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25.9.2009 | Von:
Marina Rupp

Regenbogenfamilien

Basisdaten

Hochrechnungen auf Basis des Mikrozensus ergeben, dass in Deutschland mindestens 68 400 gleichgeschlechtliche Paare in einem gemeinsamen Haushalt leben - mindestens, weil die Datenbasis die Anzahl eher unter- als überschätzt.[5] Dabei ist anzumerken, dass das Risiko von Schätzfehlern aufgrund der kleinen Ausgangsbasis nicht unerheblich ist. Vor diesem Hintergrund können die meisten Detailinformationen nicht speziell für Eingetragene Lebenspartnerschaften ausgewiesen werden. Die weit überwiegende Mehrheit (93 %) der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften lebt nicht mit Kindern zusammen. Insgesamt wuchsen 2007 rund 7000 Kinder in Regenbogenfamilien auf - und zwar hauptsächlich in Familien von zwei Frauen (92 % der Kinder). Der Anteil von Regenbogenfamilien an allen Familienhaushalten mit Kindern ist verschwindend gering und liegt im Bereich von einem Promille. Gleiches gilt für den Anteil an Kindern, die in diesen Familien aufwachsen.

Von den gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften haben 15 800 bzw. 23 Prozent eine Eingetragene Lebenspartnerschaft begründet. Generell nutzen Männerpaare diese Option häufiger als Frauen und stellen rund 65 Prozent der eingetragenen Paare. Auch von den Eingetragenen Lebenspartnerschaften hat der größte Teil (89 %) keine Kinder, aber es gibt unter diesen doch etwas häufiger Familien als in den gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften insgesamt. Ähnlich wie heterosexuelle Paare in Deutschland (West) scheinen auch bei diesen Paaren die Elternschaft und die Institutionalisierung der Partnerschaft in einem Zusammenhang zu stehen. Mit unserer Studie wurden erstmals deutschlandweit differenzierte Informationen über diese Familienform erhoben.

Fußnoten

5.
Vgl. Bernd Eggen, Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit und ohne Kinder, in: ifb-Materialien, (2009) 1, in: www.ifb-bamberg.de/Publikatio-nen (18. 8. 2009).

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