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24.7.2007 | Von:
Klaus Wahl

Fremdenfeindliche Täter

Risikofaktoren

Was sind die gesellschaftlichen Risikofaktoren? Studien fanden kulturelle, ökonomische und makrosoziale Faktoren für Fremdenfeindlichkeit und Gewalt, z.B. niedrige Bildung und geringes Familieneinkommen. Zudem gibt es mikrosoziale Risikofaktoren in den Familien wie Partnerkonflikte, Trennung von Vater und Mutter, ein neuer Partner der Mutter, der möglicherweise nicht das Vertrauen des Kindes gewinnt - all das kann Kinder belasten. Auch herrscht in den Familien von fremdenfeindlich-aggressiven Kindern und Jugendlichen oft ein frostiges, gewalttätiges, alkoholbelastetes Familienklima.

Der Entwicklungspfad zu Aggression und Fremdenfeindlichkeit beginnt im Detail häufig damit, dass Eltern oder Pädagogen bei emotionalen und Verhaltensauffälligkeiten der Kinder überfordert sind. Sie reagieren dann oft mit gewalttätigen Erziehungsmitteln. Das verstärkt die Aggressionsneigung der Kinder. Im weiteren Lebenslauf kommt es dann - prototypisch - immer öfter zu Gewalttätigkeiten gegen Gleichaltrige, Mitschüler, gelegentlich auch Lehrer und Eltern. Die Schule wird oft geschwänzt - und diese antwortet mit Schulverweisen. Das Leben der Kinder und Jugendlichen verlagert sich auf die Straße. Spätestens ab der Pubertät schließen sie sich dann kriminellen Cliquen an, in denen die problematischen Verhaltenstendenzen verstärkt werden. Die Auffälligkeit wird im Laufe der Zeit so groß, dass das Jugendamt und die Polizei aufmerksam werden. Es folgen Ermahnungen und erzieherische Maßnahmen - bis zur Heimeinweisung und anschließender Flucht aus dem Heim. Es endet mit einer Rückkehr auf die Straße und bei kriminellen, fremdenfeindlichen und gewalttätigen Cliquen wie Skinheads oder Neonazis - ein Teufelskreis für Anschlusskriminalität.