Anlässlich des 68. Unabhängigkeitstages Indonesiens am 17. August 2013 wird eine riesige Flagge über den Begawan Solo River gespannt.

5.3.2012 | Von:
Shafiah F. Muhibat

Indonesien - eine aufsteigende Regionalmacht?

Indonesien in der G20

Die Gruppe der G20 konstituierte sich 1999 aus 19 Industrie- und Schwellenländern (plus der EU), um Lösungen für schwerwiegende Finanzkrisen zu finden und untereinander darüber zu beraten, welche allgemeinen und speziellen Regeln die Länder vor künftigen Krisenfällen bewahren können. Indonesien gehört als einziges südostasiatisches Land zu den G20 und misst dem Forum hohe Bedeutung zu; entsprechend hat es seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, durch seine Mitgliedschaft an der Neugestaltung des Weltwirtschaftssystems und im G20-Prozess aktiv mitwirken zu können. Zugleich verknüpfen sich mit der Mitgliedschaft Erwartungen hinsichtlich der Zusammenarbeit mit den anderen Mitgliedstaaten, um globale und regionale Aufgaben zu bewältigen. Aufgenommen wurde Indonesien aufgrund verschiedener Faktoren: Die hohe Bevölkerungszahl, das Wirtschaftsvolumen und eindrucksvolle Wachstumsraten verliehen ihm damals schon klare Konturen als Regionalmacht.

Zu Beginn seines Engagements in den G20 schlug Indonesien die Einrichtung eines Hilfsfonds vor (GESF, General Expenditure Support Fund), der den mittleren Volkswirtschaften über den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Weltbank eine kostengünstige Finanzierung für Infrastruktur und andere Vorhaben sichern soll, damit auch in Krisenzeiten auf die UN-Millenniumsziele hingearbeitet werden kann. Zudem übernahm es den Co-Vorsitz der Arbeitsgruppe, die sich mit der Reform der Entwicklungsbanken befasst, und den Co-Vorsitz der Anti-Korruptions-Arbeitsgruppe, die damit betraut ist, einen globalen Aktionsplan zu entwerfen. Die Position Indonesiens erfüllt auch einen strategischen Zweck: Für eine der neuen, aufstrebenden Wirtschaftsmächte bedeutet die G20-Mitgliedschaft nicht nur Ehre, sondern auch erhöhte Verantwortung gegenüber der internationalen Gemeinschaft und gegenüber den anderen Schwellenländern, die weniger Einflussmöglichkeiten haben.

Zwar hat Indonesien selbst bislang keine Ministertagung oder einen Gipfel der G20 ausgerichtet, aber es hat bereits verschiedene Initiativen im G20-Prozess auf den Tisch gebracht und zusammen mit anderen Staaten Arbeitsgruppen angeleitet, in denen Details der Agenda und Aktionspläne erstellt wurden. Die Initiative zum GESF-Hilfsfonds erntete viel Beifall, da sie auf den ursprünglichen Zweck von IWF und Weltbank verwies - nämlich Entwicklungsländern, die ein starkes wirtschaftliches Potenzial erkennen lassen, Hilfe zukommen zu lassen. Alle G20-Staaten stimmten zu, auch IWF und Weltbank hatten nichts einzuwenden. Dennoch kann auch Indonesien nicht übersehen, dass trotz erfolgreicher Mitarbeit in den G20 bei einigen Ländern Skepsis herrscht, was seine Mitgliedschaft betrifft. In ihren Augen fehlt es Indonesien sowohl an Kompetenz als auch an notwendiger innenpolitischer Stabilität.


Dossier Innerstaatliche Konflikte

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