APUZ Dossier Bild

5.7.2011 | Von:
Silke Helfrich
Felix Stein

Was sind Gemeingüter? - Essay

Fazit

In jedem der hier genannten Fälle gilt es weniger zu fragen, ob das vereinfachte Welt- und Menschenbild falsch oder richtig ist. Vielmehr ist zu identifizieren, welchen Effekt die oft verkürzte Beschreibung der Welt hat und wie sie sich auf unser Zusammenleben auswirkt. Wir verstehen die Renaissance der Diskussion um die Gemeingüter als einen Appell, ihre Vielfalt, die Praxis des commoning und die Komplexität des menschlichen Zusammenlebens weiter zu erforschen. Der Begriff verweist auf die Vielschichtigkeit der Welt, und zwar nicht um seiner selbst willen, sondern um die freien Entfaltungsmöglichkeiten der unmittelbar Beteiligten auszuweiten. Es geht schlicht darum, Organisations- und Kooperationsformen zu erkämpfen, in denen Dominanz über andere keinen Raum findet.

Der Gemeingüterbegriff hilft, unsere Nutzungsoptionen gemeinsamer Ressourcen zu erweitern und dabei der Vielfalt von Naturverständnissen, Sozialbeziehungen und haushälterischem Handeln zur Befriedigung unserer Bedürfnisse gerecht zu werden, anstatt all dies in ein immer gleiches Korsett zu zwingen. Wenn wir diesem Ideal ein Stück näher kommen, werden Begriffe wie etwa die "Tragik der Allmende" in künftigen Beiträgen zu den Gemeingütern nicht mehr vonnöten sein.


Dossier

Energiepolitik

Die Energiewende stellt Deutschland vor große Herausforderungen. Schrittweise sollen Atomenergie und fossile Kraftstoffe durch erneuerbare Energie ersetzt werden. Dazu sind riesige Investitionen erforderlich. Gleichzeitig befindet sich der globale Energiemarkt im Umbruch: Während in Europa schrittweise mehr Wettbewerb eingeführt wird, konzentriert sich die Kontrolle über die weltweiten Öl- und Gasreserven zunehmend in der Hand von wenigen Staatsfirmen. Das Dossier ist Bestandsaufnahme der aktuellen Energiemärkte und bietet einen Ausblick auf Chancen und Risiken zukünftiger Energiepolitik.

Mehr lesen

Allmende nannte man früher das Gemeinschaftsgut, das allen gehörte. Dorfwiese und See zum Beispiel, Wald und Luft. Heute zählt dazu auch die Versorgung der Bürger mit Wasser, Strom und Bildung. Im Zuge neoliberaler Politik und klammer Kassen haben aber immer mehr Kommunen in den letzten zwei Jahrzehnten beschlossen, ihre öffentlichen Güter an Privatleute und Investoren zu verkaufen.

Mehr lesen auf dradio.de