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25.9.2009 | Von:
Dieter Otten
Nina Melsheimer

Lebensentwürfe "50plus"

Physische, psychische und soziale Fitness

Entspricht der Eindruck, 50- bis 70-Jährige seien nicht mehr alt, auch dem objektiv messbaren und subjektiv empfundenen Gesundheitszustand? De facto sind gesundheitliche Beschwerden wie Bluthochdruck oder Rückenleiden weit verbreitet. Diese stellen jedoch, durch Medikation und Therapie, für die allermeisten Menschen dieser Generation keine größere Einschränkung ihrer Lebensqualität dar. Die Zufriedenheit älterer Menschen mit ihrer Gesundheit war niemals zuvor so hoch wie heute.[4]

Gleichzeitig steigt auch die zu erwartende durchschnittliche beschwerdefreie Lebenszeit stetig an. 2002 lag sie laut Robert Koch-Institut bei 74 Jahren für Frauen und 70 Jahren für Männer.[5] Auch aufgrund der von uns erhobenen Daten liegt die Vermutung nahe, dass die beschwerdefreie Lebenszeit mittlerweile über das 80. Lebensjahr hinausgeht. Wahrnehmung und tatsächliche Qualität der Gesundheit stimmen bei den Befragten also offenbar überein. 64 Prozent der 50- bis 70-Jährigen glauben obendrein, sie könnten ihre Kräfte in Zukunft noch erweitern.

Auch psychisch und sozial sind die heute 50- bis 70-Jährigen enorm fit. Sie sind in der Regel beispiellos ich-stark, selbstbewusst und mit sich selbst zufrieden. 81 Prozent geben an, heute viel besser zu wissen, was sie im Leben wirklich wollen. Der Grund dafür ist nicht zuletzt eine hohe soziale Integration. Sie sind sexuell aktiv, verfügen über gute Beziehungen zu ihren (Ehe-)Partnern und der Familie und entwickeln ein wohltuend selbstbewusstes Verhältnis zum Alter. Sie reiben sich kaum an der Tatsache, dass sie altern. Ihr Lebensalter hat bei den Betroffenen auch auf der Selbstwahrnehmungsebene nichts mehr mit Alter im herkömmlichen Sinne zu tun. Nicht nur der tatsächliche, sondern auch der gefühlte Alters-Limes hat sich nach hinten verschoben. Da verwundert es auch nicht, dass in Lebensentwürfen 50+ das Alt-Sein längst ausgeklammert ist.

Fußnoten

4.
Vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Das Altern der Gesellschaft als globale Herausforderung. Deutsche Impulse, Bd. 201, Stuttgart 2001.
5.
Vgl. Robert Koch-Institut, Statistisches Bundesamt, Gesundheit in Deutschland, Berlin 2006, in: www.aba-fachverband.org/fileadmin/user_upload/user_upload_ 2006/Gesundheitsbericht_2006.pdf (10. 8. 2009).

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