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Redaktion am 13.03.2014

"Familie sollte der Ort sein, an dem man Halt findet"

"Sozialer Brennpunkt" nennt Markus Schwarz den Stadtteil, in dem er aufgewachsen ist. Ein typisches Problemviertel, aber der soziale Brennpunkt war auch bei ihm daheim: Als er drei Jahre alt war, trennten sich seine Eltern. Schwarz musste ein Jahr in eine Pflegefamilie. Als er 15 war, starb sein Vater, Markus zog zu seiner Tante. Seine Jugend war von Alkohol geprägt, er suchte nach Halt, nach Stabilität, nach einer Familie. Heute ist alles anders. Markus Schwarz hat seine Vergangenheit im sozialen Brennpunkt hinter sich gelassen. Er hat eine Frau und drei Kinder, seine jüngste Tochter ist fünf Monate alt. Bei seiner eigenen Familie will der 36-Jährige alles besser machen.

Markus SchwarzMarkus Schwarz Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (Philip Artelt)
Großfamilie oder alleinerziehend
- Wie sieht Familie heute aus?


Familie sollte der Ort sein, an dem man Halt findet. Gerade wenn man Kinder hat, sollte es der Ort sein, an dem man mit Kleinigkeiten glücklich wird. Mit meiner kleinen Tochter jetzt auch wieder, einfach das Lächeln, solche Kleinigkeiten. Das hat nichts mit großem Reichtum zu tun.

Ich weiß nicht, wie viel Prozent der Ehen geschieden werden. Ich denke aber, dass es den Leuten zu einfach gemacht wird, Beziehungen oder Familien zu beenden, sie kaputtzumachen. Das geht heute so schnell und einfach, dass viele sich gar nicht bemühen oder kämpfen, wenn es mal notwendig ist.

Was müsste sich ändern, damit wir mehr Kinder bekommen?

Die Einstellung zu Kindern muss sich ändern. Kinder sind, das weiß ich selber, manchmal laut und anstrengend. Aber es gibt Leute, die klagen gegen Kinderspielplätze, weil die ihnen zu laut sind. Solange man so was überhaupt als Klage annimmt... Ich weiß ja nicht.

Und welchen Einfluss hat die Politik darauf?

Weil ich das auch gerade merke: Thema Wohnungsbau, sozialer Wohnungsbau, bezahlbarer Wohnraum. Gerade wenn man aus der Stadt kommt, weiß man, wie unmöglich das ist, etwas für einen anständigen Preis zu bekommen.


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