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10.6.2010 | Von:
Carlos Kölbl

Historisches Erinnern an Schulen im Zeichen von Migration und Globalisierung

Fazit

Es ist nicht originell und angesichts des hier Ausgeführten auch überaus nahe liegend: Ist man aus wissenschaftlicher wie praktischer Perspektive am historischen Erinnern von Schülerinnen und Schülern im Zeichen von Migration und Globalisierung interessiert, kommt man nicht umhin, sich eine deutliche Verbreitung unseres hierauf gerichteten, empirisch fundierten Wissens und weitere Bemühungen um didaktisch anspruchsvolle und tragfähige Konzepte sowie deren Implementation und Evaluation zu wünschen. Gerade im Hinblick auf den letztgenannten Punkt kann man nach wie vor feststellen, dass noch immer eine (gut gemeinte) Vorstellung interkultureller Bildung (von der ein kulturell sensibles historisches Erinnern einen Sonderfall darstellt) vorherrscht, die auf "multikulturelle Feste" mit Speisen und Musik aus anderen Ländern abstellt, damit aber oftmals eher klischeehaften Zuschreibungen Vorschub leistet als zu tatsächlichen Bildungsprozessen beizutragen.

Viel wäre gewonnen, wenn sich die Einsicht in die Wichtigkeit eines kulturell sensiblen historischen Erinnerns auf breiter Ebene durchsetzen würde. Damit einhergehend müsste der Domäne Geschichte im Schulkontext eine weitaus größere Anerkennung zuteil werden, als das bislang in einem Klima der Fall ist, in dem das "Nebenfach" Geschichte noch viel zu oft als ein bloßes - und wenn es darauf ankommt: auch weitgehend verzichtbares - "Lernfach" diskreditiert wird.