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Redaktion am 13.03.2014

"Die Politik soll sich mal mehr Mühe geben mit den jungen Menschen"

Wie sehr Leni Ewers ihre Familie liebt, bewies die heute 98-Jährige nach dem Krieg. Mit dem Fahrrad fuhr sie durch ganz Deutschland, um ihren Mann vor russischer Kriegsgefangenenschaft zu bewahren. Nähergekommen waren sie die beiden schon Jahrzehnte zuvor auf dem gemeinsamen Schulweg. Damals schrieb er ihre Aufsätze für die Schule. In den 30er-Jahren bekamen sie zwei Kinder. Es wären wohl noch mehr geworden, wäre nicht der Krieg dazwischengekommen. Über zu wenige Kinder in der Familie kann Leni Ewers dennoch nicht klagen: Heute hat sie Freude an ihren vier Enkeln und sieben Urenkeln.

Leni EwersLeni Ewers Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (Philip Artelt)
Großfamilie oder alleinerziehend
- Wie sieht Familie heute aus?


Dieses Patchwork, wie man das nennt, nein, da bin ich gar nicht begeistert. Meine Enkelin hat aber auch nun einen Freund, der geschieden ist. Und sie hat guten Kontakt zu seinen Kindern. Wie die Leute leben wollen, ist ja ihre Sache. Meine Enkeltochter hat Kinder und ist auch geschieden. Sie hat zweimal geheiratet und hat einen sehr, sehr netten Mann - es funktioniert.

Was müsste sich ändern, damit wir mehr Kinder bekommen?

Es müssten bessere Voraussetzungen geschaffen werden für junge Familien. Es geht ja auch um Wohnraum. Die wissen ja in vielen Fällen gar nicht, wie sie in den Städten die Miete bezahlen sollen. Das ist schwer für die jungen Leute und ich kann das gut nachfühlen.

Und welchen Einfluss hat die Politik darauf?

Die jungen Leute müssten unterstützt werden, Kinder zu kriegen. Die können nicht Kinder in die Welt setzen, wenn sie nicht wissen, wie sie sie ernähren sollen. Sie kriegen ja heute fast nur noch befristete Jobs. Das ist doch das Traurige. Wie sollen die jungen Leute sich überlegen, wie sie ihre Familie durchbringen sollen? Die Politik soll sich mal mehr Mühe geben mit den jungen Menschen.


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