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11.5.2010 | Von:
Dietrich Schwarzkopf

Die ARD - Begleiterin deutscher Zeitgeschichte - Essay

Duales Rundfunksystem

In einer essentiellen eigenen Angelegenheit wäre die ARD wohl gern aus einer Begleitrolle, die in Wahrheit eine Objektrolle war, herausgetreten, zumindest mit einer Beeinflussung des Meinungsklimas zu ihren Gunsten. Gegen die Pläne der Politik, vornehmlich der CDU, privatwirtschaftlichen Rundfunk einzuführen, konnten die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nichts unternehmen, was zur Verhinderung der Realisierung dieser Pläne geführt hätte. Das generelle Meinungsklima bewegte sich nicht zu Gunsten einer Fortsetzung der Alleinstellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Wäre eine solche Mobilisierung möglich geworden, und hätte sie sich politisch durchgesetzt, so wäre sie ein Pyrrhussieg gewesen. Kommerzielles Fernsehen in deutscher Sprache mit deutscher Werbung hätte Deutschland von außen überflutet.

Mit der Zulassung privatwirtschaftlicher Rundfunkveranstalter hat die ARD (wie das ZDF) auch bei der Begleitung deutscher Politik Konkurrenz erhalten. So lange es den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt, verlangt das Gesetz freilich auf diesem Gebiet geringere Anstrengungen der Privaten. Sie haben eigene Begleitakzente gesetzt, die ihrem wirtschaftlichen Auftrag entsprachen: Personalisierung, Vorrang von human touch, Skandalisierung.

In den Grenzen ihres Auftrags hat die ARD in ihren Programmen vor allem die Personalisierung stärker berücksichtigt. Auch ihre Talkshows haben dazu beigetragen, unter den Politikern die Klasse der durch dieses Programmformat Begünstigten, weil immer wieder vorrangig Eingeladenen, zu schaffen, mit einem Gefolge von mitbegünstigten Nichtpolitikern, bei denen die Auswahl gelegentlich willkürlich erscheint.


Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 9-10/2009)

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Der Programmauftrag der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten lautet: Gewährleistung einer unabhängigen "Grundversorgung" mit Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung. Erfüllen die Sender ihren am Gemeinwohl orientierten Programmauftrag?

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