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11.5.2010 | Von:
Dietrich Schwarzkopf

Die ARD - Begleiterin deutscher Zeitgeschichte - Essay

Es wird gezeigt, welche Rolle die ARD in 60 Jahren als Begleiterin gespielt hat. Die Stichworte sind: Wiedervereinigung, Umgang mit der NS-Vergangenheit, Europa, 1968, Terrorismus, duales Rundfunksystem.

Einleitung

Wer die ARD als Begleiterin deutscher Zeitgeschichte beschreiben will, muss sich darüber klar sein, was Begleitung in diesem Zusammenhang bedeutet. Rundfunk, öffentlich-rechtlicher zumal, hat die Aufgabe, Sachverhalte sachlich darzustellen und bewertend einzuordnen. Er tut dies im Dienste des Publikums zu dessen Information, der Voraussetzung für das Handeln als Bürger in einer Demokratie. Zeitgeschichte bezieht sich dabei nicht nur auf Sachverhalte, die von historischer Relevanz sind oder werden können, nicht nur auf die Politik im engeren Sinne, sondern auf alle Lebensverhältnisse, die für die Bildung öffentlicher Meinung erheblich sind.

Was zeitgeschichtlich geschieht, wird von den Medien dem Publikum vermittelt. Der Rundfunk ist dabei, wie das Bundesverfassungsgericht in seinem ersten Fernsehurteil vom 28. Februar 1961 festgestellt hat - eine Erkenntnis, an der das Gericht fortan in ständiger Rechtsprechung festhält -, Medium und Faktor zugleich. Das heißt, der Rundfunk (bislang bezogen auf Hörfunk und Fernsehen) ist nicht nur Mittler und Verteiler, sondern auch in all seinen Programmen ein eminenter Faktor der öffentlichen Meinungsbildung. Eine solche Begleiterin schreitet nicht distanziert neben dem zeitgeschichtlichen Geschehen einher, sondern greift auch kraft medialer Wirkungsmacht willentlich oder unwillentlich in das Geschehen ein. Dabei kann sich erweisen, dass die Begleiterin nicht eingreifen will, es aber trotzdem ihrer Wirkungskraft wegen tut, oder dass sie eingreifen möchte, aber nicht kann, weil die Wirkungskraft sich nicht entfaltet. Im Folgenden soll an einigen herausragenden Beispielen gezeigt werden, welche Rolle die ARD in den 60 Jahren ihres Bestehens als Begleiterin gespielt hat.


Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 9-10/2009)

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Der Programmauftrag der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten lautet: Gewährleistung einer unabhängigen "Grundversorgung" mit Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung. Erfüllen die Sender ihren am Gemeinwohl orientierten Programmauftrag?

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