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16.5.2007 | Von:
Wolfgang Seifert

Integration und Arbeit

Wer hat einen Migrationshintergrund?

Wird lediglich die ausländische Bevölkerung betrachtet, wenn es um Migrationshintergrund geht, wird der Anteil der Personen mit einem Migrationshintergrund erheblich unterschätzt. Im Jahr 2005 hatten knapp zwei Millionen Einwohner Nordrhein-Westfalens eine ausländische Staatsangehörigkeit. Dies entspricht 10,8 % der Bevölkerung. Mittlerweile sind viele Zuwanderer bereits eingebürgert oder sind als Aussiedler bzw. Aussiedlerinnen gekommen und haben somit die deutsche Staatsangehörigkeit. Die Zahl derer, die tatsächlich seit 1950 über die Außengrenzen Deutschlands zugewandert sind, ist deutlich höher. 2,5 Millionen Personen sind selbst zugewandert, dies entspricht 13,6 % der Gesamtbevölkerung.

Für Integrationsfragen sind auch die Kinder der Zugewanderten - ist also auch die zweite Generation relevant. Seit der Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes im Jahr 2000 erhalten Kinder von ausländischen Eltern bei Vorliegen gewisser Voraussetzungen die deutsche Staatsangehörigkeit. Die Identifikation dieser Personen erfolgt über den Migrationsstatus der Eltern. Wenn ein Elternteil zugewandert ist oder eine ausländische Staatsangehörigkeit hat, werden auch die Kinder der Gruppe mit Migrationshintergrund zugeordnet.

In NRW haben 4,1 Millionen Personen einen Migrationshintergrund. Dies entspricht 22,4 % der Bevölkerung. Diese Personen sind entweder ausländische Staatsbürger oder im Ausland geboren oder sie haben Eltern, die im Ausland geboren sind oder eine ausländische Staatsangehörigkeit haben. Eine Person kann mehrere dieser Merkmale aufweisen, etwa zugewandert sein und eine ausländische Staatsangehörigkeit haben. Aus Gründen der sprachlichen Vereinfachung wird diese Gruppe im Folgenden auch als Zugewanderte bezeichnet.

Die Betrachtung von Integrationsindikatoren konzentriert sich auf die Altersgruppe der 25- bis 35-Jährigen. Diese Altersgruppe hat die schulische und berufliche Ausbildung weitgehend abgeschlossen. Unter Integrationsgesichtspunkten ist sie von besonderem Interesse, da sie sich aus der zweiten Generation und Neuzuwanderern zusammensetzt. Rund die Hälfte der Personen mit Migrationshintergrund dieser Altersgruppe sind im Alter von 16 und mehr Jahren zugewandert, jeweils ein Viertel ist in Deutschland geboren bzw. im Alter von höchstens 15 Jahren zugewandert. Neben der Gruppe mit Migrationshintergrund werden speziell Türkinnen und Türken betrachtet, da sich für diese Gruppe besondere Probleme am Arbeitsmarkt abzeichnen.