BUNDESTAGSWAHL 2021 Mehr erfahren
APUZ Dossier Bild

22.9.2010 | Von:
Heinrich Kreft

Chinas Aufstieg - eine Herausforderung für den "Westen"

Sozioökonomischer Anpassungsdruck und Verschärfung des Wettbewerbs

Der Aufstieg Chinas löst in anderen Weltregionen einen sozioökonomischen Anpassungsdruck aus. So sind in der chinesischen Industrie über 100 Millionen Arbeitskräfte beschäftigt und damit etwa so viele wie in den 14 größten OECD-Ländern zusammen. Weitere 100 bis 120 Millionen chinesische Arbeitskräfte verfügen über vergleichbare Qualifikationen und könnten in den kommenden Jahren zusätzlich in den Industriesektor hineinwachsen. Angesichts dieser Situation ist es unwahrscheinlich, dass die Lohnkosten in China rasch steigen werden - auch wenn der Trend in jüngster Zeit (aufgrund vereinzelter Lohnstreiks) in diese Richtung zu gehen scheint. Die chinesischen Exporte setzen in einer steigenden Anzahl von Branchen die Industrieunternehmen in Europa, in den USA und anderen Industrieländern - aber auch Schwellenländern - unter enormen Kostendruck. Zwar findet nur in Ausnahmefällen eine direkte Verlagerung von Arbeitsplätzen nach China statt, doch schaffen etliche westliche Großunternehmen mehr Arbeitsplätze in China (und anderen asiatischen Standorten) als an ihren Heimatstandorten. Im Blick bleiben sollte bei diesem Aspekt aber auch, dass hierbei häufig die Erschließung neuer Wachstumsmärkte im Vordergrund steht und weniger die Senkung der Arbeitskosten.