APUZ Dossier Bild

6.3.2008 | Von:
Hermann Strasser
Michael Stricker

Bürgerinnen und Bürger als Helfer der Nation?

Fazit

Professionelle Arbeit mit Freiwilligen verursacht Vorlaufkosten, auch laufende Kosten, und bindet Zeit des Personals für die Einarbeitung und Begleitung der Engagierten. Dennoch steht dem Einsatz von freiwillig Tätigen ein Nutzen gegenüber, der die Kosten übersteigt. Auf Grund der mannigfachen Nutzeneffekte sollte die Arbeit mit Freiwilligen daher von den Einrichtungen als strategischer Vorteil begriffen werden, der zu einer Abgrenzung von Mitbewerbern führt. Es ist dabei unerlässlich, dass alle Personengruppen in die Arbeit einbezogen werden, die Freiwilligenstrukturen transparent gestaltet sind und den freiwillig Tätigen ein reichhaltiges Spektrum an Weiterbildungsmöglichkeiten geboten wird. Freiwilliges Engagement kann jenseits aller strukturellen Unterstützungsmöglichkeiten für Angebotsträger jedoch nur langfristig in größerem Ausmaß gesteigert werden, wenn die Einrichtung bereit ist, systematisch und strukturiert Freiwilligenmanagement zu betreiben. Unsere Forschungsergebnisse haben jedenfalls gezeigt, dass ein nachhaltiger Mix von Freiwilligen-, Erwerbs- und Familienarbeit in Einrichtungen der Altenhilfe unter den aktuellen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen möglich - und im Sinne von Klaus Dörner als "neue Bürgerhilfebewegung" auch notwendig ist.[19]

Fußnoten

19.
Klaus Dörner, Leben und Sterben: Die neue Bürgerhilfebewegung, in: APuZ, (2008) 4, S. 21 - 25.