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22.9.2010 | Von:
Heinrich Kreft

Chinas Aufstieg - eine Herausforderung für den "Westen"

Konkurrenz um Energie und Rohstoffe

Die seit der Jahrtausendwende zu beobachtenden Preissteigerungen für Energie, metallische Rohstoffe und Agrarprodukte - nur kurz von der Wirtschafts- und Finanzkrise unterbrochen - sind im Wesentlichen auf die gestiegene Nachfrage aus China zurückzuführen. Der Anteil Chinas an der Weltnachfrage nach Basismetallen stieg von etwa fünf Prozent Anfang der 1990er Jahre auf heute 20 bis 25 Prozent. Insbesondere im Energiebereich tritt China aufgrund seines schnell wachsenden Bedarfs (der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei nur einem Zehntel des europäischen Konsums) immer mehr als Wettbewerber auf, insbesondere um die Energievorräte im Nahen Osten, Zentralasiens und Russlands und in zunehmendem Maße auch Afrikas und Lateinamerikas. Gleiches gilt für eine Reihe metallischer Rohstoffe.[5] Das Engagement Chinas in Afrika sticht hervor. Dort ist China vielfach in das Vakuum vorgestoßen, das durch den Rückzug westlicher Unternehmen entstanden war. Die Triebkraft des chinesischen Engagements in Afrika ist wirtschaftlich motiviert, wobei die chinesische Afrikapolitik inzwischen sehr viel breiter angelegt ist.[6]

Fußnoten

5.
Vgl. Heinrich Kreft, Die geopolitische Dimension der Ressourcensicherheit - eine wachsende Herausforderung für Deutschland und Europa, in: Sicherheit + Frieden, (2009) 4, S. 225-231.
6.
Vgl. hierzu den Beitrag von Jin Ling in dieser Ausgabe.