 2006 der Ansicht: "Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser", und setzte damit die Handlungen Israels mit den Verbrechen der Nationalsozialisten gleich.

Einstellungen müssen nicht zu Handlungen führen, aber sie können sie nahe legen oder legitimieren. Nach Beobachtung von Human Rights First ist die Zahl antisemitischer Straftaten in Europa in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.[3] Zunehmend sind junge Menschen nicht nur Angreifer, sondern auch Opfer - zum Beispiel von Anschlägen auf jüdische Kindergärten und Schulen. Ein europäischer Vergleich ist dadurch erschwert, dass etliche Länder nur eingeschränkte oder gar keine systematische Erfassung von Hate Crimes bieten oder antisemitisch motivierte Delikte nicht gesondert ausweisen. Werner Bergmann und Juliane Wetzel haben 2002 eine Studie zum Ausmaß antisemitischer Gewalt in 15 europäischen Ländern durchgeführt und ebenfalls einen deutlichen Anstieg dieser Straftaten offenbart.[4] Die Studie war zum Teil heftig umstritten aufgrund eines Befundes, der muslimische Zuwanderer als eine Haupttätergruppe identifizierte.

Für Deutschland weist der jüngste Verfassungsschutzbericht einen Anstieg politisch rechts motivierter Straftaten mit extremistischem Hintergrund um 14,6% auf 17 597 aus, darunter - mit einem Anstieg von 9,3% - über 1 000 Gewalttaten.[5] Auch wenn Straftaten mit antisemitischem Hintergrund um 1,3% auf 1 636 Straftaten leicht zurückgegangen sind, alarmieren die Zahlen, denn zugleich ist das rechtsextreme Potenzial deutlich gestiegen, und die NPD hat an Bedeutung gewonnen. Der Antisemitismus dient dabei laut Verfassungsschutzbericht als Bindeglied zwischen rechtsextremen Strömungen. Er bediene sich zunehmend neben offener Hetze subtilen Diffamierungen, die an Einstellungspotenziale in der Bevölkerung anknüpften. Dazu gehören sowohl beiläufige Verweise auf die jüdische Herkunft öffentlicher Personen als auch antisemitische Stereotypen oder Verschwörungstheorien. Ebenso lassen sich Facetten des Antisemitismus hinzurechnen, die über den Umweg einer Kritik an Israel kommuniziert werden, sowie Formen, die mit der Unterstellung von Vorteilsnahme aus dem Holocaust verbunden werden und mit einer Täter-Opfer-Umkehr operieren.

Straf- und Gewalttaten sind die extremste Ausdrucksform. Die Taten geschehen vor dem Hintergrund antisemitischer Propaganda, in regelmäßigen Abständen angeheizt von politischen Eliten und Gruppen, wie etwa den Abgeordneten der NPD im Sächsischen Landtag. Auch revisionistische Versuchungen, wie jüngst wieder der "Fall Oettinger" zeigte, können als Tabubrüche antisemitische Einstellungen beflügeln. Auch wenn Einstellungen nicht unmittelbar und zwangsläufig zu antisemitischen Handlungen führen, machen sich Täter nicht selten zu Advokaten der öffentlichen Meinung.[6] Wie im Rechtsextremismus verbinden sich auch im Rechtspopulismus antisemitische mit fremdenfeindlichen Einstellungen, autoritärer Straflust, chauvinistischer Nostalgie sowie nationalistischen und antidemokratischen Ideologien.[7] Diese Komponenten des Rechtspopulismus finden sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern.[8]

Facetten des Antisemitismus als legitimierende Mythen

Die Theorie der Sozialen Dominanz von Jim Sidanius und Felicia Pratto legt nahe, Ideologien und Glaubensgrundsätze, wie sie unter anderem Vorurteile darstellen, als legitimierende Mythen zu verstehen.[9] Sie helfen, bestehende oder angestrebte Hierarchien zwischen gesellschaftlichen Gruppen moralisch und intellektuell zu rechtfertigen. Die Legitimierung der Ungleichwertigkeit von Gruppen befördert Diskriminierung, Abwertung, Ausgrenzung, Verfolgung, Gewalt oder sogar Ethnozid. Als Mythen bieten Vorurteile kollektives Wissen zur Erklärung alltäglicher Phänomene und gesellschaftspolitischer Ereignisse, gerade in Umbruchszeiten. Gruppenbasierte Hierarchien finden sich kulturübergreifend entlang Alters- und Geschlechtskategorien sowie kulturell willkürlichen Kategorien, wie sie durch Bildung, Ethnie oder Religionszugehörigkeit definiert werden. Die Beschreibung von Vorurteilen als legitimierende Mythen öffnet den Blick für ihre Funktion im Wettbewerb um den Status von Gruppen und für ihre Konstruktion als tief im kollektiven Gedächtnis verankerte Überzeugungen.

Der Antisemitismus ist ein legitimierender Mythos par excellence. Über die Jahrhunderte ist er in einem dem Zeitgeist angepassten Gewand erschienen, in seinen Elementen und Botschaften jedoch gleich geblieben. Wie andere Vorurteile auch bezieht der Antisemitismus sich nicht auf einzelne, sondern auf die Gesamtheit der Juden als Gruppe. Auch hier finden sich religiöse ("Christus- und Gottesmörder"), weltliche ("Wucherjude"), politische ("jüdische Weltverschwörung") und rassistische Begründungen (Charakter, Aussehen). Bergmann verweist darauf, dass diese Begründungen nicht zu jeder Zeit und, wie sich ergänzen lässt, nicht in jeder Kultur und kulturellen Subgruppe gleichermaßen wirksam sind. Seine Kraft als legitimierender Mythos erhält der Antisemitismus jedoch aus kollektivem Wissen; dieses ermöglicht es, ältere Schichten der Judenfeindschaft durch neuere zu überlagern und sie damit jederzeit zu reaktivieren.[10] Wir schlagen vor, neuere Formen des Antisemitismus als transformierte Facetten zu verstehen, in denen uralte Stereotype fortleben und weitergetragen werden.[11] Durch die in ihrer Transformation verklausulierte Form lässt sich die Ächtung des Antisemitismus geschickt umgehen. Resümiert man empirische Studien, dann lassen sich u. E. folgende Facetten des Antisemitismus finden:

  • Ein traditioneller Antisemitismus zeigt sich im Zuspruch zum Mythos vom jüdischen Einfluss. Hier zeigt sich ein Konspirationsmythos, der von der klassischen Variante des unterstellten überzogenen Einflusses in Wirtschaft und Politik über die spezifische Variante des Einflusses von amerikanischen Juden der "Ostküste" auf die Nahostpolitik bis hin zum Gerücht einer Mitwirkung des israelischen Geheimdienstes Mossad an "9/11" reicht. Hier findet sich auch das Stereotyp der Verschlagenheit und Hinterhältigkeit.

  • Die Unterstellung von Separation und mangelnder Loyalität äußert sich im Mythos einer stärkeren Verbundenheit der Juden mit Israel als mit dem jeweiligen Heimatland. Darin findet sich auch das Stereotyp jüdischer Bande und der "Fremdartigkeit" der Juden; sie seien anders, merkwürdig, oder hätten sonstige abweichende Gewohnheiten.

  • Die Forderung nach einem Schlussstrich unter die Vergangenheit drückt sich indirekt im Unwillen aus, immer wieder von den deutschen Verbrechen an den Juden zu hören oder sich damit auseinander zu setzen.

  • Ein Schuldvorwurf in seiner heutigen Form wird deutlich in der tief in die antisemitische Argumentation verstrickten Unterstellung, Juden seien durch ihr Verhalten an ihrer Verfolgung mitschuldig. Er findet sich historisch in der Beschuldigung am Tod Christi, dem Gerücht der Brunnenvergiftung im Mittelalter oder dem gegenwärtigen Vorwurf des Genozids an den Palästinensern. Der sekundär antisemitische Vorwurf der Vorteilsnahme aus dem Holocaust birgt eine Umkehr von Opfern und Tätern. Dabei findet sich der Topos der Schuld in fast allen Facetten.

    Für aufgeregte Debatten sorgt jener Antisemitismus, der über den Umweg einer Kritik an der Politik des Staates Israel kommuniziert wird. Nach Heyder/Iser/Schmidt sind zwei Facetten zu unterscheiden:[12]


  • Israelbezogener Antisemitismus, der antisemitische Stereotype auf den israelischen Staat überträgt, das Handeln des israelischen Staates gewissermaßen als Beweis für den "schlechten Charakter" der Juden zitiert. Hierzu zählt eine Ablehnung von Juden, die durch die israelische Politik legitimiert wird, die israelische Politik als jüdische Politik versteht und damit Juden kollektiv für das Handeln Israels verantwortlich macht.

  • Damit verwandt ist eine Israelkritik, die mit NS-Vergleichen und -Assoziationen operiert, die also historische Vergleiche der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern mit der Verfolgung von Juden im Nationalsozialismus zieht oder Israel mit doppeltem Standard beurteilt, d.h. Handlungen scharf verurteilt, die in anderen Ländern stillschweigend geduldet werden.

    Gerade ein Antisemitismus, der über den Umweg der Kritik an Israel kommuniziert wird, zeigt die Legitimationsdynamik des Vorurteils. Über diesen Umweg lassen sich Mythen von Konspiration, Verrat und Weltherrschaftsstreben untabuisiert äußern. Das kann erstens zu einer Täter-Opfer-Umkehr führen, die sich auch in der Medienberichterstattung wiederfindet. Jäger und Jäger weisen in einer Analyse von Printmedien über den Nahostkonflikt seit Beginn der 2. Intifada nach, dass die Medien einen hohen Anteil an dem Transport solcher Mythen haben.[13] Zweitens wird die Politik Israels als Transportmittel für antisemitische Stereotype verwendet. Sie wird als "jüdisches Handeln" markiert, und dessen negative Bewertung wird für die Gesamtheit der Juden generalisiert. Das wird zugleich als ideologischer Beleg dafür zitiert, dass in jedem Vorurteil ein Körnchen Wahrheit steckt, was auch bei anderen Vorurteilen wie etwa der Islamfeindlichkeit ins Feld geführt wird. Der Vorwurf, jegliche Kritik an Israel würde gleich als antisemitisch gebrandmarkt, ist dabei eine dritte Variante. Schließlich bietet die Positionierung hinter den scheinbar Schwächeren - in dem Falle den Palästinensern - eine Legitimation der Integrität des Selbstverständnisses.

    Dabei variiert die Bedeutung der Facetten nicht nur über die Zeit, sondern auch kulturell. Anders als im übrigen Europa ist in Deutschland die Forderung nach einem Schlussstrich unter die Vergangenheit ein wichtiges Thema. Zudem schwankt die Sensibilität gegenüber antisemitischen Aussagen erheblich. Während in Frankreich und in den Niederlanden Befragte in Meinungsumfragen empört auf einige Aussagen reagieren - etwa bei der Unterstellung der Mitverantwortung der Juden an ihrer Verfolgung -, scheint in anderen Ländern die offene Zustimmung selbst zu klassischen Mythen, wie jenem vom "internationalen Finanzjudentum", nicht geächtet zu sein.
  • Antisemitismus im Bild von Meinungsumfragen

    Seit der Eskalation des Palästina-Konflikts im Jahre 2000 sind eine Reihe von Umfragen durchgeführt worden. Eine systematische Beobachtung und Analyse unterschiedlicher Facetten des Antisemitismus, die einen direkten europäischen Vergleich auf Basis der gleichen Datengrundlage ermöglicht, fehlt bislang.[14] Eine Ausnahme sind die Umfragen der Anti-Defamation League (ADL). Seit 2002 erhebt sie in ausgewählten Ländern Einstellungen gegenüber Juden, dem Staat Israel und dem Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis. Allerdings bieten die Berichte aufgrund fehlender Erklärungsfaktoren nur eingeschränkt die Möglichkeit für Analysen, und die Datenbasis ist mit 500 Befragten pro Land nicht breit.

    In Deutschland werden seit 2002 Ausmaß und Entwicklung antisemitischer Einstellungen vom Projekt "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" (GMF) beobachtet.[15] Grundlage sind jährliche, repräsentative Erhebungen mit 2 000 bis 3 000 Befragten. Im Erhebungsjahr 2004 war der Antisemitismus ein Schwerpunkt. Hier wird Antisemitismus als ein Element eines Syndroms Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit verstanden, dessen Kern eine Ideologie der Ungleichwertigkeit ist, die Vorurteile gegen unterschiedliche Gruppen prägt. Empirisch lässt sich diese Annahme bestätigen und eine enge Beziehung des Antisemitismus zu Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Islamophobie, in geringerem Ausmaß auch zu Sexismus, zur Abwertung von behinderten, obdachlosen und homosexuellen Menschen sowie einer generellen Abwertung von Außenseitern nachweisen.[16] Auch wenn im Einzelfall antisemitische Einstellungen singulär sind, sind sie in der Regel von Vorurteilen gegenüber anderen Gruppen begleitet. Bergmann kommt in einem deskriptiven Vergleich von Umfragen in Europa zu demselben Ergebnis.[17]

    Europäische Vergleiche lassen sich durch eine Voruntersuchung eines GMF-Projektes mit 150 Befragten in neun europäischen Ländern ziehen, die im Herbst 2006 durchgeführt wurde, sowie durch eine repräsentative Schweizer Studie, die unter Leitung von Sandro Cattacin (Universität Genf) durchgeführt wurde.[18] Im Folgenden werden auf der Grundlage dieser Studien die Facetten des Antisemitismus näher betrachtet.

    Traditioneller Antisemitismus: Jüdischer Einfluss und Schuldvorwurf

    Im Frühsommer 2006 stimmten 14,1% der Befragten in Deutschland der traditionell antisemitischen Aussage: "Juden haben zu viel Einfluss" voll und ganz bzw. eher zu (GMF-Survey 2006).[19] Jeder zehnte Befragte warf Juden eine Mitschuld an ihrer Verfolgung während des Nationalsozialismus vor. Dies war im Vergleich zu 2002 ein deutlicher Rückgang. Vier Jahre zuvor hatte noch rund ein Fünftel der Befragten (21,7%) der Behauptung eines zu großen Einflusses von Juden zugestimmt. Der Rückgang war allerdings nicht von langer Dauer. Mit dem Libanonkrieg im Sommer 2006 erreichten die Werte altes Niveau, wie eine Nacherhebung im August 2006 - also unmittelbar nach dem zweiten Libanonkrieg - zeigt. Nun sah wieder jeder Fünfte (21,1%) einen zu großen Einfluss von Juden und machte Juden mitverantwortlich an der eigenen Verfolgung (19,4%). Die Schweizer Studie weist im direkten Vergleich mit dem deutschen GMF ähnlich hohe Werte auf.[20] Hier stimmten 18,9% eher oder voll und ganz der Aussage zu, dass "Juden und Jüdinnen [..] in der Schweiz zu viel Einfluss [haben]", 24,1% der Befragten wiesen Juden und Jüdinnen eine Mitschuld an der Verfolgung zu. Damit lässt sich zwar die Befürchtung, der Antisemitismus sei in den letzten Jahren signifikant angestiegen, empirisch nicht bestätigen, aber doch die Fragilität scheinbar positiver Entwicklungen belegen. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland im Mittelfeld. Nach der ADL-Studie 2002 in zehn europäischen Ländern befanden 32% der deutschen Befragten es als "vermutlich wahr", dass Juden "zu viel Einfluss in der Geschäftswelt" haben.[21] Besonders hohe Zustimmung zeigte sich in Spanien (63%), die geringste in Dänemark (13%). Bergmann zeigt, dass in Umfragen in Deutschland und Österreich sowie in der Slowakei die höchsten Zustimmungswerte festgestellt wurden, gefolgt von Litauen, Lettland, der Schweiz und der Tschechischen Republik.[22] Geringere Zustimmungen sind in westeuropäischen Staaten festzustellen, besonders in Schweden.

    Die Zustimmung zum traditionellen Antisemitismus nahm in den von der ADL beobachteten Ländern ab, wenngleich unterschiedlich stark und insgesamt auf hohem Niveau. 2005 stimmten noch ein Drittel und mehr der Befragten in Italien, Belgien, Spanien, Polen und insbesondere Ungarn (55%) der Behauptung eines zu großen Einflusses von Juden in der Geschäftswelt zu, rund ein Viertel der Befragten in Frankreich und Österreich und rund ein Fünftel in Deutschland (20%), der Schweiz und den Niederlanden.[23] Nur in Großbritannien (14%) und Dänemark (11%) war die Zustimmung relativ gering. In abgewandelter Form wurde die Frage auch in Bezug auf den Einfluss von Juden auf den internationalen Finanzmärkten gestellt. Hier ist die Zustimmung mit durchschnittlich 32% noch höher, bei einem ähnlichen Muster der Länderverteilung.

    Separation und mangelnde Loyalität

    Im Durchschnitt sind 42% der Befragten in den von der ADL im Jahr 2005 untersuchten Ländern und über die Hälfte der deutschen Befragten der Ansicht, dass Juden loyaler gegenüber Israel als gegenüber dem jeweiligen Erhebungsland seien. Mit Ausnahme Frankreichs (29%) waren in den übrigen Ländern mindestens ein Drittel der Befragten derselben Ansicht. Mit Ausnahme Italiens steigt der Illoyalitätsvorwurf in der ADL-Befragung 2007.[24] Die Kategorisierung von Juden als Fremde unterstreichen Ergebnisse des GMF-Survey. In 2004 unterstellten 55,5% der Befragten: "Die deutschen Juden fühlen sich stärker mit Israel als mit Deutschland verbunden." Dafür spricht auch der Zusammenhang von antisemitischen Einstellungen und Fremdenfeindlichkeit sowie der Abwertung von Außenseitern. Im Frühjahr und Sommer 2006 stieg das Niveau fast wieder auf das Ausgangsniveau des Jahres 2002.

    Die Forderung nach einem Schlussstrich

    Ungeachtet der Anstrengungen um eine Erinnerungskultur und historische Aufarbeitung forderten viele Deutsche (61,9%) im Frühsommer 2006 einen Schlussstrich unter die Vergangenheit, indem sie der Aussage zustimmten: "Ich ärgere mich darüber, dass den Deutschen auch heute noch die Verbrechen an den Juden vorgehalten werden" (GMF-Survey). Im Vergleich zur Erfassung dieser Facette 2003, bei der noch 69,9% zustimmten, ist dies ein leichter Rückgang. Ähnlich weit verbreitet ist die Meinung, Juden sprächen zu häufig über das, was mit ihnen im Holocaust passiert sei (ADL-Studie 2005); hier weist Polen mit über 52% der Befragten die höchsten Zustimmungswerte auf, dicht gefolgt von Italien, Deutschland und der Schweiz (jeweils 48%), Österreich, Spanien und Ungarn (jeweils 46%) sowie Belgien (41%). Aber auch ein Drittel der Befragten in Dänemark, Italien und den Niederlanden stimmte zu. Wieder erweist sich die Zustimmung in Großbritannien mit immerhin noch 28% am geringsten. In der ADL-Umfrage 2002 waren 58% der deutschen Befragten - mehr als in allen anderen Ländern - der Ansicht: "Juden sprechen immer noch zu häufig darüber, was während des Holocaust mit ihnen passiert ist." Lediglich in Österreich ist die Zustimmung ähnlich ausgeprägt (56%).

    Vorteilsnahme und Schuldumkehr

    Ebenfalls rückläufig, aber weit verbreitet war in Deutschland mit 41,5% im Jahr 2006 (51,8% 2002) die Zustimmung zu dem Vorwurf: "Viele Juden versuchen, aus der Vergangenheit des Dritten Reiches heute ihren Vorteil zu ziehen" (GMF-Survey). Die Bedeutung der Schuldabwehr und -umkehr, die sich in etlichen Facetten spiegelt, findet ganz unmittelbare Bestärkung: 24% der Befragten des GMF-Survey 2005 stimmten der Aussage zu: "Juden sind selbst schuld, wenn man etwas gegen sie hat." Diese Selbstentlastung, die sich auch in Bezug auf andere Adressaten von Vorurteilen findet, dient der Immunisierung eigener Vorurteile gegen mögliche Kritik und unterläuft die öffentliche Ächtung.[25] Die Schuldumkehr wird in den ADL-Umfragen über den religiös begründeten Antisemitismus verborgen angesprochen, etwa in der Aussage: "Juden sind verantwortlich für den Tod von Christus." Historisch diente gerade dieser Mythos einer religiös begründeten Verfolgung und Vertreibung. Vor allem polnische Befragte stimmten 2005 mit 39% zu. In den anderen Ländern bewegt sich die Quote zwischen 13% in Frankreich und 22% in Dänemark (Deutschland 18%), im Durchschnitt immerhin ein Fünftel der Bevölkerung.

    Antisemitismus über den Umweg einer Kritik an Israel

    In der GMF-Umfrage 2004 wurden erstmals Facetten des Antisemitismus erfasst, die über den Umweg der Kritik an Israel zum Ausdruck kommen. Fast 32% der Befragten verbanden Juden mit Israel und stimmten der Aussage zu: "Durch die israelische Politik werden mir die Juden immer unsympathischer." 44,4% meinten: "Bei der Politik, die Israel macht, kann ich gut verstehen, dass man etwas gegen Juden hat." Noch höher ist die Zustimmung zu einer Kritik an Israel, die mit NS-Vergleichen operiert. 68,4% der Befragten stimmten 2004 der Aussage eher oder sogar voll und ganz zu, dass Israel einen "Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser" führt, und 51,2% der Befragten meinten: "Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben."

    In der ADL-Umfrage 2005 gaben mehr als ein Drittel der Befragten in der Schweiz (an der Spitze mit 41%), Spanien, Österreich und Dänemark, 31% der Deutschen und mindestens ein Fünftel der Befragten der übrigen Länder mit Ausnahme Frankreichs (15%) an, dass ihre eigene Meinung über Juden durch Handlungen des Staates Israels beeinflusst werde. Davon gaben im Durchschnitt über die Hälfte (53%; Deutschland: 50%) und insbesondere Befragte in Spanien, Belgien und den Niederlanden mit über 60% an, ihre Meinung über Juden sei infolge der Politik Israels schlechter geworden.

    Eine des Antisemitismus unverdächtige Kritik an Israel ist möglich, aber selten. Nur 10% der Befragten, die im GMF-Survey 2004 eine Kritik an Israel ohne antisemitische Anleihen äußerten, signalisierten keine Zustimmung zu mindestens einer weiteren Facette des Antisemitismus. Die Mehrheit dieser Befragten kritisierte ebenso die palästinensischen Angriffe auf Israel und wendete sich generell gegen Gewalt als Mittel der Konfliktlösung. Ihre politische Position markieren sie eher als "links" oder "Mitte", sie sind besser gebildet als der Durchschnitt, weniger nationalistisch und autoritär gestimmt und erweisen sich auch gegenüber anderen Gruppen als toleranter.

    Verankerungen in der Mitte

    Der Antisemitismus ist nicht in allen Bevölkerungsgruppen gleichermaßen ausgeprägt. Ältere und bildungsschwächere Gruppen etwa neigen eher zur Zustimmung fast aller Facetten. Eine wesentliche Frage ist, ob Gesellschaften hinreichend demokratisches Kapital aufweisen, dem zu begegnen. Daher drängt sich die Frage auf, wie stark der Antisemitismus in der politischen Mitte verhaftet ist, zu der sich die Mehrheit rechnet. Empirisch zeigen die GMF-Surveys, dass mit der politischen Orientierung von links nach rechts antisemitische und andere menschenfeindliche Einstellungen stetig zunehmen;[26] Vergleichbares lässt sich für die Schweiz berichten.[27] Dies bedeutet, dass ein "linker Antisemitismus" in der Umfrage nicht auffällt, die Mitte keineswegs frei von Antisemitismus ist und Befragte, die sich eher rechts oder rechts einordnen, fast allen Facetten stärker zustimmen. Dies gilt auch für die antisemitische Israelkritik, bei der sich die Meinung der Mitte und des linken Spektrums nicht unterscheiden. Gerade bei der Forderung nach einem Schlussstrich und der Unterstellung der Vorteilsnahme ähneln die Meinungen jener, die sich politisch "genau in der Mitte" - so der Wortlaut in der Umfrage - verorten, eher jenen, die sich rechts verorten. Häufiger als Befragte des linken Spektrums greifen Befragte der Mitte zum Mittel der Schuldumkehr, erfasst durch die Aussage: "Juden sind selbst schuld, wenn man was gegen sie hat", um ihre eigenen Ansichten zu rechtfertigen. Zur Legitimierung dient der Mitte auch der Verweis auf die eigene Normalität, der sich z.B. in der Auffassung ausdrückt, dass man "denkt wie die meisten Menschen" und lebt, "wie es üblich und richtig ist". Wer dieser Ansicht ist, äußert eher antisemitische Einstellungen (GMF-Survey 2005). Die politische Mitte - dies teilt sie mit jenen, die sich eher rechts verorten - verweist am stärksten auf die Normalität.

    Ein anderes Bild stellt sich in Bezug auf die politische Orientierung dar, die durch jene Parteipräferenz markiert wird, die aus der Sonntagsfrage abgeleitet wird. Im Jahr 2006 vermuteten Wähler von CDU/CSU ebenso wie Nicht-Wähler mehr als alle anderen einen zu großen Einfluss von Juden; das war 2004 ähnlich. Beide Wählergruppen haben mit den Wählern von PDS/Linkspartei gemein, Juden besonders häufig eine Mitschuld an der Verfolgung zuzuweisen.[28] Ebenso machen diese Wählergruppen sowie Wähler der FDP häufiger als Wähler von SPD und Bündnis 90/Die Grünen Juden den Vorwurf, Vorteile aus der Vergangenheit zu ziehen. Zudem äußern sie mehr Ärger darüber, sich weiter mit der Vergangenheit auseinander setzen zu sollen. Potenzielle Wähler von PDS/Linkspartei fallen darüber hinaus durch die hohe Zustimmung zur antisemitischen und NS-vergleichenden Israelkritik auf.

    Der europäische Vergleich zeigt, dass die Zunahme antisemitischer Einstellungen mit einer politischen Orientierung nach rechts vor allem in Deutschland zu Tage tritt (GMF-Europa Studie 2006). Deutlich schwächer ist dieser Zusammenhang in Großbritannien, überhaupt nicht vorhanden in den Niederlanden, Schweden, Frankreich und Polen. In Portugal dreht sich sogar das Vorzeichen, d.h. je weiter links sich die Befragten verorten, desto eher neigen sie zum Antisemitismus. Dies ist insofern interessant, als die Befunde etwa beim Zusammenhang von rechten politischen Einstellungen und Fremdenfeindlichkeit in fast allen Ländern dem bekannten Muster folgen.

    Nachbetrachtung

    Bei aller Kritik an Umfragen, die wir an anderer Stelle ausführlicher diskutiert haben,[29] lassen sich die Befunde schwerlich ignorieren. Antisemitische Einstellungen sind nach wie vor weit verbreitet. Dies gilt für fast alle europäischen Länder, aber gerade für Deutschland, obgleich hier der Kampf gegen den Antisemitismus institutionalisiert und die öffentliche Ächtung besonders vehement sein sollte. Die Ergebnisse zeigen, dass die wenigsten keiner der Facetten des Antisemitismus - auch nicht tendenziell - zustimmen.[30]

    Die anti-normative Kraft des Antisemitismus wird durch drei wesentliche Merkmale verstärkt. Er zeigt sich in vielen Facetten, er ist eingebettet in ein Syndrom der Abwertung schwacher Gruppen, und er ist stark in der Mitte der Gesellschaft verhaftet. Umfragen wie jene, die hier berichtet wurden, zeigen nur einen Ausschnitt der Mentalitäten, aber sie sind wichtige Seismographen. Die Einstellungsmustern machen deutlich, dass es illusorisch, ja irreführend ist zu meinen, dass antisemitische Mythen je völlig verschwinden werden. Den Antisemitismus mit wachem Blick immer wieder von neuem zu lesen und so seine legitimierende Funktion zu erkennen, ist die kontinuierliche und mühevolle Aufgabe einer demokratischen Werteerziehung, deren Grundlage die Gleichwertigkeit von Gruppen ist.
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    Fußnoten

    1.
    Der Survey wird von Prof. Wilhelm Heitmeyer, Universität Bielefeld, geleitet und von der Volkswagen Stiftung, Freudenberg Stiftung und Möllgaard Stiftung gefördert. Jährliche Berichte erscheinen in der Reihe "Deutsche Zustände" im Suhrkamp Verlag.
    2.
    Vgl. Siegfried Jäger/Margarethe Jäger, Medienbild Israel. Zwischen Solidarität und Antisemitismus, in: Medien: Forschung und Wissenschaft, Bd. 3, Münster 2003.
    3.
    Vgl. Michael McClintock/Judith Sunderland, Antisemitismus in Europa: Eine Kampfansage an die offizielle Gleichgültigkeit, New York 2004; http://www. humanrightsfirst.org/discrimination/antisemitism/ GR-Antisem-II-web.pdf.
    4.
    Vgl. Werner Bergmann/Juliane Wetzel, Manifestations of anti-Semitism in the European Union. First Semester 2002. Synthesis Report on behalf of the EUMC, Vienna: EUMC, 2003.
    5.
    Vgl. Bundesministerium des Inneren (Hrsg.), Verfassungsschutzbericht 2006, Vorabfassung, 2007.
    6.
    Vgl. Klaus Wahl (Hrsg.), Skinheads, Neonazis, Mitläufer: Täterstudien und Prävention, Opladen 2003.
    7.
    Vgl. Oliver Decker/Elmar Brähler, Vom Rand zur Mitte. Rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren, Berlin 2006; Dagmar Schaefer/Jürgen Mansel/Wilhelm Heitmeyer, Rechtspopulistisches Potential. Die saubere Mitte` als Problem, in: Wilhelm Heitmeyer (Hrsg.), Deutsche Zustände. Folge 1, Frankfurt/M. 2002.
    8.
    Vgl. Gudrun Hentges/Malte-Henning, Meyer/Jörg Flecker/Sabine Kirschhofer/András Thóft/Edvin Grinderslev/Gabrielle Balazs, The abandoned worker. Socio-economic change and the attraction of right-wing populism, Wien 2003.
    9.
    Vgl. James Sidanius/Felicia Pratto, Social Dominance, New York 1999. Zum Überblick vgl. auch: Andreas Zick/Beate Küpper, Soziale Dominanz, in: Dieter Frey/Hans-Werner Bierhoff (Hrsg.), Handbuch Sozialpsychologie und Kommunikationspsychologie, Göttingen 2006.
    10.
    Vgl. Werner Bergmann, Antisemitismus, in: Information zur politischen Bildung, Heft 271, hrsg. von der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2001.
    11.
    Vgl. Andreas Zick/Beate Küpper, Transformed anti-Semitism - a report on anti-Semitism in Germany, in: Journal für Konflikt- und Gewaltforschung, 7, 2005, S. 50 - 92.
    12.
    Vgl. Aribert Heyder/Julia Iser/Peter Schmidt, Israelkritik oder Antisemitismus?, in: Wilhelm Heitmeyer (Hrsg.), Deutsche Zustände, Folge 3, Frankfurt/M. 2005.
    13.
    Vgl. S. Jäger/M. Jäger (Anm. 2).
    14.
    Vgl. den deskriptiven Bericht: Werner Bergmann, Antisemitic attitudes in Europe in a comparative perspective, in: Journal of Social Issues, Special issue Prejudice and discrimination in Europe ed. by Andreas Zick/Thomas Pettigrew/Ulrich Wagner (i.E.).
    15.
    Vgl. Anm 1.
    16.
    Vgl. Wilhelm Heitmeyer (Hrsg.), Deutsche Zustände, Folge 1, Frankfurt/M. 2002; Andreas Zick/Carina Wolf/Beate Küpper/Eldad Davidov/Peter Schmidt/Wilhelm Heitmeyer, The syndrome of Group-focused Enmity: The interrelation of prejudices tested with multiple cross-sectional and panel data, in: Journal of Social Issues (in Begutachtung).
    17.
    Vgl. W. Bergmann (Anm. 14).
    18.
    Vgl. Sandro Cattacin/Brigitta Gerber/Massimo Sardi/Robert Wegener, Monitoring misanthropy and rightwing extremist attitudes in Switzerland. An explorative study. Research report - PNR 40+, Université de Genève, Département de sociologie, Genf 2005.
    19.
    Alle Prozentangaben beziehen sich im Folgenden auf die Zusammenfassung dieser beiden Antwortkategorien einer 4-stufigen Skala.
    20.
    Vgl. S. Cattacin et al. (Anm. 18).
    21.
    ADL, European attitudes toward Jews, Israel and the Palestinian-Israeli conflict, New York, June 27 2002.
    22.
    Vgl. W. Bergmann (Anm. 14).
    23.
    Vgl. ADL, Attitudes toward Jews in twelve European countries, New York, May 2005.
    24.
    Vgl. ADL, Attitudes toward Jews and the Middle East in five European countries, New York, May 2007.
    25.
    Vgl. Andreas Zick/Beate Küpper, "Die sind doch selbst schuld, wenn man was gegen sie hat" - oder wie man sich seiner Vorurteile entledigt, in: W. Heitmeyer (Anm. 12).
    26.
    Vgl. Andreas Zick/Beate Küpper, Politische Mitte. Normal feindselig, in: Wilhelm Heitmeyer (Hrsg.), Deutsche Zustände, Folge 4, Frankfurt /M. 2006.
    27.
    Vgl. S. Cattacin et al. (Anm. 18).
    28.
    Verglichen wurde die Präferenz für die fünf großen Parteien und Nicht-Wähler; eine Berücksichtigung von Wählern rechter Parteien ist aufgrund der geringen Nennung nicht möglich.
    29.
    Vgl. Andreas Zick/Beate Küpper, Antisemitismus in Deutschland: Das traditionelle Vorurteil und seine Transformationen, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), Dossier "Rechtsextremismus"; www.bpb.de/themen/CTEAZV,0,Antisemitismus_in_ Deutschland.html
    30.
    Empirisch zeigt sich, dass die Facetten des Antisemitismus überzufällig zusammenhängen, d.h. in der Regel stimmen Befragte nicht nur einer, sondern mehreren Facetten zu.