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Merlin Münch am 02.07.2014

Newsflash - mit Big Data Bauern, einem Urteil vom Bundesgerichtshof und einem Lektüretipp

verpixeltes GesichtMit seinem Urteil stärkt das BGH das Recht der Nutzer auf Anonymität. Kritiker bemängeln, dass es Störer und Trolls in Schutz nimmt. Lizenz: cc by/2.0/de (CC, T33VO)

Neue Ausgabe des Co:llaboratory Magazins ‚Mind’ – Big Data und der Datenschutz. Pflichtlektüre!

Das Co:llaboratory, ein offener von Unternehmen finanzierter Think-tank der sich vor allem mit der Wechselwirkung zwischen Internet und Gesellschaft auseinandersetzt, hat eine neue kostenlose Ausgabe seines Magazins ‚Mind’ ins Netz gestellt. In der neuen Auflage geht es um nichts weniger als eine Grundsatzdebatte über die Rolle von Internet Governance und Datenschutz in Zeiten von Big Data anzustoßen (vor kurzem noch Schwerpunkt bei netzdebatte.bpb.de). Peter Schaar, ehem. Beauftragter für den Datenschutz in Deutschland und weitere Autoren setzen sich mit Fragen rund um Privatsphäre, Regulierung und Governance im Netz auseinander.

Wer also schon immer mal wissen wollte, was der große Aufreger am Thema Big Data ist, sollte sich schleunigst seine Kopiekostenlos hier herunterladen.


Macht sich der Bauer bald vom Acker? Big Data erobert die Landwirtschaft.

Bauernhof in der ZukunftDas es auf dem Land bald so aussieht ist zu bezweifeln. Daten spielen für viele Bauern trotzdem schon eine große Rolle. Lizenz: cc by-nc-sa/2.0/de (CC, runurb)

Auch in der Juli-Ausgabe des Magazins ‚Technology Review’ geht es um Big Data, genauer gesagt darum wie der viel kritisierte Agrarkonzern Monsantoaus den USA für eine knappe Milliarde Dollar das kalifornische Start-Up‚Climate Corporation’ gekauft hat. Das Unternehmen hat eine Analysesoftware entwickelt, die anhand großer Mengen an Wetter-, Boden- und Geodaten und der Erfahrungen aus der Vergangenheit das Wachstum von Ackerpflanzen modelliert und Voraussagen über das Pflanzenwachstum trifft. Monsanto erhofft sich durch den Einsatz des Big Data Tools eine deutliche Produktionssteigerung der Bauern. Diese werden die Software dann sicherlich per Lizenz erwerben müssen.

Die amerikanischen Bauern stehen der neuen Technik derweil noch etwas skeptisch gegenüber. Zum einen, weil sie befürchten, dass Monsanto die gesammelten Daten nutzen könnte, um künstliche Engpässe in der Verfügbarkeit bestimmter Samen zu erzeugen, auf die die Bauern besonders angewiesen sind – vor allem aber auch hinsichtlich der Sicherheit der von ihnen produzierten Daten. In der Open Ag Data Alliance haben sich deshalb bereits vor einiger Zeit Farmer, Industrieverbände und Agrarunternehmen zusammengeschlossen, um ein Konzept für Datenformate und den Schutz empfindlicher Daten zu entwickeln.


Bahn frei für Trolls und Spammer? Was bedeutet das BGH-Urteil zur Anonymität im Netz?

Der Bundesgerichtshof hat am 1. Juli heute in einem möglicherweise wegweisende Urteilentschieden, dass Online-Kritiker auch in Zukunft ihre Anonymität wahren dürfen. Ein Mediziner hatte zuvor das Ärzte-Bewertungsportal Sanego aufgefordert die Daten eines anonymen Nutzers preiszugeben, welcher falsche Tatsachen über ihn auf dem Portal verbreitet hatte.

Der BGH begründet sein Urteil damit, dass die Anonymität der Nutzer nach Vorschrift des Telemediengesetzes nur in sehr wenigen Ausnahmefällen aufgehoben werden dürfe. Diese Ausnahmefälle sind dabei im § 14 Absatz 2 des Telemediengesetzes geregelt. Beispielsweise müssen Nutzerdaten auf Anfrage der Strafverfolgungs- oder Polizeibehörden im Falle von Ermittlungen oder zur „Abwehr von Gefahren“ preisgegeben werden. Während manche das Urteil als einen Sieg für den Datenschutz feiern, befürchten andere wiederum, dass so genannte Trolle und Nutzer, die ihre Anonymität im Netz nutzen, um auf verschiedenen Portalen Unwahrheiten zu verbreiten, sich nun lediglich in ihren Aktivitäten bestärkt sehen.


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