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18.1.2010 | Von:
Daniel S. Hamilton

Obama und Europa

Afghanistan und Pakistan

Von großer Wichtigkeit sind auch Afghanistan und Pakistan ("AfPak"). Nordamerika und Europa teilen ein fundamentales Interesse daran, dass diese Region dem Terrorismus nie wieder als Basis dient. Scheitern die Alliierten in Afghanistan, könnten terroristische Netzwerke dort wieder relativ unbehelligt operieren und dadurch eine direkte Bedrohung für Europa, Nordamerika und das benachbarte Pakistan darstellen. Instabilität im atomar bewaffneten Pakistan wiederum würde eine ernste Gefahr für die regionale und globale Stabilität bedeuten. Wenn es nicht gelingt, Afghanistan und Pakistan zu stabilisieren, wird dies erhebliche Kosten und Risiken für die USA und Europa nach sich ziehen.

Europäische Regierungen haben die verstärkten Bemühungen der Regierung Obama in Richtung "AfPak" zwar begrüßt, sich dann aber zumeist schwer getan, selbst Engagement zu zeigen. Von der in ihren Augen relativ schwachen Reaktion Europas ist die US-Regierung enttäuscht. Nachdem sie erkannt hat, dass die meisten europäischen Staaten ihre Truppen in Afghanistan wohl nicht wesentlich aufstocken werden, erwartet sie, dass die Europäer nun ihre selbsterklärte Stärke im zivilen Krisenmanagement einsetzen, um durch eine gemeinsame "zivile Welle" (civilian surge) die politische Führung, die Rechtsstaatlichkeit, die exekutiven Möglichkeiten und eine vom Mohnanbau unabhängige, nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu voranzutreiben. EU-Unterstützung für eine breitere Reformagenda in Pakistan wäre Washington ebenso willkommen. In Afghanistan ist die Lage allerdings trist, und es stehen schwierige Entscheidungen bevor, welche die Solidarität der Verbündeten auf eine harte Probe stellen werden.


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