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25.9.2009 | Von:
Dieter Otten
Nina Melsheimer

Lebensentwürfe "50plus"

Wohnexperimente

Beim Thema Wohnen ist in den Lebensentwürfen 50+ ein neuerlicher Variantenreichtum an die Stelle von Altenheim oder Pflege innerhalb der Familie getreten. Zwei populär diskutierte Modelle für das Wohnen im Alter sind die Alten-Wohngemeinschaft und das Mehrgenerationenhaus. Die Frage ist jedoch, ob diese eine flächendeckende Realisierungschance haben, wo doch die Generation der 50- bis 70-Jährigen in so guten Wohnverhältnissen lebt, dass eine Bereitschaft, sich in solchen Projekten niederzulassen, nicht unbedingt wahrscheinlich erscheint. 60 Prozent unserer Befragten halten das Mehrgenerationenhaus jedoch für hoch attraktiv. Nicht weil sie derzeit einen besonderen Bedarf dafür hätten, sondern weil es unter der Perspektive schwindender Familiensolidarität eine echte Alternative darstellt. Das Modell findet jedoch aus einem weiteren Grund bei der Zielgruppe 50+ breite Unterstützung: 88 Prozent der Menschen zwischen 50 und 70 Jahren würden nie oder nur im Pflegefall in ein Altenheim gehen. Wenn der Zeitpunkt der Pflegebedürftigkeit eintritt, werden also neue Modelle als erforderlich angesehen, um mit dem Pflegeproblem und anderen Betreuungsaufgaben im hohen Alter fertig zu werden. Solange die Zweierbeziehung noch funktioniert, werden solche Modelle nicht als zwingend empfunden. Wenn sie aber wegfällt, kommt der Punkt der Wahl zwischen der Betreuung im Altersheim und möglichen Alternativen. Wenn es diese gibt, hat das klassische Altersheim vermutlich keine große Chance mehr.


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