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6.1.2009 | Von:
Johann Graf Lambsdorff
Lotte Beck

Korruption als Wachstumsbremse

Korruption hemmt das wirtschaftliche Wachstum. Untersuchungen belegen, dass korruptes Verhalten die Produktivität eines Landes senkt und einen negativen Einfluss auf die Nettokapitalimporte hat.

Einleitung

In der allgemeinen Wahrnehmung scheinen sich Korruption, also der Missbrauch von öffentlicher Macht für private Zwecke, und Wachstum nicht unbedingt auszuschließen. Diese Auffassung wird auch in dem gebräuchlichen Euphemismus für Bestechungszahlungen deutlich : "Schmiergeld". Korrupte Zahlungen scheinen Dinge, die sich in der öffentlichen Verwaltung im Stillstand befinden, wieder auf denrechten Weg zu bringen. Somit könnte man meinen, dass Korruption das Wachstum einer Volkswirtschaft fördern kann, da sie die Realisierung von Investitionen und Projekten beschleunigt. Diese Betrachtungsweise ist jedoch verkürzt. Sie berücksichtigt viele Auswirkungen der Korruption auf gesamtwirtschaftlicher Ebene nicht und ist von einer eher individuellen Sicht dominiert.










Im vorliegenden Beitrag soll gezeigt werden, wie sich Korruption auf das Wachstum einer Volkswirtschaft auswirken kann. Hierbei wird zuerst die Methodologie des Korruptionsindexes von Transparency International als Messgröße für Korruption skizziert. Anschließend werden Schäden der Korruption durch theoretische Argumente auf Basis des sogenannten Prinzipal-Agenten-Ansatzes präsentiert. Es folgt eine empirische Überprüfung, die aufzeigt, welche Wirkung Korruption, also der Korruptionsindex als erklärende Variable, auf die gesamtwirtschaftliche Produktivität und die Nettokapitalimporte eines Landes hat. Dies veranschaulicht letztlich die Rolle der Korruption als Wachstumsbremse.