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31.5.2007 | Von:
Tanja von Egan-Krieger
Konrad Ott
Lieske Voget

Der Schutz des Naturerbes als Postulat der Zukunftsverantwortung

Eine Theorie der Nachhaltigkeit

Die Idee der nachhaltigen Entwicklung ("sustainable development"), die sich bis in die deutsche Forstwissenschaft des Jahres 1713 zurückverfolgen lässt, ist am Ende des 20. Jahrhunderts in der Nachfolge des so genannten Brundtland-Berichtes global weithin als umweltpolitische Leitlinie anerkannt.[1] Der Umfang ("Extension") des Terminus' "Nachhaltigkeit" hat sich aufgrund dieser Erfolgsgeschichte seither kontinuierlich erweitert. Es gibt mittlerweile kaum noch etwas, dem das Attribut "nachhaltig" nicht beigefügt wurde. Ein Begriff, der an Extension zunimmt, verliert dadurch allerdings an Bedeutung ("Intension"). Für den Begriff der Nachhaltigkeit besteht durch die zunehmende Extension die Gefahr, zum bedeutungsarmen Jargon trivialisiert zu werden.[2] Von dieser Trivialisierung profitieren vornehmlich jene, die eine ökologische Ausrichtung des Begriffs verhindern wollen. Die hier vertretene Konzeption von Nachhaltigkeit entspricht der von Konrad Ott und Ralf Döring dargelegten Theorie starker Nachhaltigkeit,[3] die im Folgenden als "Greifswalder Ansatz" bezeichnet wird. Dieser Ansatz wiederum stützt sich auf die maßgeblichen Arbeiten von Herman Daly.[4]

Fußnoten

1.
Vgl. WCED - World Commission on Environment and Development, Our common future, Oxford 1987.
2.
Der vorliegende Abschnitt findet sich in veränderter Form in: Konrad Ott/Lieske Voget, Ethische Dimensionen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (i.E.).
3.
Vgl. Konrad Ott/Ralf Döring, Theorie und Praxis starker Nachhaltigkeit, Marburg 2004.
4.
Vgl. Herman E. Daly, Wirtschaft jenseits von Wachstum. Die Volkswirtschaftslehre nachhaltiger Entwicklung, Salzburg-München 1999.