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7.8.2009 | Von:
Karl Ulrich Saß

Wissenschaftlich-Technologische Zusammenarbeit mit Afrika

Gemeinsame Mission von Wissenschafts- und Entwicklungspolitik

Im Rahmen der Verwirklichung neuer Kooperationsformen wissenschafts- und entwicklungspolitischer Akteure zur Förderung der Wissenschaft in Entwicklungs- und Schwellenländern sind zwischenzeitlich auch von offizieller Seite Voraussetzungen geschaffen worden: BMZ und BMBF wollen - gemäß einer im Januar 2008 von den Staatssekretären der Ministerien unterzeichneten Vereinbarung - Wissenschaftlich-Technologische Zusammenarbeit und Entwicklungszusammenarbeit künftig "stärker aufeinander abstimmen und Wege zu einer engeren Zusammenarbeit identifizieren". In der Vereinbarung stellten die beiden Ministerien weiter fest, "dass ihre Politikziele gemäß ihrer Zuständigkeit und Aufgabenstellung in Teilen übereinstimmen und dass sie bei ihren internationalen Tätigkeiten geographische und fachliche Berührungspunkte haben".[23]

Als Ausdruck ihrer intensivierten Kooperation treffen sich in jüngster Zeit vermehrt Akteure aus beiden Tätigkeitsfeldern, um über die Abstimmung entwicklungs- und wissenschaftspolitischer Maßnahmen zu diskutieren - so beispielsweise im Mai 2006 anlässlich eines Workshops, in dessen Rahmen die erwähnte DIE-Studie zur wissenschaftlichen Kooperation mit Subsahara-Afrika vorgestellt wurde.[24] Im September desselben Jahres lud die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) - die zentrale Durchführungsorganisation der deutschen Entwicklungszusammenarbeit - Akteure aus Wissenschaft und Entwicklungspolitik zu ihren Eschborner Fachtagen ein, um über die entwicklungspolitische Bedeutung von Wissen zu diskutieren.[25] Ein ähnliches Thema wurde, freilich mit einem stärkeren Blick auf wissenschaftliche Aspekte, im Zuge einer Fachtagung erörtert, die im April 2008 anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Georg Forster-Stipendienprogramms für Wissenschaftler aus Entwicklungs- und Schwellenländern von der Alexander von Humboldt-Stiftung stattfand.[26]

Auf diese Weise bildet sich zunehmend die Wahrnehmung einer zumindest in Teilen gemeinsamen Mission von Entwicklungs- und Wissenschaftlich-Technologischer Zusammenarbeit heraus. Während sich dabei entwicklungspolitische Organisationen von der Kooperation mit der Wissenschaft vor allem eine nachhaltige Verbesserung der Entwicklungschancen von Entwicklungs- und Schwellenländern versprechen, wollen wissenschaftliche und wissenschaftspolitische Akteure über die Zusammenarbeit mit der Entwicklungspolitik zunehmend zur Lösung globaler Probleme beitragen. Entsprechend identifizierten BMZ und BMBF in der bereits zitierten Vereinbarung unter anderem die folgenden gemeinsamen Ziele:
  • Unterstützung der Partnerländer beim Ausbau ihrer tertiären Bildungssysteme;
  • Unterstützung der Partnerländer bei der Verbesserung der lokalen Umweltsituation sowie der Trinkwasser- und Sanitärversorgung;
  • ein gemeinsamer Beitrag zur Bewältigung globaler Probleme, vor allem in den Bereichen Umweltschutz, Klimaschutz, Ressourcenbewirtschaftung, Ökosystemforschung, Gesundheit und Sicherheit.

Fußnoten

23.
Die Vereinbarung zwischen dem BMZ und BMBF vom 10. 1. 2008 wurde dem Autor vom BMZ freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
24.
Vgl. Teilnehmerliste und Protokoll des BMBF-DIE Workshops "Wissenschaft und Forschung in Afrika - Neue Perspektiven für die Kooperation mit Deutschland", Bonn 11. 5. 2006, in: www.die-gdi.de/CMS- Homepage/openwebcms3.nsf/(ynDK_contentByKey) /ADMR-7BAD23?OpenDocument&nav=active:Veran staltungen (1. 6. 2009).
25.
Vgl. GTZ, Wissen Macht Entwicklung. Erfahrungen teilen, Neues gestalten, Eschborn 2006, in: www.gtz.de/de/dokumente/de-EFTA-2006-Abschlussbroschuere.pdf (27. 6. 2009).
26.
Vgl. Alexander von Humboldt-Stiftung (Hrsg.), Wissen schafft Entwicklung. Wissenschaftsförderung als Instrument der Entwicklungspolitik, Bonn 2008.

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