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16.5.2007 | Von:
Wolfgang Seifert

Integration und Arbeit

Wie wird Integration gemessen?

Eine vollständige Integration in den Arbeitsmarkt wäre dann erreicht, wenn sich zugewanderte Gruppen so über die Hierarchieebenen des Arbeitsmarktes verteilten wie die Erwerbstätigen insgesamt. Eine solche vollständige Integration ist derzeit allein schon aufgrund der unterschiedlichen Bildungsstruktur von Personen mit Migrationshintergrund und nicht Zugewanderten nicht zu erwarten. Deshalb wird im Folgenden untersucht, inwiefern zumindest eine partielle Integration stattfindet. Diese wäre dann gegeben, wenn sich Gruppen mit gleichen formalen Bildungsabschlüssen im Zugang zum und der Positionierung auf dem Arbeitsmarkt nicht von der Gruppe der nicht Zugewanderten mit entsprechendem Bildungsgrad unterscheiden würden. Darüber hinaus gilt es die Arbeitsmarktintegration der zweiten Generation zu betrachten und die Frage zu stellen, ob sich die Integrationsbilanz verändert, wenn auch Eingebürgerte einbezogen werden.

Eine differenzierte Betrachtung der Arbeitsmarktintegration nach dem Qualifikationsgrad setzt jedoch einerseits vergleichsweise homogene Arbeitsmarktstrukturen - bezogen auf Angebot und Nachfrage - voraus, wie sie in Deutschland insgesamt nicht gegeben sind, und andererseits hinreichend große Fallzahlen, um entsprechende Analysen insbesondere auch für höhere Bildungsgrade, die bei der zugewanderten Bevölkerung noch deutlich unterdurchschnittlich vorhanden sind, durchführen zu können. Dies bedeutet wiederum, dass die regionale Einheit nicht zu klein sein darf. Mit Nordrhein-Westfalen wird ein Bundesland gewählt, das sowohl die erforderliche Größe hat als auch eine Arbeitsmarktstruktur, die in etwa dem Durchschnitt der alten Bundesländer entspricht, und zudem einen hohen Anteil an Personen mit Migrationshintergrund aufweist. Basis für die folgenden Analysen ist der Mikrozensus 2005 für NRW.