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5.7.2011 | Von:
Werner Meinefeld

Umweltschutz im Alltag: Probleme im Umgang mit Gemeingütern

Mensch-Umwelt-Beziehung

Im Vergleich zu früheren Zeiten kommen im 20. und 21. Jahrhundert drei Faktoren zusammen, die dem Handeln des Menschen eine wesentlich größere Brisanz für die Umwelt verleihen. Dank einer hoch entwickelten Technologie sind wir erstens unermesslich viel effizienter in unserem Einwirken auf die Umwelt, was uns zweitens in die Lage versetzte, die Zahl der lebenden Menschen gegenüber der früher möglichen Bevölkerungsdichte ungeheuer zu steigern. Dies aber hatte drittens Konsequenzen für die Entwicklung des Zusammenlebens der Menschen.

Die veränderte soziale Organisation wiederum ermöglichte weitere Fortschritte in der Beherrschung der Natur. Im Zusammenwirken der drei Faktoren Technik, Bevölkerungszahl und Sozialorganisation schloss sich der Kreis zu einem sich wechselseitig verstärkenden Prozess, der die große Zivilisationsleistung des Menschen erst ermöglichte, zugleich aber auch die Fähigkeit zur Gefährdung der gegebenen Umwelt in einem zuvor nicht vorstellbaren Ausmaß erhöhte. Die sozialen Veränderungen wirkten dabei als Beschleunigungsfaktor in den Umweltauswirkungen: Die Bevölkerungszahl nahm dramatisch zu; immer mehr Menschen erhielten Zugang zu Konsumgütern, die nicht überlebensnotwendig sind; strukturelle Veränderungen im Zusammenleben (Zunahme der Einpersonenhaushalte, Vergrößerung des individuellen Raumbedarfs, Trennung von Wohnung und Arbeitsplatz) führten zu einer zusätzlichen Erhöhung von Ressourcenverbrauch, Abfallproduktion und Umweltverschmutzung. Die Umweltgefhrdung durch menschliches Handeln ist somit kein Unfall; sie ist keine Fehlentwicklung in der Herausbildung unserer Zivilisation, sondern sie ergab sich folgerichtig aus den Merkmalen eines Prozesses, der zum Zweck der Verbesserung der Lebensverhältnisse von den Menschen selbst betrieben worden ist, nun aber Effekte zeitigt, die nicht beabsichtigt waren und nicht erwartet wurden.


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