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ILLUSTRATION - Ein Schattenriss ist am Donnerstag (26.04.2012) in Düsseldorf beim Start des so genannten Wahl-O-Mat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen auf einer Projektion mit der Startseite des Programmes zu sehen. Am Donnerstag (26.04.2012) wird in Nordrhein-Westfalen der Wal-O-Mat Online gestellt. Foto: Federico Gambarini dpa/lnw
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Schlagworte
Automat , Wahl-O-Mat , Wahlen , Programm , Monitor , Computer , Schriftzug , Bildschirm , Landtag , Landtagswahl , Politik
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Überschrift 
Wahl-O-Mat wird freig...  
Personen
 
Kontinent
-
Land
Deutschland  
Provinz
Nordrhein-Westfalen
Ort
Düsseldorf
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Rechtliche Daten
Bildrechte
 Verwendung weltweit
Besondere Hinweise
-
Rechtevermerk
picture alliance / dpa
Notiz zur Verwendung
(c) dpa
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6.2.2012 | Von:
Christoph Bieber

Die Piratenpartei als neue Akteurin im Parteiensystem

Nächstes Level

Bis zur nächsten Bundestagswahl, die im Herbst 2013 vorgesehen ist, sieht sich die Piratenpartei einer Reihe von Herausforderungen gegenüber. Zunächst einmal muss sich die Berliner Fraktion den Anforderungen des parlamentarischen Alltags gewachsen zeigen und einen Professionalitätsnachweis liefern. Konkret müssen sich die gewählten Piraten mit den Routinen des Abgeordnetenhauses arrangieren, ohne ihre Verwurzelung in einer lebendigen und dezentralen Netzkultur aufzugeben. Eine gute, reibungslose und im besten Falle effektive Parlamentspräsenz würde der Piratenpartei insgesamt nutzen und deren Wahrnehmung als eine seriöse Erweiterung der deutschen Parteienlandschaft stärken.

Die relative Ruhe an der Wahlurne spielt den Piraten in die Hände: Bislang ist für 2012 lediglich eine einzige Landtagswahl angekündigt (Schleswig-Holstein). Dadurch bliebe genügend Zeit für die Konsolidierung und Professionalisierung der Parteistrukturen bis zur Bundestagswahl. Raum gäbe es auch für interne Debatten über die programmatische Ausrichtung. Dabei stünde im Wesentlichen die Klärung der Frage im Mittelpunkt, ob eine Konzentration auf das Politikfeld Netzpolitik oder eine Öffnung und Verbreiterung des Themenspektrums die bessere Option für die Positionierung im Parteienspektrum darstellt. In diesem Prozess nimmt die Entwicklung und Anwendung innovativer Formate zur digitalen Kommunikation und Organisation der Parteiarbeit einen hohen Stellenwert ein, denn hier liegt ein wichtiges Distinktionsmerkmal gegenüber den etablierten Parteien. Somit wird zu einer Schlüsselfrage, ob es der Piratenpartei auch im Schatten eines rasch voranschreitenden Organisationswachstums und einer formalen Professionalisierung gelingt, digitale Kollaborationsplattformen und Deliberationswerkzeuge wie "Liquid Feedback" auch weiterhin produktiv in den Arbeitsalltag zu integrieren. Wird dabei der spezielle Modus einer "digitalen innerparteilichen Demokratie" erfolgreich mit der Etablierung einer neuen Marke im traditionell eher strukturkonservativen Parteiensystem verbunden, dann werden die Piraten gute Chancen haben, auch im Bundestag einige Sitze zu ergattern.